offener Ringmotor

Ringmotoren bieten eine ausgewogene Kombination von Geschwindigkeit und Drehmoment und die zentrale Öffnung lässt Platz für viele Anwendungen. - Bild: Faulhaber

Antriebstechnologien und -lösungen, die sich prinzipiell eignen, wenn eine zentrale Öffnung gefordert ist, gibt es viele. Allerdings haben sie im praktischen Einsatz jeweils spezifische Nachteile. Bei Hybrid-Schrittmotoren beispielsweise ist der Durchmesser der Hohlwellen aufgrund des notwendigen Kupferfüllfaktors oder magnetischen Rückschlusses normalerweise auf etwa zehn bis zwölf Millimeter begrenzt.

Torquemotoren lassen zwar aufgrund ihres vielpoligen Aufbaus größere Öffnungen zu, können jedoch wegen ihrer großen bewegten Masse keine hohen Geschwindigkeiten erreichen. Zudem sind sie vergleichsweise teuer und oft nur schwierig zu integrieren. Viele Anwendungen verwenden deshalb Drehtische mit zentraler Öffnung, die von einem "normalen" Motor angetrieben werden. Solche Lösungen brauchen allerdings eine Übersetzung und eine komplexe Mechanik. Das unvermeidliche Spiel, das sich daraus ergibt, muss dann in Präzisionsanwendungen aufwendig kompensiert werden.

Das verkompliziert die Systemintegration beträchtlich. Außerdem sind zahlreiche Verschleißteile involviert, der Wartungsbedarf ist deshalb hoch. Durch einen hybriden Schrittmotor angetriebene Drehtische sind ebenfalls oft das Mittel der Wahl, werden aber voluminös und schwer, wenn sie größere Leistungswerte erreichen sollen. Eine praxisgerechte Lösung zu finden, wenn die Anwendung eine Öffnung erfordert, war bisher also nicht unbedingt einfach.

Neue Antriebslösung mit großer Öffnung

Explosionszeichnung Ringmotor
Explosionszeichnung eines Ringmotors am Beispiel des Faulhaber DM66200H. - Bild: Faulhaber

Der Antriebsspezialist Faulhaber hat sich deshalb dieser Thematik angenommen und mit dem Schrittmotor der Reihe DM66200H eine völlig neue Antriebslösung entwickelt, die speziell für Anwendungen ausgelegt ist, die eine große Öffnung benötigen. Bei einem Gesamtdurchmesser von 66 mm bietet er einen mit 40 mm ausgesprochen großen Hohlwelleninnendurchmesser. Dabei ist er nur 24 mm flach und wiegt lediglich 218 Gramm. Der kompakte Antrieb lässt sich dadurch einfach montieren und benötigt wenig Einbauplatz. Der Rotor mit der Öffnung treibt die um die Öffnung herum angeordnete Mechanik ohne Übersetzung direkt an. Es gibt also kein mechanisches Spiel, das kompensiert werden muss.

Ursprünglich konzipiert für Optik und Photonik-Anwendungen, erschließt der neue Hohlwellen-Direktantrieb auch in vielen anderen Bereichen interessante Möglichkeiten, zum Beispiel auch als Laufradantrieb, wenn die Antriebswellen aus Platzgründen durch den Motor geführt werden oder in der Prothetik bei künstlichen Knien oder Schultern. Prinzipiell kann er überall dort eingesetzt werden, wo Kabel durch die Öffnung geführt werden oder die Öffnung zum Durchleiten von Gasen, Flüssigkeiten oder Lichtsignalen benötigt wird.

Roboterarm
Viele Anwendungen erfordern Antriebslösungen, die eine zentrale Öffnung haben, durch die zum Beispiel Licht, Kabel oder Teile der Anwendung geführt werden können. Beispiele dafür finden sich in Optik und Photonik für Laserlenksysteme oder in Automatisierung und Robotik für Halbleiterhandhabungssysteme. - Bild: Faulhaber

Neben dem Bereich Optik – zum Beispiel für Mikroskoptische, Blenden, Zoom-Objektive, Laserstrahl-Steuerung et cetera – sind damit vielfältige Steuerungs- und Positionieraufgaben möglich. Typische Anwendungen sind aber beispielsweise auch Drehtische, Antennenfüße sowie Luft- und Gasabzüge.

Athlete Prosthetics
Der neue Hohlwellen-Direktantrieb bietet sich auch in der Prothetik bei künstlichen Knien oder Schultern an. - Bild: Faulhaber

Hohe Leistungswerte in optimaler Kombination

Der Direktantrieb basiert auf der bewährten Schrittmotor-Technologie von Faulhaber. Der mehrpolige Zwei-Phasen-Motor mit Permanentmagneten liefert pro Umdrehung 200 Schritte. Mit einer hohen Auflösung von 1,8° im Vollschritt kann er Positionieraufgaben im offenen Regelkreis (open loop) präzise ausführen. Er erreicht dabei ein dynamisches Drehmoment von bis zu 200 mNm und kann entsprechend große Lasten bewegen.

Das maximale Haltemoment liegt bei 307 mNm, geboostet sogar bei 581 mNm. Bremsen sind damit unnötig. Geschwindigkeiten bis 2.000 Umdrehungen pro Minute sind realisierbar. Für viele Anwendungen bietet der kompakte Direktantrieb damit eine perfekte Balance von Geschwindigkeit und Drehmoment. Er erlaubt einen wartungsfreien Dauerbetrieb, da das Kugellager das einzige Verschleißteil ist. Applikationsspezifische Modifikationen sind auf Anfrage möglich, zum Beispiel spezielle Schmierstoffe, kundenspezifische Wicklungen, besondere Kabel und Stecker sowie Montageflansche.

Druckindustrie setzt auf Faulhaber

Faulhaber ist erster "Preferred Technology Partner" der Heidelberger Druckmaschinen AG. - Bild: Faulhaber

Die Heidelberger Druckmaschinen AG ist ein zuverlässiger Partner mit hoher Innovationskraft für die globale Druckindustrie. Die Mission des Unternehmens ist es, die digitale Zukunft der Branche zu gestalten. Für die besonderen technologischen Leistungen und innovative Unterstützung auf dem Weg zu diesem Ziel hat Heidelberger jetzt Faulhaber zum "Preferred Technology Partner" berufen.

Dieses Zeichen der Anerkennung ist für Faulhaber ein besonderer Grund zur Freude, denn es ist das erste Mal, dass die Heidelberger Druckmaschinen AG eine Auszeichnung dieser Art an einen Lieferanten verleiht. In der Begründung betont Heidelberger das ausgeprägte technologische Know-how und die modernen Fertigungsverfahren bei Faulhaber, die gemeinsam zu durchdachten Lösungsansätzen für komplexe technische Sachverhalte führen. Die Auszeichnung ist übrigens der neue Höhepunkt in einer langen Serie, denn bereits in den vergangenen vier Jahren wurde die Faulhaber innerhalb der Warengruppe "Elektrische Antriebe" von Heidelberger mit dem Titel "Preferred Supplier" geehrt. Für die Bewertung in dieser Kategorie spielen unterschiedliche Kennzahlen eine Rolle, so etwa die Null-Fehler-Rate in der Produkt- und Prozessqualität, die kontinuierliche Verbesserung, eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und die Zuverlässigkeit in der Logistik. "Faulhaber konnte uns in all diesen Punkten überzeugen", lautet der Kommentar von Helmut Braun, Leiter der Qualitätssicherung/Beschaffung Elektronik bei Heidelberg.

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