In der Werkzeugmaschinenindustrie geht es seit Jahren aufwärts und noch ist kein Einbruch in Sicht. Deutschland gehört dabei zu den Top-Anbietern von Werkzeugmaschinen, was sich auch 2017 wieder bestätigt hat. Dies spiegelt sich auch in unserem traditionellen Ranking wider: Zehn der Top 15 Werkzeugmaschinenhersteller sind deutsche Unternehmen und sie alle konnten im vergangenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus verzeichnen.

"Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie stellt einen Produktionsrekord nach dem anderen auf", so Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken). Im Jahr 2017 konnte die Branche um 4 Prozent zulegen und konnte ein Produktionsvolumen von knapp 16 Milliarden Euro realisieren.

Mit großem Abstand an der Spitze des Werkzeugmaschinen-Rankings für 2017 steht auch in diesem Jahr erneut die DMG Mori AG, die ein weiteres Umsatzplus von 4 Prozent verzeichnen konnte. Der Umsatz lag bei 2348 Millionen Euro, der Auftragseingang mit 2754 Millionen Euro, war der bisher höchste in 147 Jahren Unternehmensgeschichte. "DMG Mori ist auf Kurs und für die Zukunft gut aufgestellt", erläutert Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender der DMG Mori AG. "Mit der Konzentration auf das Kerngeschäft und dem Ausbau strategischer Zukunftsfelder haben wir die richtigen Maßnahmen getroffen und erfolgreich umgesetzt."

GROB, G600F, Laengstraeger
Produktionsrekorde sind in der Werkzeugmaschinen-Branche momentan keine Seltenheit. Hier ein Blick in eine der sehr gefragten Maschinen von Grob. - Bild: Grob

Ebenfalls unverändert ist die Platzierung der Grob-Werke auf Rang 2. Mit 1540 Millionen Euro erzielte das Mindelheimer Unternehmen im Geschäftsjahr 2017/18 einen um über 18 Prozent höheren Umsatz als im vorherigen Geschäftsjahr.

Auch für die Zukunft fühlt man sich bei Grob gewappnet, wie German Wankmiller, Vorsitzender der Geschäftsführung, berichet: "Unerheblich, welche Ausprägungen und Verteilungen der Technologien in den Fahrzeugen der Zukunft kommen werden, Grob ist stets in der Lage, für die Antriebstechniken der Zukunft die richtigen Prozesse und Produktionsanlagen zu liefern."

Den dritten Platz im Ranking sichert sich in diesem Jahr die United Grinding Gruppe, die 2017 über 600 Millionen Euro Umsatz machte. Einen genauen Betrag gibt das Unternehmen nicht bekannt.

Die Emag Gruppe rutscht infolge des Aufstiegs von United Grinding auf Platz 4, trotz einer Steigerung von 7 Prozent auf einen Umsatz von 590 Millionen Euro.

Auch die Heller Gruppe blieb 2017 auf Erfolgsspur und übertraf die gesetzten Ziele. Der Nürtinger Werkzeugmaschinenbauer machte einen Umsatz von 577 Millionen Euro. Dazu beigetragen haben insbesondere Kurbelwellenmaschinen, Beschichtungsprojekte, der Umbau von Produktionssystemen und das deutlich verbesserte Einzelmaschinengeschäft.

"Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie stellt einen Produktionsrekord nach dem anderen auf", sagt Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW (Verein deutscher Werkzeugmaschinenfabriken).

Nachdem bei der Index Gruppe der Umsatz 2016 um 10 Prozent gefallen war, kann der Anbieter von Dreh- und Fräslösungen 2017 eine Steigerung um 14 Prozent verzeichnen. Mit einem Umsatz von 470 Millionen Euro reicht das für Platz 6 im Ranking. Noch deutlicher gestiegen ist der Auftragseingang, bei dem ein Plus von rund 30 Prozent erreicht wurde.

Direkt dahinter findet sich ein weiteres baden-württembergisches Unternehmen: Die Chiron Gruppe konnte einen Umsatz von 466 Millionen Euro erwirtschaften. Darin sieht der Spezialist für CNC-gesteuerte, vertikale Fräs- und Drehbearbeitungszentren eine solide Basis. "Wir zielen darauf ab, unser Wachstum in den nächsten Jahren mit innovativen Produkten, neuen Fabriken in China und Deutschland sowie modernen Software-Lösungen zu beschleunigen", schildert Markus Flik, CEO der Chiron Gruppe.

"Wir zielen darauf ab, unser Wachstum in den nächsten Jahren weiter zu beschleunigen", sagt Markus Flik, CEO der Chiron Gruppe.

Der Gosheimer Fräsmaschinen-Hersteller Hermle verzeichnete 2017 ein leichtes Umsatzplus von 2 Prozent und landet mit 402 Millionen Euro auf Rang 8. Der Vorstand führt diesen erfolgreichen Geschäftsverlauf auf ein positives Marktumfeld und das anwenderorienterte Angebotsspektrum von Hermle zurück.

