Trefz GmbH
Die Trefz Gmbh hat die "Funktionszeit" eingeführt. - Bild: Trefz GmbH

Wie sich kleine Unternehmen durch Arbeitszeitflexibilisierung an gestiegene Marktschwankungen anpassen können, zeigt die 25 Mitarbeiter starke Trefz GmbH. Der Hersteller von Präzisionsteilen hat ein flexibles Arbeitszeitmodell eingeführt, das die privaten Belange der Mitarbeiter berücksichtigt und gleichzeitig den betrieblichen Anforderungen gerecht wird.

Dazu wurde die "Funktionszeit" eingeführt, in der sich die Belegschaft eigenverantwortlich selbst organisiert. Nicht Schichtpläne, sondern Liefertermine und effiziente Maschinenlaufzeiten entscheiden dabei über die Anwesenheit der Mitarbeiter.

"Als reiner Lohnfertiger unterliegen wir noch größeren Schwankungen als unsere Kunden. Umsatzschwankungen von einem Jahr zum anderen von 30 Prozent sind keine Seltenheit", erklärt Firmenchef Uwe Trefz. Durch die Neuregelung der Arbeitszeit würden die Mitarbeiter viel besser eingesetzt. "Die Leute gehen darauf ein. Hier hat sich zu meiner Überraschung eine sehr positive Eigendynamik entwickelt", ergänzt Trefz.

Insgesamt zeigt sich laut Trefz seit Einführung des Modells ein Anstieg der Produktivität und der Qualität: Durch die von nun an vorrangig durch Freizeit ausgeglichen Überstunden entfällt die zusätzliche finanzielle Vergütung. Der verbesserte Einsatz der Mitarbeiter je nach Kompetenz zeigt eine Qualitätsverbesserung, insbesondere durch die Vermeidung von Fehlern. Das neue Arbeitszeitmodell bringe somit einen wirtschaftlichen Vorteil für das Unternehmen, aber auch eine Verbesserung in der Flexibilität für die Mitarbeiter.

Das bedeutet Funktionszeit:

Das Funktionszeitmodell ist eine Variante des Gleitzeitmodells und wird auch als "variable Arbeitszeit" oder als "zeitautonome Arbeitsgruppe" bezeichnet. Es sieht keine verpflichtenden Anwesenheitszeiten (Kernzeit) mehr für jeden einzelnen Mitarbeiter vor, sondern definiert betrieblich vereinbarte Funktionszeiten, zu denen die einzelnen Betriebsbereiche funktionsfähig sein müssen.

Abgesehen von dieser Vorgabe regelt die Arbeitsgruppe bzw. das Team Dauer und Lage der Arbeitszeit ebenso autonom wie z.B. Urlaub oder Anwesenheitszeiten an bestimmten Tagen etc.. Das Funktionszeitmodell ermöglicht in Absprache auch ganze freie Tage, da im Mittelpunkt weniger die Anwesenheitszeit des einzelnen Mitarbeiters als vielmehr das Arbeitsergebnis des Teams steht. Solange das in Abstimmung mit den Vorgesetzten erreicht wird, haben die Beschäftigten innerhalb des Tarifund Arbeitszeitrechts die Möglichkeit, alles zu vereinbaren, worauf sie sich einigen können.