| von Gabriel Pankow

Die Bayern lassen sich mal wieder nicht lumpen. Wie so oft belegt das Bundesland einen ersten Platz, diesmal bei der Höhe der Gehälter im Maschinenbau. Das zeigt eine Studie des Portals gehalt.de, in der knapp 4.300 Gehaltsdaten von Ingenieuren in der Maschinenbaubranche ausgewertet wurden.

So gut steht Süddeutschland im Ländervergleich da

2019 hat ein Ingenieur in einem Maschinenbauunternehmen, das in Bayern ansässig ist, ein Jahresgehalt von ca. 65.600 Euro (alle Gehaltsangaben geben den Medianwert, siehe Infobox, an) bezogen. Direkt dahinter liegt Baden-Württemberg, dort zahlen Unternehmen im Durchschnitt 63.600 Euro jährlich.

Berlin liegt auf Platz drei (62.300 Euro). Zum Vergleich: In Niedersachsen sind es knapp 59.000 Euro. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit einem Jahresverdienst von etwa 40.300 Euro. Vor allem in Süddeutschland lässt es sich gut verdienen. Dort haben auch international agierende Maschinenbaugrößen wie Grob (Mindelheim, Bayern), Festo (Esslingen, Baden-Württemberg) und Trumpf (Ditzingen, Baden-Württemberg) ihren Stammsitz

Was ist der Medianwert?

Der Medianwert oder auch Zentralwert genannt, gibt in Statistiken den tatsächlichen Mittelwert an. Das bedeutet, 50 Prozent der Werte liegen unterhalb und 50 Prozent über dem Median.  Anders als beim Durchschnittswert verfälschen Ausreißer - egal ob nach oben oder unten - den Mittelwert der Statistik nicht.

Was Ingenieure in Großkonzernen verdienen

Ob man im Großkonzern oder in einem kleinen Familienbetrieb angestellt ist - im Geldbeutel macht sich die Unternehmensgröße besonders bemerkbar. Ein Maschinenbauer in einem kleinen Betrieb mit bis zu 100 Mitarbeitern verdient rund 53.000 Euro jährlich, knapp 21.000 Euro mehr zahlt ein Großunternehmen (mehr als 1.000 Mitarbeiter) seinem Fachpersonal.

Gänzlich anders sieht die Bezahlung der Führungskräfte in dieser Branche aus. Ein Maschinenbauer in einer Führungsposition kann sich über ein durchschnittliches Jahreseinkommen von etwa 99.000 Euro freuen. Zum Vergleich: Eine Fachkraft verdient etwa 40.000 Euro weniger.

Wie Berufsjahre sich auf das Einkommen auswirken

Nicht nur Stellung und Firmengröße spielen eine große Rolle. Je mehr Berufsjahre ein Ingenieur vorzuweisen hat, desto mehr verdient er - und das Einkommen steigt verhältnismäßig schnell an. Berufseinsteiger bekommen ein Gehalt von knapp 50.000 Euro. Schon sechs Jahre später liegt der Verdienst bei etwa 60.000 Euro. Nach neun Jahren beziehen Ingenieure sogar 73.000 Euro. Gemessen am Einstiegsgehalt ist das eine Erhöhung von knapp 49 Prozent.

Wie sich die Gehälter in den vergangenen zehn Jahren verändert haben

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Maschinenbaubranche auf dem aufsteigenden Ast ist. In den vergangenen zehn Jahren sind die Gehälter um 16 Prozent gestiegen. Philip Bierbach, Geschäftsführer von gehalt.de, sagt zu der Entwicklung: „Die Gehälter für Ingenieure sind in den letzten fünf Jahren rapide angestiegen. Einer der Hauptgründe ist die starke Automobilindustrie mit Zukunftsthemen wie E-Mobility und dem autonomen Fahren.“

In Zahlen lässt sich das wie folgt ausdrücken: Während ein Ingenieur im Jahr 2009 ein Einkommen von 52.000 Euro hatte, stieg dieses fünf Jahre später auf 55.700 Euro (+ 6,9 Prozent). Heute verdienen Ingenieure im Jahr rund 60.500 Euro (+16,1 Prozent).

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