Oberflächentechnik, Beschichtung, Hybridmaterial, Trennschichten, Nanostruktur

Mitarbeiterin der TU Chemnitz beim Beschichten von Metallsubstraten mit nanostrukturierten organisch-anorganischen Hybridmaterialien via Zwillingspolymerisation am Spin Coater. - Bild: TUC/Hendrik Schmidt)

Eine Tagung im thüringischen Zeulenroda informiert vom 14. bis 16. März Entwickler und Innovationsstrategen mit Blick unter anderem auf Automotive, Medizin-, Umwelt- oder Verpackungstechnik.

Smart Flexibels mit Intelligenz

Eine Werkstoffklasse mit 'Intelligenzfaktor' und mannigfaltigem funktionalem Einsatzspektrum sind Smart Flexibels auf Basis von Textil, Papier oder Folie. Erste marktgängige Produkte wie Sensorfäden in Bauteilen reagieren selbsttätig auf veränderte Umweltbedingung und ermöglichen so ein permanentes Monitoring sozusagen von innen heraus. Das Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland in Greiz treibt seit gut 15 Jahren als ein Pionier in Europa entsprechende Entwicklungen voran. „Mit der voranschreitenden Digitalisierung der Gesellschaft bekommen diese flexiblen Materialien immer stärkere Bedeutung vor allem in Bezug auf die Mensch-Maschine-Kopplung, die Überwachung von Vitalfunktionen in der alternden Gesellschaft oder auch im großen Feld der Mobilität“, beschreibt Institutsdirektor Dr. Uwe Möhring greifbare Einsatzszenarien.

Dünnschichtmaterialien

Auch Dr. Jonathan Plentz vom Leibniz-Institut für Photonische Technologien (IPHT) aus Jena sieht für Dünnschichtmaterialien, darunter flexible Solarzellen auf Folien und Geweben für energieautarke Anwendungen, enorme Transferchancen. Wissenschaftler seines Instituts beschäftigten sich derzeit mit innovativen Verschaltungskonzepten für Solarzellen und Batterien zum Beispiel auf Geweben. Für Produzenten von Arbeitsschutzbekleidung hat Plentz gute Nachrichten; großflächige optische Sensoren auf Schutzgeweben für mehr Sicherheit ihrer Träger seien im Kommen.

Impulse für Verfahrensanwendungen

Die 12. ThGOT Thementage Grenz- und Oberflächentechnik mit dem Optik-Kolloquium 'Dünne Schichten' stellen Mittelständlern aus dem gesamten Bundesgebiet auch neue Trends in der Oberflächentechnik vor. Fraunhofer UMSICHT aus Oberhausen schildert etwa, wie verfahrenstechnische Bauteile mit der Methode der Laser-Oberflächenstrukturierung optimiert werden können. Ein Laser-Mikrotechnologe aus Berlin will die Tagungsteilnehmer mit der Laser-Hybridbearbeitung von Oberflächen vertraut mache.

Auch der Gastgeber, die auf Oberflächentechnik, Biomaterialien sowie magnetische & optische Systeme spezialisierte Forschungseinrichtung Innovent Technologieentwicklung aus Jena, kommt mit einigen Verfahrens-Neuentwicklungen nach Zeulenroda. Für Hersteller von High End-Optiken oder Nutzer in der Fahrzeugindustrie vor allem wegen der zeitlichen und finanziellen Vorteile interessant: ein neues Messverfahren, das die Auswirkung der Härtung eines Klebstoffs in beliebigen Klebverbunden bewertet und zugleich numerische Simulationen erlaubt. Oder eine Messzelle zur exakten Beurteilung des Barriereverhaltens beispielsweise von Lackbeschichtungen bzw. von Kleb- oder Dichtstoffen. Die revolutionäre Botschaft für künftige Anwender: Bereits nach zehn Minuten liegen die Messergebnisse vor; herkömmlich dauern solche Untersuchungen noch mehrere Wochen.

Veranstaltungshinweis:

12. ThGOT Thementage Grenz- und Oberflächentechnik

14. – 16. März 2017, Zeulenroda

Info im Internet

ThGOT