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Das TOP-Industrie-Forum vermittelt, wie Unternehmen der verarbeitenden Industrie durch nachhaltiges Wirtschaften profitabler werden. - Bild: Fotolia, malp

Die Unternehmen der verarbeitenden Industrie in Deutschland setzen verstärkt auf Nachhaltigkeitsmanagement. So ist eine Nachhaltigkeitsstrategie beispielsweise für Procter & Gamble wichtig. „Wir haben die Vorgabe, ein Zero-Landfill-Werk zu werden“, sagte die Werkleiterin von Procter & Gamble in Crailsheim, Ilkay Ormandy, gegenüber ‚Produktion‘, „das heißt, keinen Deponiemüll zu erzeugen.“

Bei ihnen entstehe nur Müll, der recycelt werden kann: „Wir verkaufen diesen oder recyceln ihn selbst“, erläuterte die Managerin. Auch gibt es konkrete Unternehmensziele, wie stark der Energieverbrauch gesenkt und die Kohlenstoffdioxid-Emissionen reduziert werden müssen. Verantwortlich für diese Nachhaltigkeitsmanagement in dem Crailsheimer Werk ist ein Sustainability-Manager.

Wenn Unternehmen eine Nachhaltigkeitsstrategie haben, können sie ihre Gewinnmarge steigern und ihre Geschäftsrisiken mindern. Das ergab eine Untersuchung der Boston Consulting Group (BCG) über den Einfluss von ökologischem und sozialem Engagement auf die wirtschaftliche Performance und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.

Nachhaltigkeitsmanagement könne dazu beitragen, Innovationen im Unternehmen voranzutreiben und kosteneffizientere Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Die Analysten stellten fest, dass die Integration ökologischer und sozialer Tätigkeiten in die Unternehmensstrategie und die damit einhergehende Einbindung in Netzwerke für Corporate Social Responsibility Unternehmen auch Türen zu neuen Märkten öffnen könne.

Zudem könne sich die Reduktion von Risiken wie zum Beispiel Arbeitsunfällen durch die Einführung einheitlicher Sozial- und Arbeitsstandards längerfristig vorteilhaft auf die Akquise von Kunden und Investoren auswirken. Diese positiven Effekte führen laut der BCG-Studie dazu, dass bei Unternehmen mit Nachhaltigkeitsstrategie und CSR-Strategie im Vergleich zu Unternehmen ohne eine derartige Strategie höhere Gewinnmargen festgestellt werden.

Firmen mit Nachhaltigkeitsstrategie erzielen höhere Gewinnmargen

Wie die unterschiedlichen Branchen der verarbeitenden Industrie ihre Nachhaltigkeitsstrategie umsetzen, wird der Verlag Moderne Industrie beim TOP-Industrie-Forum ‚Das nachhaltige Unternehmen: Zwischen Ökonomie und Ökologie‘ zeigen. Prominente Vertreter aus dem Management von Unternehmen der Branchen Automotive, Maschinenbau und Elektronik werden erläutern, wie sie durch Nachhaltigkeitsmanagement profitabler werden und Risiken senken.

Gastgeber des TOP-Industrie-Forum am 24./25. Oktober 2018 ist der Kunststoffverarbeiter Pöppelmann in Lohne (Oldenburg). Das von dem ehemaligen Fabrik-des-Jahres-Sieger Torsten Ratzmann geleitete Unternehmen setzt in vier Bereichen auf Nachhaltigkeit: in der Produktion, in der Supply Chain, beim kontinuierlichen Verbesserungsprozess und beim Umgang mit Mitarbeitern und Kunden.

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Pöppelmann zeigt bei dem TOP-Industrie-Forum 2018 in Lohne, wie Nachhaltigkeit bei dem Kunststoffproduzenten umgesetzt wird. - Bild: Pöppelmann

„Wir werden unterschiedliche Aspekte des Themas Nachhaltigkeit beleuchten – so wie wir es umsetzen und wie wir Nachhaltigkeit verstehen“, sagte Ratzmann. „Nachhaltigkeit natürlich einmal im Sinne von Ressourcen-, Material- und Energie-Effizienz, aber auch Nachhaltigkeit im Bereich Führung, Umwelt und Gemeinschaft.“

Pöppelmann zeigt, wie wichtig Nachhaltigkeit auch in der Führung ist

Nachhaltigkeit in der Führung sowie beim Umgang mit den Menschen, die in dem Unternehmen arbeiten, seien wichtige Güter, sagte der CEO von Pöppelmann. „Wir alle ringen um Talente für die Zukunft und auch dabei geht es darum, nachhaltig für das Unternehmen gewisse Dinge aufzusetzen“, so Ratzmann. „Wir wollen gerne zeigen, wie wir das tun: mit verschiedensten Ansätzen im Rahmen von Ausbildung und Trainings, aber auch mit anderen Aktivitäten, die wir rund um das Thema haben.“

Ratzmann wird auch darlegen, wie man die Mitarbeiter für einen Veränderungsprozess im Rahmen des Nachhaltigkeitsmanagement motivieren kann. Am Anfang stehe dabei die Grundhaltung der Beschäftigten: „Ist ein Grundverständnis vorhanden für diese Themen?“, fragte der Unternehmenschef. Dann lasse sich ein Verbesserungsprozess einleiten.

