Messegeschehen auf der formnext

Die additive Fertigung ist im Maschinenbau angekommen. Auf der Formnext trifft sich die 3D-Druck-Branche. - Bild: Mesago/Mathias Kutt

| von Thomas Masuch

Was das additive Manufacturing für die Arbeitsabläufe des Maschinenbaus bietet, sollte prinzipiell jeden Maschinenbauer begeistern: Prototypen lassen sich wesentlich einfacher und schneller herstellen, sodass erste Fehlerquellen schon frühzeitig erkannt werden können. Gussformen können durch additive Fertigung entfallen, und der ganze Prozess kann laut Markus Hüllen, Vizepräsident des 3D-Kompetenzzentrums der SMS Group, sogar weitgehend automatisiert ablaufen.

Die Messe formnext findet statt!

Vom 10. bis 13. November 2020 findet in Frankfurt a.M. die formnext statt – das Branchenhighlight der AM-Branche. Präsentiert werden neueste Technologien und Lösungen für die Integration von additiver Fertigung in die industrielle Produktion: Von Design- und Softwarelösungen über Werkstoffe, AM-Produktion, Qualitätssicherung, vor- und nachgelagerte Prozesse, Forschung & Entwicklung und Dienstleister.

3D-Druck beschleunigt Verfahren

Gedruckte Bauteile für Anlagen und Produktionsmittel machen den gesamten Fertigungsprozess deutlich effizienter. "Wenn man die komplette Wertschöpfungskette betrachtet, ist der 3D-Druck in Einzelfällen schon heute deutlich schneller als traditionelle Produktionsverfahren“, stellt Hüllen fest.

Additive Fertigung bietet großen Mehrwert

"Was aus Sicht eines mittelständischen Unternehmens im Maschinenbau für den Einstieg in den industriellen 3D-Druck spricht, ist, dass die additive Fertigung dort ihre Stärken zeigt, wo die konventionelle Fertigung an ihre Grenzen stößt. Die Domänen des additive Manufacturing wie beispielsweise werkzeuglose Herstellung, hohe Materialeffizienz und maximale Designfreiheit eröffnen eine Vielzahl von neuen Geschäftsmodellen", so Rainer Gebhardt von der AG Additive Manufacturing im VDMA.

Technologische Entwicklungen profitieren vom 3D-Druck

Darüber hinaus erlaubt der industrielle 3D-Druck die Entwicklung funktionsoptimierter Bauweisen. Konstrukteure müssen sich nicht mehr darauf konzentrieren, was produktionstechnisch machbar ist. Stattdessen sparen filigranere Strukturen Material und krumme Bohrungen, die auf herkömmlichen Wegen nicht darstellbar sind, ermöglichen eine effizientere Kühlung. Allein die durch additive Fertigung mögliche Funktionsintegration schafft im Maschinenbau einen kaum zu beziffernden Mehrwert.

Gewicht um fast 90 Prozent reduziert

Bei der SMS Group wurde beispielsweise ein Sprühkopf für Gesenkschmiedepressen durch ein 3D-gedrucktes Bauteil ersetzt. Der alte war 80 Kilo schwer und bestand aus miteinander verschraubten Metallplatten. Der neuen Sprühkopf, additiv in einem einzigen Arbeitsgang aus Polyamid gefertigt, wiegt weniger als 10 Kilogramm. Andere Einsparungen und Vereinfachungen gibt es beispielsweise bei der Gerhard Schubert GmbH, Hersteller von Verpackungsmaschinen. Markus Schindler, Leiter Teilefertigung bestätigt: "Ein Werkstück, das bisher aus bis zu 40 Einzelteilen bestand, lässt sich nun in einem Stück drucken.“

Noch mehr spannende Infos

Das gesamte Spektrum der additiven Fertigungstechnologien sehen Sie auf der Formnext vom 10. – 13.11.2020 in Frankfurt am Main, wo die AG AM des VDMA innovative Anwendungsbeispiele auf der User case area "additive4industry“ präsentiert.

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