Elektroauto beim Laden

Batteriezellen sind eines der wesentlichen Elemente eines Elektroautos. - Bild: Pixabay

| von Gabriel Pankow

Rauen sagt: "Eine Batteriezellproduktion in Europa ist für die Verbreitung der Elektromobilität von strategischer Bedeutung. Es geht darum, in Deutschland und Europa vorhandenes Know-how in der Produktion wertbringend einzusetzen."

Es gehe um Referenzen im internationalen Wettbewerb und es gehe um Arbeitsplätze. Insgesamt sei für den europäischen Batteriemaschinenbau ein globaler Marktanteil von 30 Prozent in der Zellproduktion möglich.

"Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland spielt dabei eine Schlüsselrolle, er liefert die Produktionstechnologien und Prozessinnovationen. Basis hierfür sind maßgeblich starke und bewährte Netzwerke der industriellen Gemeinschaftsforschung sowie der Verbundforschung. Zusätzlich muss die Bundesregierung endlich, wie versprochen, die steuerliche Forschungsförderung einführen", so Rauen

Daimler-Betriebsrat schlägt Alarm

Die Batterie ist das Herz des Elektroautos - und die Zelle das Herz der Batterie. Alle brauchen sie, aber zumindest hierzulande will sie niemand produzieren. Deswegen warnte auch Daimler-Betriebsrats-Chef Michael Brecht bereits: Das könnte sich rächen.

Der Betriebsratschef hält die Dominanz asiatischer Hersteller bei der Batteriezellen-Produktion auf Dauer für gefährlich. Er sieht nun vor allem die heimische Zulieferbranche am Zug, möglichst bald einen eigenen Vorstoß zu wagen.

"Wir brauchen eine deutsche oder europäische Lösung", sagte Brecht der Deutschen Presse-Agentur. Und er mahnte zur Eile: "Es muss jetzt einer aus der Deckung kommen, der sagt: Ich würde es mir zutrauen." Mit jedem Jahr werde das Vorhaben schwieriger.

Die deutschen Autobauer investieren zwar viel Geld in Batteriewerke, in denen die Blöcke je nach Verwendungszweck zusammengebaut werden. Daimler etwa will an den Standorten Sindelfingen und Untertürkheim zwei zusätzliche Batteriefabriken errichten. Die Zellen, die Herzstücke jeder Batterie, kaufen die Hersteller allerdings in Asien ein. Der Markt wird von einigen wenigen Anbietern dominiert.

"Die Zelle ist das Kernstück der gesamten Elektrifizierung", sagte Brecht, der die Interessen von 290.000 Daimler-Beschäftigten weltweit vertritt und auch im Aufsichtsrat des Autobauers sitzt. Von ihr hänge ab, wie leistungsfähig und wie dynamisch ein Fahrzeug sei.

Auch Volkswagen warnt vor zu starker Abhängigkeit

Die heimischen und europäischen Anbieter müssten sich angesichts der Bedeutung der Technologie endlich zu einer eigenen Entwicklung und Fertigung von Batteriezellen durchringen, forderte VW-Chef Herbert Diess unlängst gegenüber dem "Handelsblatt".

Der Zeitung" sagte der Manager, die heimischen und europäischen Autobauer müssten sich hier angesichts der künftigen Bedeutung der Technologie endlich zu einer eigenen Entwicklung und Fertigung durchringen: "Ich finde es erschreckend, dass wir in diese große Abhängigkeit geraten sind."

Bis zum Jahr 2025 könnte für die Branche ein Umsatzpotenzial von bis zu 60 Milliarden Euro entstehen. "Noch ist es nicht zu spät, der Einstieg kann noch gelingen", betonte Diess. Bei Volkswagen setze man aber mittelfristig auf Batterien mit Feststoffzellen. Und er selbst favorisiere Investitionen von Autozulieferern, weniger von den Autobauern selbst, sagte Diess.

Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte eine VW-eigene Produktion von Batteriezellen zuletzt nicht ausgeschlossen. "Entgegen der Haltung des Vorstands unterstützen wir als Betriebsrat keine Strategie, die darauf ausgerichtet ist, Zellen langfristig ausschließlich bei Zulieferern zu kaufen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur im Frühjahr.

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