Chevrolet Bolt EV, Produktion

Im Gegensatz zum Tesla Model 3 läuft beim Chevrolet Bolt EV die Produktion reibungslos. - Bild: GM

Es ist nun rund 100 Jahre her. Damals setzte sich Erwin "Cannonball" Baker in sein Auto, um einmal quer durch die USA zu fahren – und das so schnell wie möglich. Sein Ziel: Zuverlässigkeit, Reichweite und Einfachheit des Betankens von Autos mit Benzinmotor zu demonstrieren.

Gut 100 Jahre später setzten sich die beiden Amerikaner Alex Roy und Daniel Zorrila in ein Tesla Model 3, um genau dasselbe zu demonstrieren – nur bei einem Elektroauto. Sie starteten in Redondo Beach, Kalifornien, und erreichten nach 2860 Meilen und 50 Stunden und 16 Minuten New York City. Damit stellten sie einen neuen Rekord für E-Autos beim sogenannten Cannonball-Run – benannt nach Erwin "Cannonball" Baker – auf. Die Kosten fürs Aufladen des Model 3 betrugen gerade einmal 100 Dollar und ein paar Cent.  Es ist eine extreme Demonstration, dass Elektroautos alltagstauglich sind.

Tesla steckt noch in der "Produktionshölle"

1.550 Einheiten des Model 3, eben jenem Rekordfahrt-Modell, hat Tesla im vierten Quartal 2017 abgesetzt. Von einem Volumenmodell kann hier noch keine Rede sein. Der Autobauer steckt derzeit noch in der "Produktionshölle", wie es Tesla-Boss Elon Musk selbst gesagt hat. Erst vor kurzem hat der US-Elektroautohersteller die Produktionsziele für sein Model 3 verschoben. Die Fertigung des Stromers könne erst am Ende des zweiten Quartals 2018 auf wöchentlich 5.000 Fahrzeuge hochgefahren werden, teilte Tesla mit.

Konkurrent General Motors (GM) ist da schon weiter. GM-Tochter Chevrolet verkaufte vom Bolt EV, der dem Model 3 in Preis und Fahrleistungen ebenbürtig ist, rund 23.000 Einheiten im Jahr 2017. 2018 dürften es laut verschiedener Experten nochmal deutlich mehr werden.

Zusammen mit dem Ford Focus EV, dem Nissan Leaf und den Tesla-Modellen Model X und Model S war der Bolt EV laut IHS Markit der wichtigste Wachstumstreiber auf dem amerikanischen E-Auto-Markt.

Rebecca Lindland, Automotive-Expertin bei Kelley Blue Book erklärte gegenüber der US-Zeitung Detroit News, dass die Verkaufszahlen von E-Autos 2017 gegenüber dem Vorjahr zwar gestiegen seien, aber dass die Hersteller beziehungsweise Verkäufer immer nur im gleichen Teich fischten. Sprich: Reine Elektroautos verdrängten kaum Benziner vom Markt. Ein Beleg dafür sind die sinkenden Verkaufszahlen des Chevrolet Volt, einem Plug-In-Hybriden. US-Käufer ließen den Volt links liegen und entschieden sich stattdessen lieber für den batterie-elektrischen Bolt.

Quer durch die USA - Rekordfahrt im Tesla Model 3

Marktanteil dürfte 2018 deutlich wachsen

Doch 2018 dürfte besagter Teich deutlich größer werden, es werde zum Wendepunkt in Sachen E-Mobility. So die Einschätzung des US-Autoportals Edmunds.

Lag der Marktanteil der von Autos mit elektrischen Antriebsstrang (batterie-elektrische Autos und Plug-In-Hybride) 2017 in den USA bei nur 1 Prozent, gehen die Analysten von Edmunds für 2018 von einem Marktanteil von 4 Prozent aus.

Wichtigste Modelle: Alle Teslas sowie Chevy Bolt und Nissan Leaf. Viel wichtiger als die Autos selbst ist für die Experten aber ein anderer Faktor, der zum entscheidenden Wachstumstreiber wird: Die Demographie.

Auch Rebecca Lindland von Kelley Blue Book macht den demographischen Wandel für den großen Wachstumssprung verantwortlich. Denn 2018 und in den folgenden Jahren werden immer mehr Millenials ihren Führerschein machen und zu potenziellen Autokäufern werden.

Gegenüber der Detroit News erklärte Lindland, dass Millenials keine Probleme mit neuen Technologien wie eben der Elektromobilität hätten. Sie wachsen mit Elektroautos so selbstverständlich auf wie mit Smartphone und Internet. Und sie werden E-Autos so selbstverständlich nutzen wie Smartphone und Internet. Um Millenials von E-Autos zu überzeugen, wäre ein Husarenritt im Model 3 quer durch die USA vielleicht gar nicht nötig gewesen.

