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Bis 2019 werden mehr als 1,4 Million neue Industrie-Roboter weltweit in den Fabriken installiert, prognostiziert die International Federation of Robotics in ihrem neuen Welt-Roboter-Report 2016. - Bild: ABB Stotz

Der chinesische Robotermarkt boomt. 30 % mehr Industrieroboter als 2015 werden die Unternehmenslenker aus dem Reich der Mitte in diesem Jahr aus dem weltweiten Roboterangebot einkaufen, prognostiziert die International Federation of Robotics in ihrem brandneuen Welt-Roboter-Report 2016. Das entspricht 89 180 Robotern. Damit setzen die Roboterhersteller in China mehr Geräte ab als auf allen europäischen Märkten zusammen, wo 2015 50 100 Einheiten verkauft wurden.

Allerdings erwerben die chinesischen Firmen nicht so viele Roboter, wie sie eigentlich müssten, um das selbstgesteckte Ziel einer Roboterdichte von 150 Einheiten bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Denn dann müssten jährlich 600 000 bis 650 000 neue Industrie-Roboter in China installiert werden. Die Chinesen hatten das Ziel in ihrem 10-Jahres-Plan „Made in China 2025“ fixiert, mit dem sie zu einer technologischen Top-Industrienation aufsteigen wollen.

Südkorea und Japan folgen bei Roboterkäufen auf China
Platz 2 und 3 der größten Absatzmärkte für Industrie-Roboter nehmen Südkorea und Japan ein. Südkorea, das mit 531 Robotern pro 10 000 Arbeitnehmern bereits die weltweit höchste Dichte an installierten Robotern hat, steigerte seine Käufe in diesem Bereich nochmals um 55 %. Und Japan um 20 %.

Viertgrößter Absatzmarktmarkt für die High-Tech-Geräte sind die USA, wo im Jahr 2015 5 % mehr Einheiten verkauft wurden. In der  gesamten Freihandelszone NAFTA (USA, Kanada und Mexiko) stieg die Zahl der neu installierten Industrie-Roboter um 17 % auf 36 000 Einheiten. Bei vergleichsweise deutlich geringerer Stückzahl legte die Nachfrage in Kanada um 49 % (5 466 Einheiten) und in Mexiko um 119 % (3 474 Einheiten) zu. Das IFR rechnet für Nordamerika mit einem jährlichen Wachstum zwischen 5 und 10 % bis 2019.

In Europa ordern vor allem Unternehmen in Zentral- und Osteuropa verstärkt Roboter, dort stieg der Absatz 2015 um 25 %. In Tschechien erhöhte sich die Zahl der neu installierten Einheiten zwischen 2010 und 2015 um jährlich 40 %, in Polen um 26 %.

Laut IFR sind die Staaten der EU im globalen Vergleich in der Automation weit entwickelt. Unter den Top 10-Nationen mit den meisten Industrierobotern pro 10 000 Arbeitnehmer gehört jedes zweite Land der Europäischen Union an. Die Roboterdichte in den großen westeuropäischen Volkswirtschaften liegt aktuell noch deutlich vor der in China. In Deutschland beträgt dieser Wert beispielsweise 301, in China 49.

In Deutschland gab es 2015 jedoch nur ein leichtes Wachstum bei den neu installierten Robotern: von 20 051 auf 20 105 Einheiten. Die deutschen Roboter-Hersteller erhöhten zwar ihre Exporte 2015 um 6 %, die Produktion ging jedoch um 5 % zurück. Gleichzeitig wuchsen die Roboter-Importe um 13 %.

2016 soll der Verkauf von Robotern in Deutschland laut IFR nur leicht wachsen oder auf dem Niveau von 21 000 Einheiten stagnieren. Zwischen 2017 und 2019 soll die Nachfrage hier zu Lande um 5 bis 10 % ansteigen, weil die Firmen im Bereich allgemeiner Industrie und Automotive Investitionsbedarf hätten.

Bei den technologischen Trends konzentrieren sich die Firmen in Zukunft auf die Mensch-Maschine-Kollaboration, vereinfachte Anwendung und Leichtbau-Roboter. Dazu kommen Zwei-Arm-Roboter, mobile Lösungen und die einfachere Integration von Robotern in bestehende Umgebungen.

Das IFR prognostiziert, dass 2016 die Zahl der weltweit neu installierten Industrie-Roboter um 14 % auf 290 000 steigen wird. Für 2017 bis 2019 rechnet der Verband mit einem globalen jährlichen Wachstum um 13 %.