Die Hersteller von Anlagen zur Solarzellenproduktion sind von der Senkung der Einspeisevergütung

Die Hersteller von Anlagen zur Solarzellenproduktion sind von der Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom nicht tangiert (Bild: Fotolia, View7).

Die Anlagenhersteller zur Solarzellenproduktion sind von der aktuellen Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom nicht betroffen.

Von Gunnar Knüpffer

LANDSBERG. Die Hersteller von Maschinen zur Solarzellenproduktion sind nach Information von Produktion nicht betroffen von der Absenkung der Einspeisevergütung für Strom aus Solarvoltaikanlagen. „Wir profitieren davon“, sagte Torsten Knödler von dem Anlagenbauer und Technologieanbieter für die Solarbranche, Centrotherm Photovoltaics AG. „Auf uns kommen Anschlussaufträge zu, weil die Solarzellen- und Modulhersteller investieren, um die Produktionskosten zu senken und so im internationalen Konkurrenzumfeld wettbewerbsfähig bleiben.“
Auch die Firma Manz spürt nach Aussage von Sprecher Axel Bartmann „konkret keine negativen Auswirkungen“. Manz und Roth & Rau profitierten von dem Kompromiss zur Solarförderung: Ihre Aktien stiegen nach Bekanntgabe der Einigung teilweise zweistellig. Diese Einigung sieht eine Absenkung der Förderung ab Juli um 13 % und ab Oktober um weitere 3 % vor.
Nach Ansicht der Anlagenbauer für die Photovoltaik war die Entwicklung, dass die Förderungen für Solarstrom gekürzt werden, absehbar. So sind die Systemkosten für ein Kilowatt Solarstrom von 14 000 Euro im Jahr 1990 auf rund 3 000 Euro Ende 2009 gefallen. Zudem seien in den vergangenen Monaten die Herstellkosten noch einmal reduziert worden, sagte Knoedler. Auch andere Länder verringerten die Einspeisevergütung, in Italien sei diese sogar um 30 % gesenkt worden.
Wie sich die Erneuerbaren Energien entwickeln könnten und aus welchen Energiequellen im Jahr 2050 der Strom in Deutschland fließt, hat jetzt eine aktuelle Studie von Prognos im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft ermittelt. In einem Szenario „Energiewirtschaftliches Gesamtkonzept“ wird prognostiziert, dass sich der Primärenergieverbrauch zwischen 2008 und 2050 halbiert und in seiner Struktur verändert. Demnach werden 2050 in Deutschland rund 77 % weniger Öl und etwa 60 % weniger Erdgas eingesetzt als 2008. Erneuerbare Energien tragen mit 56 % zur Bedarfsdeckung bei. Und der Anteil importierter Energie verringert sich auf 37 %, 2008 lag er bei 80 %. Die energiebedingten Treibhausemmissionen gehen im Szenario zwischen 1990 und 2050 um 87 % zurück. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien verringert sich die CO2-Intensität des Primärenergieverbrauchs.
Der Prognos-Studie zu Folge gewinnen erneuerbare Energien bei der Stromerzeugung zunehmend an Bedeutung. Nach Ansicht der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft ist der Ausbau von Stromspeichern erforderlich, um die fluktuierenden Windkraft- und Photovoltaik-Kapazitäten in den Markt zu integrieren. Außerdem müssten Reservekraftwerke bereitgehalten werden, die die benötigte Leistung bereitstellen. Daneben spiele laut vbw der Import von Strom eine wachsende Rolle, wozu langfristig auch das Desertec-Projekt beitrage. Zudem müsse die Kernkraft als Übergangstechnologie genutzt werden.
Konkret wird in dem Szenario von Prognos davon ausgegangen, dass die Stromerzeugungskapazität auf Basis erneuerbarer Energien von heute 38 GW auf 137,5 GW gesteigert wird (Wind von 24 auf 7,8 GW, Photovoltaik von 5,3 auf 41 GW und Biomasse von 4,5 auf 7,8 GW. Auch müsste eine In-
frastruktur für Carbon-Capture-and-Storage-Technologie aufgebaut werden und neue konventionelle Kraftwerke mit den Energieträgern Erdgas, Steinkohle und Braunkohle errichtet werden. Für die deutschen Kernkraftwerke wird dabei pauschal eine Verlängerung der Laufzeit um 20 Jahre angenommen.
Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, haben die Unternehmen nach Ansicht des vbw die Verantwortung, Technologien zur effizienteren Nutzung konventioneller und erneuerbarer Energie weiterzuentwickeln. Beispiele seien Innovationen bei der Abtrennung und Lagerung von CO2 und die Entwicklung leistungsfähiger Speicheroptionen für Strom und Wärme.
Technologische und organisatorische Innovationen erforderten zum Teil auch neue Formen der Kooperation von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Geschäftsfeldern. Beispielsweise bei der Elektromobilität, bei der Energiewirtschaft und Automobilindustrie gemeinsam Konzepte für die Integration von Elektrofahrzeugen in das Stromsystem und ihre Nutzung als Speicher entwickeln. Zusätzlich werden nach Ansicht des vbw bislang wenig nachgefragte Dienstleistungen wie die Witterungsprognostik kommerziell wichtiger. Denn Betreiber von Kraftwerken benötigen zuverlässige Windprognosen, um die Fahrweise ihrer Werke zu planen.