Auf die Frage, was Nutzer von Produktion.de am meisten an dem Thema Nachhaltigkeit in der Industrie interessiert, hatten 32% geantwortet, dass sie eine Balance zwischen Ökonomie und Ökologie erzielen wollen. Kurz dahinter folgen mit 31 % diejenigen, die das Ziel haben, Energie- und Materialkosten in ihrem Unternehmen zu senken. Einen höheren Umsatz und Gewinn durch Nachhaltigkeit versprechen sich 11 % der Befragten, und 9 % sagen, sie möchten die Emissionen senken, um die Umwelt nicht über Gebühr zu belasten.

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Produktion fragte seine Online-Leser, was sie an dem Thema Nachhaltigkeit interessiert. - Bild: www.produktion.de

Beim TOP-Industrie-Forum wird Ratzmann demonstrieren, wie Pöppelmann sowohl im Bereich Energie- und Materialeffizienz als auch beim Verbesserungsprozess Fortschritte erzielt. Ein Beispiel ist dabei das Produkt Blumentopf, das der Kunststoffverarbeiter neben Zulieferteilen für die Automobil-, Luftfahrt- und Maschinenbau-Industrie herstellt. „Der Blumentopf ist ein hochtechnisches Produkt“, sagte der CEO. Es komme auf die Form an, die Geometrie, welche Löcher er hat und wie die Wasseraufnahme ist, damit eine Pflanze darin gut wachsen kann.

Dieses Produkt produziert der Kunststoffverarbeiter effizient: Es gehe darum, diesen Blumentopf möglichst schnell, energiesparend und mit wenig Materialeinsatz zu fertigen, so Ratzmann. Und das möglichst aus Material, das recycelt wurde.

Wie dieses Kunststoff-Recycling funktioniert, zeigt Pöppelmann auch im Rahmen einer XXL-Werksführung am 24.10.: In Holdorf wird das Material im Grünen Sack angeliefert, das durch die eigene Compoundierung geschleust wird. Der Kunststoffverarbeiter stellt daraus Granulat her, das in der Fertigung verwendet wird. Zunächst produziert das Unternehmen daraus Folien, bevor diese für die Fertigung der Blumentöpfe verwendet werden.

„Beim Recycling des Kunststoffs gab es ja lange das Problem, ob man die physikalischen Eigenschaften des recycelten Kunststoffs erhalten kann,“ sagte Ratzmann. Wenn man verstärkte Kunststoffe wie zum Beispiel glasfaserverstärkte Kunststoffe hatte, stellte sich die Frage, wie sich das physikalisch auf das Endprodukt auswirkt. Es hatte in der Automobilindustrie große Widerstände gegeben, bis man überhaupt angefangen hat, erste Prozesse an Recyclaten zuzulassen.

„Da es unzählig verschiedene Kunststofftypen gibt, muss man beim Aufbereiten aufpassen“, warnte Ratzmann. Dort müsse man im Gegensatz zum Metall ganz andere Ansätze finden. Künftig sei es wichtig zu wissen, wie man verschiedene Kunststofftypen unterscheidet und ob es Additive gibt, die man durch bestimmte Lichtquellen trennen kann, sagte der Chief Executive Officer. In diesem Bereich seien noch weitere Entwicklungsanstrengungen nötig.

Bei der XXL-Werksführung gibt es Zutritt zur Reinraumfertigung

Bei der XXL-Werksführung lernen die Kongress-Teilnehmer auch die Automotive-nahe Fertigung von Pöppelmann, die Produktion von Medizintechnik- und Verpackungsteilen sowie die Reinraumfertigung, in die normalerweise keine externen Industrievertreter Zutritt haben, kennen.

Eine wichtige Rolle wird bei dem Forum auch das Thema Energiemanagement spielen. Dort lernen die Teilnehmer, wie sie durch ein systematisches Vorgehen ihren Energieverbrauch erfassen, diesen einzelnen Prozessen zuordnen, Verschwendung reduzieren und somit Kosten senken können.

Das erwartet Sie beim TOP-Industrie-Forum: "Das nachhaltige Unternehmen: Zwischen Ökonomie und Ökologie"

Von den Besten lernen: Lernen Sie von Top-Sprechern, u.a. von Daimler, Weidmüller und Phoenix Contact, wie Sie durch nachhaltige Produktion Ihre Kosten senken.

Erleben, Verstehen, Anwenden: Bei der XXL-Werksführung können Sie sich mit Pöppelmann-CEO Torsten Ratzmann persönlich austauschen und so verstehen, wie Sie durch ressourcenschonendes Management Ihr Image positiv beeinflussen.

Blick über den Tellerrand: Ein Thema – mehrere Branchen: Sie lernen anhand von Best Practices u.a. aus Kunststoffverarbeitung, Maschinenbau, Elektronik- und Automobilindustrie, wie Sie Lieferketten nachhaltig gestalten und so Ihren Unternehmenswert steigern.

Informieren Sie sich jetzt und machen Sie Nachhaltigkeit zum Vorteil für Ihr Unternehmen!