Ein Student trägt eine Augmented Reality Brille und schaut sich etwas an

Viele Unternehmen suchen derzeit Maschinenbauer, die auch IT-Kenntnisse haben. - Bild: Ostfalia

| von Anja Ringel

Unternehmen, die mitten in der Transformation stecken, kennen das Problem vielleicht: Sie haben Maschinenbauer und Informatiker in der Firma, aber die Kommunikation untereinander klappt nicht wirklich. Und die passende Fachkraft, um diese Lücke zu schließen, fehlt. Genau da setzt die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel (Niedersachsen) an. Sie hat den Bachelor-Studiengang „Digital Engineering Maschinenbau“ konzipiert, der ab dem Wintersemester starten soll.

Das steckt dahinter: Vielen Industrie-Unternehmen fehlen für die Digitalisierung Maschinenbauer, die einerseits „klassische“ Maschinenbauer sind, sich andererseits aber auch mit Informatik auskennen und so nicht nur Dinge selbst umsetzen können, sondern auch eine Schnittstelle zur IT-Abteilung sind, erklärt Prof. Dr.-Ing Carsten Stecher. Er ist unter anderem Fachberater für den neuen Studiengang. Solche Arbeitskräfte seien derzeit nur sehr schwer zu finden. Viele Maschinenbauer bringen sich die fehlenden Kenntnisse dann teilweise selber bei, sagt Stechert.

Fachkräftemangel ist deshalb mit 49 Prozent neben intensivem Wettbewerb (53 Prozent) und steigendem Kostendruck (50 Prozent) weiterhin eines der größten Probleme der deutschen Maschinenbauer. Das geht aus dem Maschinenbau-Barometer der Unternehmensberatung PWC hervor.

Studierende auf digitale Transformation vorbereiten

Stechert vergleicht den neuen Studiengang mit Wirtschaftsingenieuren: Diese haben auch ein „normales“ Maschinenbaustudium und erlangen Wirtschaftskenntnisse. Die Maschinenbauer im neuen Studiengang sollen nun statt Wirtschaftskenntnissen fit werden bei Themen wie agile Softwaremethoden und Datensicherheit. „Egal, in welche Richtung die Digitalisierung weitergeht, die Studierenden sind mit dem Studiengang gut auf die digitale Transformation vorbereitet“, ist sich Stechert sicher.  Es sei ein zukunftsorientiertes Fach.

Das sehen auch viele Studierende so: Einige liebäugeln damit, zum neuen Fach zu wechseln, um auch IT-Kenntnisse mitzunehmen, berichtet Stechert. Auch von Seiten der Industrie wird Interesse gezeigt: Das Studium kann nicht nur regulär, sondern auch als duales Studium belegt werden. Hierfür gebe es schon einige Industriepartner, so der Fachberater.

Und wie ist das Studium aufgebaut? Die Studierenden können neben dem Grundstudium verschiedene Vertiefungen wählen. Dazu zählt unter anderem virtuelle Produktentwicklung. Auch Themen wie Virtual Reality und Smart Production werden in Vorlesungen und Projektarbeiten behandelt werden. Darin sieht Stecher auch einen der Vorteile des neuen Studiengangs: Durch viele Projekte – sei es in Forschungsprojekten oder bei solchen mit Unternehmen – kann an „echten“ Themen gearbeitet werden.

Fachrichtungen sollen nicht ersetzt werden

Deshalb freut er sich besonders auf genau diese interdisziplinären Arbeiten. Die Studierenden kommen immer auf tolle Ideen, erklärt er. Wenn sich einmal eine Eigendynamik entwickelt habe, seien sie kaum noch zu bremsen.

Maschinenbauer und Informatiker müssen aber keine Angst haben: Die Studierenden sollen die beiden Fachrichtungen keinesfalls ersetzen, sagt Stechert. Sie sollen – wie angesprochen – die Lücke schließen, die durch die Digitalisierung entstanden ist. Trotz Digitalisierung gebe es weiterhin einen hohen mechanischen Anteil, für den Maschinenbauer perfekt ausgebildet seien. Durch die Transformation kommen nun eben weitere Bereiche dazu, die man abdecken müsse.

Die Ostfalia Hochschule veranstaltet am Donnerstag, 25. März, eine Online-Infoveranstaltung zum neuen Studiengang.

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