  • Das Unternehmen Farasis stammt aus China, betreibt aber ein Forschungszentrum im kalifornischen Hayward. Im 1. HJ 2018 verkaufte die Firma Batterien mit einer Leistung von 1,1 Gigawattstunden. Im Ranking liegen sie somit auf Platz 7.Farasis produziert derzeit in China, möchte aber in den kommenden Jahren eine Fertigung in Europa aufbauen. Auf dem Foto zu sehen sind sogenannte NCM-basierte Lithium-Ionen-Pouch-Zellen, die vor allem an den chinesischen Automobilmarkt geliefert werden.  – Bild: Farasis

    Platz 7: Das Unternehmen Farasis stammt aus China, betreibt aber ein Forschungszentrum im kalifornischen Hayward. Im 1. HJ 2018 verkaufte die Firma Batterien mit einer Leistung von 1,1 Gigawattstunden. Im Ranking liegen sie somit auf Platz 7.Farasis produziert derzeit in China, möchte aber in den kommenden Jahren eine Fertigung in Europa aufbauen. Auf dem Foto zu sehen sind sogenannte NCM-basierte Lithium-Ionen-Pouch-Zellen, die vor allem an den chinesischen Automobilmarkt geliefert werden. – Bild: Farasis

  • Platz 6: Aus Südkorea stammt das Unternehmen Samsung SDI. Neben Batterien für Elektroautos produziert die Firma auch Akkumulatoren und Bildschirme. Im 1. Halbjahr 2018 setzte Samsung SDI weltweit Batterien mit einer Leistung von 1,3 Gigawattstunden ab. Im Ranking liegen sie somit auf Platz 6. Produziert werden die Batterien nicht nur in Südkorea und in China, sondern seit 2018 auch in einer dafür umgebauten ehemaligen Fernseher-Fabrik in Göd, Ungarn. Dies soll die Belieferung des europäischen Markts sicherstellen.  – Bild: Samsung SDI

    Platz 6: Aus Südkorea stammt das Unternehmen Samsung SDI. Neben Batterien für Elektroautos produziert die Firma auch Akkumulatoren und Bildschirme. Im 1. Halbjahr 2018 setzte Samsung SDI weltweit Batterien mit einer Leistung von 1,3 Gigawattstunden ab. Im Ranking liegen sie somit auf Platz 6. Produziert werden die Batterien nicht nur in Südkorea und in China, sondern seit 2018 auch in einer dafür umgebauten ehemaligen Fernseher-Fabrik in Göd, Ungarn. Dies soll die Belieferung des europäischen Markts sicherstellen. – Bild: Samsung SDI

  • Platz 5:  Hinter dem Namen AESC verbirgt sich das japanische Unternehmen ‚Automotive Energy Supply Corporation‘. Die Firma wurde 2007 als Joint-Venture von Nissan Motor, NEC und ‚NEC Energy Devices‘ gegründet. Batterien mit einer Leistung von insgesamt 1,8 Gigawattstunden haben im 1. Halbjahr 2018 die Produktionsstätten des Unternehmens verlassen. Das sorgt für Platz 5 im Ranking. Auf dem Bild zu sehen ist CEO Shoichi-Matsumoto. – Bild: AESC

    Platz 5: Hinter dem Namen AESC verbirgt sich das japanische Unternehmen ‚Automotive Energy Supply Corporation‘. Die Firma wurde 2007 als Joint-Venture von Nissan Motor, NEC und ‚NEC Energy Devices‘ gegründet. Batterien mit einer Leistung von insgesamt 1,8 Gigawattstunden haben im 1. Halbjahr 2018 die Produktionsstätten des Unternehmens verlassen. Das sorgt für Platz 5 im Ranking. Auf dem Bild zu sehen ist CEO Shoichi-Matsumoto. – Bild: AESC

  • Platz 4: Das südkoreanische Chemie-Unternehmen LG Chem produziert ebenfalls Batterien für Elektroautos. 2014 unterzeichnete die Firma einen Vertrag mit Siemens, um gemeinsam an der Batterie-Entwicklung zu arbeiten (siehe Foto). Über Ergebnisse der Zusammenarbeit war seitdem aber nichts mehr zu hören. LG Chem verkaufte im 1. Halbjahr 2018 weltweit jedenfalls Batterien mit einer Leistung von 2,8 Gigawattstunden. Im Ranking liegt das Unternehmen damit auf Platz 4. Um den europäischen Markt bedienen zu können, baut LG Chem eine Produktionsstätte in Polen. Der Produktionsstart ist für Ende 2019 geplant. – Bild: LG Chem

