| von Dietmar Poll

In der Fabrik der Zukunft sind alle Maschinen und Systeme mobil und modular, jederzeit lassen sich Produktionslinien hinzufügen oder erweitern. Fahrerlose Transportsysteme (AGVs) sorgen dafür, dass alle Waren dorthin gelangen, wo sie benötigt werden. Die Basis dafür: Ein intelligenter Boden als weiterer Baustein von Industrie 4.0.

Sollen auf herkömmlichen Böden Geräte umgestellt werden, müssen entweder neue Kabelkanäle bündig in den Boden eingelassen oder die Kabel gar auf der Oberfläche verlegt werden. Bosch Rexroth und dessen Partner Weidmüller arbeiten an einem Bodensystem, das Geräte und Maschinen erkennt und verwaltet, Daten mit ihnen austauscht und sie nicht nur mit Strom versorgt, sondern auch mit Kühlwasser, Druckluft oder Schmierstoffen.

Industrie 4.0 um intelligente Komponente erweitert

Javier Stillig, Engineering and Solutions for Factory of the Future bei Bosch Rexroth erklärt dazu: "Der Boden wird aus ein Quadratmeter großen Modulplatten zusammengesetzt. Jede von ihnen besitzt ihr eigenes Steuerungssystem. Ein übergeordnetes Steuerungssystem in der Produktionshalle oder in der Cloud, der Grid Controller, berechnet die Anforderungen anstehender Aufträge."

Da jede Platte die auf sie einwirkende Kraft kontinuierlich überwacht, kann der Boden auf äußere Umstände reagieren und beispielsweise dafür sorgen, dass fahrende Transportgeräte anhalten oder ausweichen, wenn sich ein anderes Objekt nähert.

Die komplette Info über den intelligenten Boden

Sie wollen mehr über den intelligenten Boden erfahren? Warum er beispielsweise auch eine Wiegefunktion beinhaltet. Oder über eine redundante Energieversorgung verfügt. Dann lesen Sie diesen Beitrag in unserem Schwesterportal KE next.

Redundanter Aufbau der Stromversorgung

Während der laufenden Produktion markieren Leuchtstreifen die Wege und Arbeitszonen für Bediener und leiten die AGVs durch die Fabrik. Um weitere Produktionsanforderungen wie Wasser-, Druckluft- und Schmiermittelversorgung zu berücksichtigen, verfügt die intelligente Oberfläche über einen Doppelboden. In dessen Zwischenraum werden die nötigen Versorgungsleitungen verlegt.

Apropos Versorgung: Es gibt einen redundanten Aufbau der 24-Volt-Stromversorgung. Die Planung der Bodenelektrifizierung fällt in das Aufgabengebiet von Weidmüller, wie Deppermann darstellt. "Dazu haben wir unser modulares Fieldpower-System integriert, in dem die komplette Elektronik sitzt."

Industrie 4.0 reicht ins Feld und in den Untergrund

"Wir haben festgestellt, dass die Produktion wesentlich einfacher und reibungsloser funktioniert, wenn mehr Intelligenz aus den Geräten und Maschinen in den Boden verlagert wird, auf dem sie stehen. So können etwa die AGVs auf komplexe Ortungssysteme, große Akkus und leistungsstarke Computer verzichten – sie benötigen lediglich eine Steuereinheit", sagt Stillig.

Dank dieser könnten sie in einem dynamischen Spursystem aus integrierten LEDs navigieren und würden wie an einer 'elektronischen Hundeleine' geführt.

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