Auf Rang 9 folgt Niles Simmons Hegenscheidt mit einem Umsatz von 380 Millionen Euro. Dies ist laut dem Unternehmen auf die erfolgreichen Aktivitäten im Turnkey-Bereich zurückzuführen. Den letzten Platz in den Top 10 sichert sich die Starrag Gruppe. Das Schweizer Unternehmen erreichte 2017 einen Umsatz von 355 Millionen Euro, was ein Plus von 9 Prozent bedeutet.

"Die erfolgreiche Entwicklung der Vorjahre hielt für SW auch 2017 an - mehr noch konnten wir einen neuen
Umsatzrekord vermelden", sagt Reiner Fries, Geschäftsführer Vertrieb bei Schwäbische Werkzeugmaschinen

Mit 305 Millionen Euro konnte das Unternehmen Schwäbische Werkzeugmaschinen einen neuen Umsatzrekord vermelden. "Die erfolgreiche Entwicklung der Vorjahre hielt für SW auch 2017 an", berichtet Reiner Fries, Geschäftsführer Vertrieb bei der Schwäbische Werkzeugmaschinen GmbH. "Am Hauptsitz in Waldmössingen hat sich SW mit einem neuen Verwaltungsgebäude und dem Kauf weiterer Nutzflächen deutlich vergrößert."

Auch für das laufende Jahr sähen die Prognosen ebenfalls vielversprechend aus. "Die Gründung neuer Tochtergesellschaften in Europa und Erweiterungen in China werden außerdem zu weiterem Wachstum beitragen", so Fries.

Die Fräsmaschinensparte des Georg Fischer Konzerns verbleibt wie im Vorjahr auf Rang 12. GF Milling erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 281,8 Millionen Euro.

An dreizehnter Stelle folgt Liebherr Verzahntechnik. Der Umsatz der Werkzeugmaschinen und Automationssysteme Sparte der Unternehmensgruppe Liebherr betrug 237 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 8 Prozent. "Das Wachstum wurde hauptsächlich in den Regionen Asien und Amerika erzielt", schildert Michael Schuster, Geschäftsführer der Liebherr-Verzahntechnik GmbH. "Im aktuellen Geschäftsjahr erwarten wir nochmals eine Steigerung des Umsatzes, vor allem auch wieder in den beiden vorgenannten Regionen."

Das sind die 15 größten europäischen Hersteller spanender Werkzeugmaschinen. Bis auf eine Ausnahme konnten sie alle im Jahr 2017 ihren Umsatz steigern.
Das sind die 15 größten europäischen Hersteller spanender Werkzeugmaschinen. Bis auf eine Ausnahme konnten sie alle im Jahr 2017 ihren Umsatz steigern. - Bild: Produktion

Mikron verzeichnete als einziges der im Ranking aufgeführten Unternehmen einen Rückgang des Umsatzes, und zwar fiel dieser 2017 um 8 Prozent auf 218 Millionen Euro. Ursache dessen waren laut Mikron vor allem Bestellungen, die von Kunden in das Jahr 2018 verschoben wurden. Dennoch schafft es der Hersteller von Fertigungslösungen auf Platz 14.

Ebenfalls noch einen Platz im Ranking hat sich die österreichische Emco Group gesichert. Im Geschäftsjahr 2017/2018 erwirtschaftete diese einen Umsatz von rund 178 Millionen Euro, was einem Wachstum von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Branche auch 2018 auf Kurs

Auch im ersten Halbjahr 2018 stiegen die Umsätze weiter im Vergleich zum Vorjahr - in Deutschland sogar um 13 Prozent. Diese Entwicklung stützt die VDW-Prognose, die für 2018 einen Zuwachs von insgesamt 7 Prozent vorhersagt. Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie kann das Rekordauftragsniveau also halten.

Im Zuge dessen waren auch die Kapazitäten sehr gut ausgelastet, im Sommer lag die Auslastung bei 93,7 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten erreicht mit fast 73 700 Mitarbeitern ebenfalls ein Rekordhoch.

Wenn Brexit, Handelskrieg und Sanktionsandrohungen nicht doch noch dazwischen kommen, ist die Branche also auf einem guten Weg.

Unser Ranking verdeutlicht den Aufwärtstrend. Auch 2018 scheint es so weiter zu gehen. "Zum einen wächst die Weltwirtschaft kräftig, zum anderen soll der internationale Werkzeugmaschinenverbrauch zulegen", erläutert Prokop vom VDW diese Prognose. Der VDW erwartet, dass die deutschen Hersteller 2018 erstmals die 16-Milliarden-Euro-Marke überschreiten.

Umsatz-Ranking: Die Top 20 des deutschen Maschinenbaus 2017

Die Managementberatung Oliver Wyman und Produktion präsentieren die 20 erfolgreichsten Unternehmen im deutschen Maschinen- und Anlagenbauer 2017. Hier geht es zum Umsatz-Ranking.