    Platz 4: Das südkoreanische Chemie-Unternehmen LG Chem produziert ebenfalls Batterien für Elektroautos. 2014 unterzeichnete die Firma einen Vertrag mit Siemens, um gemeinsam an der Batterie-Entwicklung zu arbeiten (siehe Foto). Über Ergebnisse der Zusammenarbeit war seitdem aber nichts mehr zu hören. LG Chem verkaufte im 1. Halbjahr 2018 weltweit jedenfalls Batterien mit einer Leistung von 2,8 Gigawattstunden. Im Ranking liegt das Unternehmen damit auf Platz 4. Um den europäischen Markt bedienen zu können, baut LG Chem eine Produktionsstätte in Polen. Der Produktionsstart ist für Ende 2019 geplant. – Bild: LG Chem

  • Platz 3: Der Firmenname BYD steht für nichts geringeres als ‚Build your Dreams‘. Der chinesische Mischkonzern BYD will auf jeden Fall den Traum der Elektromobilität erfüllen und baut nicht nur entsprechende Autos oder Elektrobusse. Auch die notwendigen Batterien werden selbst produziert. Firmensitz ist in Shenzhen. Ganze 3,3 Gigawattstunden Leistung bringen die Batterien zusammen, die BYD im 1. Halbjahr 2018 weltweit abgesetzt hat. Im Ranking bedeutet das Platz 3. BYD baut auch Batterien für Gabelstapler. Auf dem Bild zu sehen ist der Messestand auf der Logimat.– Bild: BYD

    Platz 3: Der Firmenname BYD steht für nichts geringeres als ‚Build your Dreams‘. Der chinesische Mischkonzern BYD will auf jeden Fall den Traum der Elektromobilität erfüllen und baut nicht nur entsprechende Autos oder Elektrobusse. Auch die notwendigen Batterien werden selbst produziert. Firmensitz ist in Shenzhen. Ganze 3,3 Gigawattstunden Leistung bringen die Batterien zusammen, die BYD im 1. Halbjahr 2018 weltweit abgesetzt hat. Im Ranking bedeutet das Platz 3. BYD baut auch Batterien für Gabelstapler. Auf dem Bild zu sehen ist der Messestand auf der Logimat.– Bild: BYD

  • Platz 2: Der größte chinesische Batteriehersteller für Elektroautos ist CATL mit Sitz in Ningde. Auch dieser Firmenname ist nur eine Abkürzung und steht für ‚Contemporary Amperex Technology Co. Limited‘. Die Firma produziert auch in Deutschland, in einer Fabrik in der Nähe von Erfurt. Im 1. Halbjahr 2018 hat CATL weltweit Batterien mit einer Leistung von 5,7 Gigawattstunden verkauft. – Bild: CATL

    Platz 2: Der größte chinesische Batteriehersteller für Elektroautos ist CATL mit Sitz in Ningde. Auch dieser Firmenname ist nur eine Abkürzung und steht für ‚Contemporary Amperex Technology Co. Limited‘. Die Firma produziert auch in Deutschland, in einer Fabrik in der Nähe von Erfurt. Im 1. Halbjahr 2018 hat CATL weltweit Batterien mit einer Leistung von 5,7 Gigawattstunden verkauft. – Bild: CATL

  • Platz 1: Knapp davor liegt jedoch der japanische Batteriehersteller Panasonic. Das mag auch daran liegen, dass Panasonic Tesla beliefert und eng mit dem US-amerikanischen E-Auto-Produzenten kooperiert. So betreibt Panasonic eine eigene Zellfertigung in Elon Musks Gigafactory in Nevada, USA. Im 1. Halbjahr 2018 hat Panasonic weltweit Batterien mit einer Leistung von 5,9 Gigawattstunden verkauft. Somit ist das Unternehmen nach wie vor der größte Batteriehersteller für Elektroautos weltweit. Gegenüber dem Ranking aus dem Jahr 2015 – bei dem Panasonic noch mit Abstand vorne lag – hat das Unternehmen aber Marktanteile eingebüßt. Denn gerade der Zweitplatzierte CATL ist Panasonic schon ziemlich nahegekommen. – Bild: Panasonic

    Platz 1: Knapp davor liegt jedoch der japanische Batteriehersteller Panasonic. Das mag auch daran liegen, dass Panasonic Tesla beliefert und eng mit dem US-amerikanischen E-Auto-Produzenten kooperiert. So betreibt Panasonic eine eigene Zellfertigung in Elon Musks Gigafactory in Nevada, USA. Im 1. Halbjahr 2018 hat Panasonic weltweit Batterien mit einer Leistung von 5,9 Gigawattstunden verkauft. Somit ist das Unternehmen nach wie vor der größte Batteriehersteller für Elektroautos weltweit. Gegenüber dem Ranking aus dem Jahr 2015 (siehe unten) – bei dem Panasonic noch mit Abstand vorne lag – hat das Unternehmen aber Marktanteile eingebüßt. Denn gerade der Zweitplatzierte CATL ist Panasonic schon ziemlich nahe gekommen. – Bild: Panasonic