Professor Neugebauer stellte eine 3-Stufen-Strategie vor, um eine quasi-energieautarke und

Professor Neugebauer stellte eine 3-Stufen-Strategie vor, um eine quasi-energieautarke und emissionsfreie Produktion zu entwickeln (Bild: RWTH Aachen).

Klimawandel und begrenzte Ressourcen führen dazu, dass Firmen ressourceneffizienter produzieren müssen. Professor Reimund Neugebauer präsentierte auf dem Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium die Vison einer energieautarken emissionsfreien Fabrik.

Gunnar Knüpffer

AACHEN. Der Professor an der Universität Chemnitz und am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik hat die Vision einer „energieautarken, emissionsfreien Fabrik“. Klimawandel und begrenzte Vorkommen natürlicher Ressourcen führen dazu, dass die Steigerung der Ressourceneffizienz auch bei der Herstellung von Produkten stärker in den Fokus der produzierenden Industrie rücke, sagte Neugebauer auf dem Aachener Werkzeugmaschinen Kolloquium. Die wachsende Rohstoffnachfrage sowie die zunehmende Bedeutung der Rohstoffverfügbarkeit verschärften den Handlungsbedarf. Für die Unternehmen bestehe die Herausforderung darin, sich dieser verschärfenden Situation zu stellen und durch Anwendung von Effizienztechnologien und -produktionsanlagen die Voraussetzungen zu schaffen, auch in Zukunft im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.
Der Anspruch der Unternehmen geht nach Ansicht von Professor Neugebauer bis hin zu einer gewissen Energieautarkie, um über einen bestimmten Zeitraum von örtlichen Energieversorgern unabhängig zu sein. Demnach suchen die Firmen nach Möglichkeiten, ihre Produktionsprozesse  und -Anlagen energieeffizienter zu gestalten und zum anderen gewinnt auch die Nutzung alternativer beziehungsweise regenerativer Energiequellen zunehmend an Bedeutung. Um eine quasi-energieautarke und emissionsfreie Produktion zu erreichen, hat das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Unformtechnik eine 3-Stufen-Strategie entwickelt:

Wirkungsgradoptimierte Produktion
Intelligente Prozessüberwachungs- beziehungsweise Regelungsstrategien sowie energie- und ressourceneffiziente Fertigungstechnologien beziehungsweise -Systeme sollen die Prozessstabilität erhöhen und den Ausschuss und die Nacharbeit reduzieren. Damit wird der Wirkungsgrad der Produktion verbessert. Auch ist es nützlich, die Prozessketten zu optimieren durch eine intelligente Prozesskombination oder -Inte-
gration.
Total Energy Management
Energie, die zum Beispiel als Wärme während der Produktionsprozesse an die Umgebung abgegeben wird, soll für andere Anwendungen nutzbar gemacht werden. Diese Verlustquellen müssen zunächst identifiziert werden, dann gespeichert und umgewandelt, bis ein Energiekreislauf realisiert werden kann.

Regenerative Energiequellen
Alternative Energiequellen sollen  „Energieverluste“, die während der Produktion an die Umgebung abgegeben werden, kompensieren. Kern ist dabei ein mehrstofftaugliches Blockheizkraftwerk mit Trigeneration, das die elektrische Grundlast abdeckt und Abwärme für Erwärmungs- beziehungsweise Kühlprozesse sowie zur Erzeugung von Druckluft nutzt. Wind- und Solarenergie sollen zudem Wasserstoff für das Blockheizkraftwerk zur Verfügung stellen.