Auspuff

Der CO2-Ausstoß auf deutschen Straßen ist wieder gestiegen. - Bild: Pixabay

| von Gabriel Pankow

Tiefe Fjorde, blaues Meer und menschenleere Weite ­– Norwegen hat für Naturliebhaber eine grandiose Natur zu bieten. Die Norweger selbst erkunden ihre Heimat immer öfter mit dem Elektroauto. Im Fjord-Land ist der Marktanteil von Elektroautos und Plug-In-Hybriden auf fast 48 Prozent im ersten Quartal 2018 gestiegen. Laut einer aktuellen Studie des Center of Automotive Management (CAM) ist dabei insbesondere der Anteil reiner Elektroautos  gestiegen.

„In Norwegen wird deutlich, wie schnell sich ein Wandel der Antriebstechnologien vollziehen kann. Grundsätzlich gewinnt die E-Mobilität aber auch in anderen automobilen Kernländern wie Deutschland deutlich an Dynamik“, berichtet Studienleiter Stefan Bratzel. Seine Zahlen belegen das.

Im ersten Quartal 2018 kauften die Deutschen rund 17.500 neue Elektroautos und Plug-In-Hybride. Das ist ein Zuwachs von 70 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des vergangenen Jahres.

Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen heißen Smart Fortwo ED und Smart Forfour ED (zusammen 2.600 verkaufte Modelle), VW e-Golf (1.449), Renault Zoe (1.297) und BMW i3 (1.129).

Mehr Elektroautos auf deutschen Straßen sind eigentlich – lässt man die Energie die Kohlekraftwerke produzieren und dann von den Stromern abgezapft wird außer Acht – gleichbedeutend mit sinkenden CO2-Emissionen. Ein Grund zur Freude für Umweltfreunde. Ja. Eigentlich.

Der CO2-Ausstoß steigt

CAM Stefan Bratzel
Stefan Bratzel ist Leiter des Center of Automotive Management. Zusammen mit seinem Team erstellte er die Studie. - Bild: CAM

Tatsache ist: der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid durch Autos in Deutschland sinkt nicht. Er steigt. "Die CO2-Emissionen steigen um 0,8 Prozent auf jetzt 128,7 Gramm pro Kilometer und weisen dabei im Kernmarkt Deutschland in die falsche Richtung, um die Grenzwerte von 95 Gramm pro Kilometer im Jahr 2020/2021 zu erreichen“, sagt Bratzel. Das Problem: Zwar wachsen die Neuzulassungen von Elektroautos rasant, allerdings nicht rasant genug.

Angst vor Fahrverboten und der Skandal um manipulierte Abgaswerte: Die Neuzulassungen beim Diesel sind im freien Fall. Im März 2018 lag der Marktanteil bei nur noch 31,3 Prozent – ein Viertel unter dem Wert aus dem Vorjahreszeitraum. Die Neuzulassungen von Benzinern steigen hingegen. Der Marktanteil von Autos mit Ottomotor lag zuletzt bei 64 Prozent.

Dabei stoßen Dieselmotoren weniger CO2 aus, als vergleichbare Benziner. Und die lokal emissionsfreien E-Autos sind hierzulande immer noch nicht weit genug verbreitet, um das auszugleichen.

Ihr Marktanteil kann bei Weitem nicht mit dem in Norwegen (48 Prozent) mithalten, er liegt hierzulande bei nun 2 Prozent. Damit ist Deutschland auf einem Niveau mit China. Was die absoluten Zahlen angeht, ist das Reich der Mitte jedoch Lichtjahre entfernt.

Wie oben genannt, verkauften die Autobauer rund 17.500 E-Autos und Plug-In-Hybride hierzulande im ersten Quartal; in China waren es knapp 142.500. Das entspricht einer Steigerung von 154 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Amerikaner lieben ihre Pick-ups

Pick-up in den USA
In Deutschland eine Ausnahmeerscheinung, in den USA ganz normal: Ein großer Pick-up. - Bild: Pixabay

Studienleiter Bratzel sieht die Volksrepublik deshalb als Leitmarkt für Elektromobilität: „In China wird mit substantiellen industriepolitischen Motiven die batterie-elektrische Fahrzeugtechnologie vorangetrieben.“

Nach Absatzzahlen zweitgrößter Markt für E-Autos bleiben die USA. Dort sind die Neuzulassungen um 32 Prozent auf 54.000 Elektroautos und Plug-In-Hybride angestiegen. Ihr Marktanteil kletterte aber nur langsam von 1,0 auf 1,3 Prozent.

Beim Blick auf diese Zahlen werden die norwegischen Elektroautofans allenfalls müde lächeln. Tja, die Amerikaner fahren auf ihren Highways eben am liebsten im Pick-up. Meistverkauftes Auto ist seit Jahren der Ford F-150 Pick-up. Der soll künftig aber auch als Hybrid auf den Markt kommen.

Und weil es selbst für Elon Musk schwer vorstellbar ist, dass die Amerikaner vom Pick-up mit V8-Benziner auf eine Elektrolimousine wechseln, will der Tesla-Chef in den nächsten Jahren ein Elektro-Pick-up produzieren. Der dürfte sich bestimmt auch gut eignen, um Norwegens Weiten zu erkunden. Eine Tesla-Fangemeinde gibt es in dem skandinavischen Land ja bereits.

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