Diesel Zapfsäule

Wie lange dürfen Diesel noch in deutsche Städte fahren? - Bild: Pixabay

| von Gabriel Pankow

Das ist das Ergebnis einer Studie des CAR-Center Automotive Research der Uni Duisburg-Essen. Studienleiter Prof. Ferdinand Dudenhöffer sagt: „Die Luft in deutschen Städten bessert sich also, aber nicht so schnell wie notwendig, um Fahrverbote für Diesel-Pkw bundesweit völlig ausschließen zu können.“

Die Stickoxidwerte an neuralgischen Punkten in deutschen Großstädten haben sich in den ersten zweieinhalb Monaten des Jahres 2018 zum Teil wesentlich verbessert. Das zeigt die Auswertung der am CAR vorgenommene Stickstoffdioxid-Auswertungen an knapp 400 über ganz Deutschland verteilte Messstationen.

„Das ist die gute Nachricht. Rechnet man allerdings die Verbesserungen der ersten zweieinhalb auf das Jahr 2018 hoch, bleiben auch 2018 Grenzwert-Überschreitungen an 32 Messstationen“, berichtet Dudenhöffer. Zum Vergleich: 2017 lagen an 52 Messstellen sogenannte Jahresmittel-Grenzwertüberschreitungen vor.

Laut Studie werden auch 2018 im Mittel kritische Werte in fünf deutschen Großstädten vorliegen. Diese sind:

  • München
  • Kiel
  • Stuttgart
  • Köln
  • Hamburg

Dudenhöffer: „In diesen Städten werden nach unserer Hochrechnung im Gesamtjahr Stickstoffdioxid-Belastungen von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter und mehr vorliegen.“ Das bedeutet, dass auch bei kontinuierlicher Verbesserung 2018 und 2019 Grenzwertüberschreitungen sehr wahrscheinlich sind. „Diesel-Fahrverbote können damit nicht ausgeschlossen werden“, so der Autoexperte.

Hardware-Nachrüstungen notwendig

Texaco Werkstatt
An einer Fahrt in eine Werkstatt führt für viele Dieselautos wohl kein Weg vorbei. - Bild: Pixabay

Deswegen dürften Kommunen, aber auch der Bund in ihren Anstrengungen nicht nachlassen, die Voraussetzungen für weitere Verbesserungen zu schaffen. „Dazu zählen mit Sicherheit Hardware-Nachrüstungen für Diesel-Pkw“, sagt Dudenhöffer.

Durch solche Nachbesserungen ließen sich wichtige Volumenmodelle  in saubere Diesel verwandeln. Darüber hinaus böten sie die Chance, die hohen Gebrauchtwagenbestände der Autohäuser in ihren Wertverlusten auffangen zu können.

Wie dramatisch die Lage der Autobauer beim Verkauf von Selbstzündern ist, zeigt folgende Nachrichtenmeldung: Der Discounter Lidl wird künftig auch Autos verkaufen. Der Markt soll mit jährlich rund 10.000 Wagen, vor allem Diesel-BMW, bestückt werden. Das berichtet das Manager Magazin unter Berufung auf.

Die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und die SB-Warenhauskette Kaufland gehören, ordnet danach den Umgang mit Dienstwagen völlig neu.

Lidl und Kaufland würden künftig alle Fahrzeuge bei BMW statt bisher bei Audi bestellen. Von BMW bekommt die Schwarz-Gruppe nach Angaben des Magazins 48 bis 50 Prozent Rabatt auf den Listenpreis, fast ausschließlich für Dieselfahrzeuge.

Dieselautos vom Discounter?

Lidl Schild
Vier Packungen Milch, drei Tüten Chips, zwei Äpfel und ein BMW. Sehen so oder so ähnlich die Einkaufszettel der Lidl-Kunden in Zukunft aus. - Bild: Pixabay

Audi habe bislang 42 Prozent Nachlass gewährt und sei nicht bereit gewesen höher zu gehen, schreibt das Blatt. Bislang hatte Schwarz jährlich etwa 4.000 Autos beim Ingolstädter Autobauer bestellt, bei BMW werden es rund 10.000 sein - unter anderem deswegen, weil Lidl und Kaufland die Nutzungsdauer der Dienstwagen von 18 auf sechs Monate verringern.

Zudem wird die Schwarz-Gruppe die ausgedienten Autos laut Manager Magazin selbst verkaufen. Ein konzerneigenes Autohaus, das in Weinsberg bei Heilbronn aufgebaut wird, soll die jungen Gebrauchten anbieten. Der Lebensmittelhändler verspricht sich davon bessere Erträge.

Anders als BMW wäre Audi nicht bereit gewesen, der Schwarz-Gruppe die Selbstvermarktung zu gestatten. Die gebrauchten Audis waren bislang in Auktionen, auf die nur Audi-Händler Zugriff hatten, verkauft worden.

Lidl dementiert

Mittlerweile hat Lidl die Meldung dementiert. Es sei lediglich geplant, "ein Abwicklungszentrum in Weinsberg" einzurichten, um den Tauschprozess der Firmenwagen für Mitarbeiter und Unternehmen insgesamt "effizienter" abzuwickeln. "Eine Vermarktung über die Handelssparten erfolgt nicht", betont das Unternehmen.

Auch am 18 monatigen Austauschzyklus der Wagen wolle das Unternehmen festhalten. Damit stelle man sicher, dass die Fahrzeuge "zu jedem Zeitpunkt auf aktuellstem Sicherheitsstandard sind und die neueste Abgastechnologie zur Verfügung steht. Eine generelle Umstellung auf einen halbjährlichen Austauschzyklus ist nicht geplant."

Bestätigt hat die Schwarz-Gruppe indes, dass Lidl und Kaufland künftig alle Fahrzeuge bei BMW statt wie bisher bei Audi bestellen. "Seit dem 1. März 2018 stattet die Schwarz Gruppe ihre Dienstwagenflotte mit BMW-Fahrzeugen aus."

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