Toyota-Europe-CIO Masai: Wollen nicht alles automatisieren

Produktion: Herr Masai, wie muss sich Ihrer Meinung nach die Führung bei Toyota Motor Europe verändern in Zeiten von Industrie 4.0?

Pierre Masai: "Wenn die Führung auf dem richtigen Pfad ist, immer lernt und fragt, was die Mitarbeiter wissen, was die jungen Leute machen, was die älteren Mitarbeiter vielleicht nicht getan haben – wenn die Führung so funktioniert, dann muss sie sich nicht ändern.

Die Fachwissen ändert sich und das Unternehmen muss neue Wege gehen. Das sind die Änderungen, die derzeit passieren. Aber diese Änderungen gab es schon immer.

Also, die Führung muss weiter die Mitarbeiter motivieren zu lernen und auch akzeptieren, dass ihre Angestellten Wissen ansammeln, das die Führungskräfte nicht haben. Dabei gehen die Führungskräfte einen Teil des Weges zusammen mit ihren Mitarbeitern. Wenn man in einem Unternehmen tätig ist, in dem die Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz Innovationen realisieren können, dann ist es natürlich einfacher.

Aber natürlich benötigen die Führungskräfte heute ganz andere Fähigkeiten als in der Vergangenheit. Das beobachten wird ganz klar.

Informationstechnik-Unternehmen werden immer mehr zu Konkurrenten von uns, was es in der Vergangenheit nicht gab. Durch die Themen autonomes Fahren und weitere neue Technologien spielt Informationstechnik eine viel größere Rolle im Kerngeschäft von Toyota, als das vorher der Fall war.

So haben wir zum Beispiel eine Investition von einer Milliarde US-Dollar in dem Toyota Research Institute in Nordamerika getätigt, um an den Themen Roboter, autonomes Fahren und weiteren zu forschen."

Produktion: Wie sieht denn der Pfad von Toyota Motor Europe in Richtung Industrie 4.0 aus?

Masai: "So wird das in Deutschland genannt. Wir sprechen über das Internet of Things und so weiter – das sind Dinge für uns, die Fortschritt bedeuten. Aber wir wollen das immer mit dem Mensch im Zentrum machen. Und wir wollen auch nicht, dass alles automatisiert wird nur der Sache wegen. Das heißt, wir wollen automatisieren, wo es Sinn macht. Und wir haben den Eindruck, dass es manchmal einen Hype gibt, alles zu automatisieren. Wir sehen das nicht so.

Wir schauen zuerst, wo es es Sinn macht. Dann starten wir Pilotprojekte im Bereich Automatisierung.

Aber wir tun es nicht überall gleichzeitig. Das ist ein Unterschied zu anderen Unternehmen, die versuchen, systematisch überall zu automatisieren, ohne darüber nachzudenken, ob dieser Schritt nun richtig oder nicht ist. Machen diese Firmen es nur, weil jeder darüber spricht und nicht, weil sie es brauchen?

"Toyota hat seinen eigenen Weg in diesem Fall."

Toyota Motor Europe-CIO Pierre Masai zum Thema Industrie 4.0

Aber ich sage natürlich nicht, dass es nicht sehr wichtige Fortschritte gibt, die wir zur Kenntnis nehmen müssen. Wir haben zum Beispiel viel von dem, was in Deutschland umgesetzt wurde, analysiert, um zu lernen, was für Toyota Sinn macht oder nicht. Aber Toyota hat seinen eigenen Weg in diesem Fall."

Produktion: Welche Pilotprojekte haben Sie schon realisiert?

Masai: "Zum Beispiel im Bereich Predictive Maintenance haben wir Pilotprojekte umgesetzt und es gibt auch Pilotprojekte, die ich nicht nennen darf. Wir haben hunderte Pilotprojekte global gestartet, auch sehr viele in japanischen Werken sowie in dem Werk in Mexiko und in Tschechien und England."

Erleben Sie, wie Führung in die Industrie 4.0 funktioniert - bei Rohde & Schwarz auf dem TOP Transfer Forum 2017!

Das TOP-Transfer-Forum 2017 steht unter dem Motto "Das agile Unternehmen: Menschen, Maschinen, Methoden".

Kommen Sie am 20. und 21. September nach Teisnach zu Rohde & Schwarz und erleben Sie Best Practice live im Werk. Zukunftsweisende Impulsvorträge und Paneldiskussionen zum Thema Führung in die Industrie 4.0 sowie interaktive Praxis-Workshops unserer Partner runden das Programm ab.

Wenn Sie am Kongress teilnehmen wollen, dann klicken Sie hier!