Der gebürtige Niederländer Dr. Jan Withag ist seit November 2010 im Vorstand des Solarunternehmens

Der gebürtige Niederländer Dr. Jan Withag ist seit November 2010 im Vorstand des Solarunternehmens und übernimmt nun den Vorstandsvorstitz (Bild: Solar Millennium).

ERLANGEN (Dow Jones)–Wolff begründete den Schritt mit dem Abschluss der Restrukturierung des US-Geschäfts. Das zuvor gesetzte Ziel sei erreicht worden, “und damit ist für mich der richtige Zeitpunkt gekommen, den Vorstandsvorsitz in neue Hände zu geben”, so Wolff.

Am Morgen hatte Solar Millenium die Restrukturierung des US-Geschäfts angekündigt, das einst im Bereich Solarthermie zu den größten Hoffnungsträgern des Unternehmens zählte. Solar Millennium hatte dann im August allerdings einen Strategiewechsel vollzogen, es wollte sich in den USA nun auf Photovoltaik statt Solarthermie konzentrieren. Jetzt zieht sich das Unternehmen ganz aus den USA zurück.

Der Konzern verkauft sein Projektportfolio im Südwesten der USA im Umfang von 2,25 Gigawatt an die solarhybrid AG. Solar Millennium erhält neben dem Rückfluss der gesamten US-Projektinvestitionen einen maßgeblichen Anteil am Gewinn bei Realisierung der US-Kraftwerke.

Solar Millennium hat in der jüngsten Zeit einige Turbulenzen durchgestanden. Vor allem der Rechtsstreit mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Utz Claasen stand in den Schlagzeilen. Der frühere EnBW-Chef war im März 2010 nach nur 74 Tagen im Amt zurückgetreten und hatte seine Antrittsprämie von 9 Mio Euro behalten. Nachdem der Versuch des Aufsichtsrats, Claasen zur Rückzahlung zu bewegen, gescheitert war, reichte Solar Millennium beim Landgericht Nürnberg Klage gegen den ehemaligen Chef ein.

Der Rückzug aus der Solarthermie in den USA hatte die Aktie des Unternehmens im August abstürzen lassen. Der Komplettrückzug aus den USA ließ die Titel am Donnerstag jedoch wieder prozentual zweistellig steigen.