Der VDE will Normungs-Lücken schließen: Neue Technologien wie Smart Grid ziehen einen hohen

Der VDE will Normungs-Lücken schließen: Neue Technologien wie Smart Grid ziehen einen hohen Normierungs- und Informationsbedarf nach sich. Bild: VDE

Sabine Spinnarke

FRANKFURT (sp). Die Einspeisung eines immer größeren Anteils an regenerativen Energien in das Stromnetz und das neue Energiewirtschaftsgesetz treibt die Entwicklung intelligenter Netze (Smart Grids) voran: laut §21b, Absatz 3a müssen elektronische Zähler für Strom und Gas (sogenannte Smart-Meter) bereits seit Januar 2010 bei Neubauten und größeren Gebäudesanierungen eingebaut werden. Die technischen Voraussetzungen für Smart Grids sind da, allein die gesetzlichen Strukturen und Normen sind noch nicht vollständig.

Normungs-Roadmap

„Beim VDE ist Smart Grids derzeit ein großes Thema. In Zusammenarbeit mit den Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie und für Bildung und Forschung wurde mit der DKE im VDE an der Normungs-Roadmap gearbeitet“, berichtet Dipl.-Ing. Peter Neu, Leiter VDE-Seminare. Die Roadmap fasst die existierenden Normen und Standards zusammen und gibt Empfehlungen für das Schließen von Lücken in der Normung. Doch nicht allein Normungsfragen werden in den Seminaren geklärt, der gesamte Umgang mit Energie verändert sich: Elektrofahrzeuge als Energiespeicher sind im Gespräch, neue Abrechnungssysteme entstehen, das Energiemanagement in Privathaushalten und Unternehmen muss rechtlich und technisch neu gestaltet werden, neue sicherheitstechnische Problemstellungen entstehen, rechtliche Fragen über den Umgang mit Daten müssen beantwortet werden. Viele mittelständische Unternehmen, die bislang wenig mit der Energiebranche zu tun hatten, wollen etwas über ihre Marktchancen, über laufende Projekte auf Bundes- oder EU-Ebene erfahren. All diese Fragen beantwortet der VDE in seiner Seminarreihe. „Wir wollen unseren Mitgliedern und allen Interessierten ein auf sie zugeschnittenes Angebot bieten“, sagt Neu dazu.

Fortbildungsaktivitäten VDE

Der VDE ist mit 500 Seminaren jährlich einer der Großen unter den deutschen Anbietern und verzeichnete auch in der Krise kaum Einbrüche. Als gemeinnütziger Verein rangieren die angebotenen Seminare „preislich nicht am oberen Ende des Spektrums“, so Neu. Schließlich stehe im Mittelpunkt der Fortbildungsaktivitäten nicht die Gewinnmaximierung, sondern der Bildungsauftrag des technisch-wissenschaftlichen Verbandes. Neben den Energiethemen identifizierten die VDE-Experten zwei weitere, für ihre Zielgruppe relevante Zukunftsthemen: „Die Themen E-Mobility und Ambient Assisted Living werden von uns als Kernthemen gefördert“, so Neu. Die VDE-Dozenten geben einen Überblick über den Entwicklungsstand der Elektromobilität, der notwendigen Infrastrukturen und Geschäftsmodelle. Eine große Rolle dabei spiele das Thema Sicherheit – sowohl bei Rettungseinsätzen als auch in Werkstätten; hier profitiere der Seminar-Besucher vom Know-How des VDE als Normierungsgremium. „Den Gefahren für Mechaniker und Rettungskräfte im Umgang mit Hochvoltfahrzeugen wird noch nicht genügend Beachtung geschenkt“, bekräftigt Neu.

Ambient Assisted Living

Ambient Assisted Living (kurz AAL) umfasst Methoden, Konzepte, (elektronische) Systeme, Produkte sowie Dienstleistungen, welche das alltägliche Leben älterer Menschen unterstützen sollen. Bei dem vom Bundesministerium für Forschung getriebenem Thema werden sowohl rechtliche Fragen als auch die Problematik des demographischen Wandels aus Sicht der Unternehmen behandelt.