Op-Manipulator Da Vinci, ein Roboter, der vom Operateur gesteuert wird.
Eigentlich handelt es sich bei dem System Da Vinci um keinen Roboter, sondern um einen Manipulator. Die Roboter agieren nicht autonom, sondern werden vom Operateur gesteuert. - Bild: Intuitive Surgical

Bestimmte Prozesse während einer Operation zumindest teilweise per Roboter automatisieren will das Team rund um Stallkamp. Bei der Biopsie kommen Katheter oder Nadeln zum Einsatz, um Gewebeproben zu entnehmen oder bestimmte Behandlungen durchzuführen. Auch Tumore lassen sich mit dieser Methode punktgenau bestrahlen. „Für die Positionierung der Nadel oder des Katheters wollen wir künftig Roboter einsetzen.

Die Intervention soll dabei halbautomatisch erfolgen. Die genauen Daten für die Positionierung erhält der Roboter über einen Computertomographen, der ebenfalls von einem Roboter gesteuert wird“, erklärt Stallkamp. Aus dem daraus erzeugten dreidimensionalen Datensatz des Körpers lasse sich jeder Punkt genau auswählen.

Das herkömmliche Setzen einer solchen Nadel oder des Katheters dauere bis zu 45 Minuten. „Mit unserem roboterbasierten System könnten wir das in fünf Minuten schaffen“ berichtet Stallkamp. Dazu müssten jedoch die Prozesse im Operationssaal entsprechend verändert werden.

Für eine lückenlose Datenerfassung müsse das CT um den Patienten rotieren. Das sei im Operationssaal heute noch schwierig, weil der Patient an vielen Kabeln hängt. „Es ist auch problematisch, weil es in einem Operationssaal recht hektisch und teilweise chaotisch zugehen kann.

Wir müssen dafür also einen eigenen Interventionsraum konzipieren“, weiß Stallkamp. Im OP-Saal passiere auf relativ engen Raum das, was in der Industrie in einer ganzen Produktionsstraße passiert. In einer Produktionsstraße lassen sich die Aufgaben auch räumlich gut verteilen. Das geht im OP nicht. Es gehört deshalb zu den Grundlagen, an einer praxisgerechten Verkabelung und geeigneten Systemen zur Kollisionsvermeidung zu arbeiten.

Stallkamp zur Zeitschiene: „Wenn wir heute den Auftrag für ein robotergesteuertes System einschließlich der Konzeption eines entsprechenden OP erhalten würden, wären wir in zwei bis drei Jahren fertig.“ Ebenfalls wagt er einen Blick in die ferne Zukunft: „Chirurgie-Roboter werden kleiner werden. Es wird bereits an Robotern geforscht, die einen Durchmesser von fünf Millimetern und eine Länge von zwei Zentimetern haben. Solche Roboter können dann direkt im Körper agieren.“