Techrules wird seine TREV-Technologie in einem Zweisitzer-Allrad-Supersportwagen-Konzeptfahrzeug auf dem Internationalen Auto-Salon 2016 in Genf präsentieren. Der Turbinen-Generator ist hinter dem Fahrzeuginnenraum und vor den Hinterrädern angeordnet, wodurch das Konzeptfahrzeug zu einem „Mittelmotor“-Elektroauto wird.

Es wird in zwei Design-Ausführungen, dem AT96 und dem GT96 vorgestellt. Diese Designs mit einer jeweils anderen Konfiguration des TREV-Systems sind zwei Variationen einer Vision, wie Turbinen-Lader-Supersportwagen aussehen könnten, wenn die Technologie im ersten Supersportwagen Chinas in die Produktionsphase eintritt.

Die Abkürzung „AT“ für „Aviation Turbine“ zeigt an, dass die Turbine auf den Betrieb mit einem flüssigen Kraftstoff wie den Flugzeugtreibstoff Kerosin, Diesel oder Benzin abgestimmt ist. Der AT96 ist die Vision einer Rennstreckenversion des Supersportwagens mit einem großen Heckflügel, der für Stabilität bei der Geradeausfahrt sowie für Abtrieb bei schnellen Kurvenfahrten sorgt.

Der GT96 – GT für Gasturbine – ist für gasförmige Kraftstoffe wie Biogas und Erdgas ausgelegt und ist konzipiert als straßentauglicher Supersportwagen.

Der Supersportwagen verfügt auch über eine Plug-in-Ladefunktion für Märkte mit öffentlichen oder privaten Ladenetzen, die im Idealfall mit Strom aus erneuerbaren Energien gespeist werden.

Ein erster Entwicklungsprototyp des Supersportwagens – auf der Basis der AT96-Turbinenkonfiguration für Flugzeugtreibstoff – wurde von Techrules-Partnern für Spezialfahrzeugtechnik in Italien und Großbritannien produziert. Im Februar 2016 begannen die ersten Tests auf der berühmten Rennstrecke von Silverstone in Großbritannien.

Beim Supersportwagen-Konzeptfahrzeug ergibt sich mit Plug-in-Akkustrom allein eine Reichweite von 150 km bzw. bei Einsatz des TREV-Range-Extenders eine Gesamtreichweite von mehr als 2.000 km aus 80 Litern des Flugzeugtreibstoffs Kerosin – oder einem Kraftstoff mit einem vergleichbaren Brennwert.

Die kombinierte Antriebsleistung beläuft sich auf 768 kW (1.044 PS), wobei für das maximale Radmoment mehr als 8.600 Nm errechnet wurden. Mit so viel direkt und unmittelbar verfügbarer Leistung weist das Supersportwagen-Konzeptfahrzeug Spitzenkennwerte auf, die den heutigen Supersportwagen in nichts nachstehen: 0 - 100 km/h in 2,5 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf 350 km/h abgeregelt.

Der Kraftstoffverbrauch soll gerade einmal 0,18 l/100 km betragen. Mit einer vollen, nur vom TREV-System bereitgestellten Ladung wird der Kraftstoffverbrauch auf etwa 4,8 l/100 km geschätzt.

Das Entwicklungsfahrzeug hat derzeit ein Leergewicht von 1.380 kg. Das Ziel für den zukünftigen Serien-Supersportwagen ist ein Trockengewicht unter 1.000 kg.

Kernstück des Konzeptfahrzeugs ist ein Kohlefaser-Monocoque für beispiellose Torsionssteifigkeit und Insassenschutz. Die Karosserie und die Schmetterlingstüren bestehen ebenfalls aus gewichtssparender Kohlefaser.

Der hintere Hilfsrahmen trägt die Hauptkomponenten des Range-Extenders wie Mikroturbinen-Generator, die direkten Nebensysteme sowie die Kühlung für die elektrischen Fahrmotoren, das Akkupack, die Heckmotoren und die Umrichter.

Unter der Kohlefaserkarosserie verläuft entlang der Längsachse des Autos ein T-förmiges Akkupack, das im Innenraum genauso wie ein Getriebetunnel in einem Auto mit Frontmotor und Heckantrieb aussieht. Das Akkupack verfügt über eine Flüssigkeitskühlung, um eine optimale Betriebstemperatur für die Zellen beizubehalten.

Das Akkupack besteht aus 2.376 einzelnen, maximal betriebssicheren Lithium-Manganoxid-Rundzellen vom Typ 18650 mit einer nutzbaren Nennkapazität von 20 kWh und einer Spannung von 760 V. Dank des intelligenten Batteriemanagementsystems kann das Akkupack in dieser Konfiguration in ca. 40 Minuten vom Turbinen-Generator geladen werden.

Das Konzeptfahrzeug wird von sechs elektrischen Fahrmotoren angetrieben, die jeweils 13 kg wiegen und mit einem eigenen Umrichter gekoppelt sind. Die Vorderräder werden jeweils von einem einzigen Motor, die Hinterräder von einem Motorpaar angetrieben.

Der Hauptvorteil von zwei kleineren Motoren anstatt eines einzelnen größeren Motors für jedes Hinterrad liegt im effizienteren Einbau und der einfacheren Montage am Monocoque.

Der Aufbau mit sechs Motoren und unabhängiger Stromeinspeisung für jedes Rad bietet eine ideale Konfiguration für das Torque-Vectoring, das von einem elektronischen Steuergerät gesteuert wird. Das Vierwege-Torque-Vectoring gewährleistet maximale Kurvenfahrstabilität bei hoher Geschwindigkeit und ermöglicht den Verzicht auf komplexe und schwere mechanische Differentiale.

Da mit dem Gaspedal so viel Leistung und Geschwindigkeit abgerufen werden können, ist auch die Bremskraft entsprechend leistungsstark ausgelegt. Erzielt wird eine schnelle Verzögerung mit belüfteten 405-mm-Bremsscheiben und 6-Kolben-Bremssätteln vorne und belüfteten 380-mm-Bremsscheiben und 4-Kolben-Bremssätteln hinten.

Derzeit ist die Fertigung und der Verkauf eines Supersportwagens mit TREV-Antrieb in kleinen Stückzahlen innerhalb der nächsten Jahre geplant. Dank der kleinen Stückzahlen wird Techrules den Fertigungsprozess des TREV-Systems perfektionieren und von dessen Leistungsfähigkeit unter realistischen Bedingungen lernen können, während es das System für eine Fertigung in größeren Stückzahlen weiterentwickelt.

Durch die Einführung der TREV-Technologie in seinem Supersportwagen kann Techrules auch dessen Qualitäten als umweltfreundliche Technologie mit dem Potenzial für beispiellose dynamische Leistung demonstrieren. Mit der schnellen Weiterentwicklung vom Automobilforschungs- und -entwicklungsunternehmen zum Automobilhersteller möchte Techrules den Paradigmenwechsel in der chinesischen Autoindustrie hin zu Qualitäts- und Leistungsstandards der Spitzenklasse bei Autos anführen.

Nach der Markteinführung von Supersportwagen in kleinen Stückzahlen wird Techrules dann sein Know-how ausbauen, um sein nächstes Ziel zu realisieren: Die Entwicklung der Technologie für Anwendungen mit hohen Stückzahlen für Kleinwagen oder die Kompaktklasse (B- und C-Segment), die einige Jahre später auf dem Markt eingeführt werden sollen.