CCS-Technologie: Schema des geplanten Demonstrationskraftwerkes am Standort Jänschwalde (Bild:

CCS-Technologie: Schema des geplanten Demonstrationskraftwerkes am Standort Jänschwalde (Bild: Vattenfall).

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–”Wir haben keine Entscheidung über die Aufgabe des Projektes gemacht und warten auf die morgige Abstimmung im Bundesrat”, sagte Sprecherin Kathi Miedtank. Der Bundesrat stimmt am Freitag über ein Gesetz ab, mit dem die Abscheidung und Speicherung (CCS) von Kohlendioxid unter der Erde erlaubt werden soll.

Die “Mitteldeutsche Zeitung” hatte am Donnerstag berichtet, dass Vattenfall die Pläne zum Bau des Kraftwerks in Ostdeutschland mit einem Investitionsvolumen von 1,5 Mrd Euro auf Eis legt.

Im Juli hatte der Bundestag einen Gesetzesentwurf gebilligt, der im Grundsatz die unterirdische Speicherung von CO2 erlaubt, womit Kohle- und Gaskraftwerke weniger umweltschädlich wären. Die dabei als “Carbon Capture and Storage” bezeichnete Technologie gilt als Schlüssel, um Strom aus Kohle sauberer zu machen.

Vattenfall kritisiere an dem Gesetz aber unter anderem die lange Schadenshaftungsdauer, und dass es bereits in wenigen Jahren wieder auf den Prüfstand kommen soll, sagte die Sprecherin.

Das von Vattenfall geplante Kraftwerk ist das hierzulande letzte geplante Vorhaben seiner Art. Ende 2010 hatte der Energiekonzern RWE seine Planungen für ein CCS-Testkraftwerk in Hürth wegen der unsicheren Rechtslage vorerst gestoppt.