Jörg Junghanns, Accenture

Jörg Junghanns ist Geschäftsführer des Bereichs Fracht und Logistik in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei der Unternehmensberatung Accenture. - Bild: Accenture

"Die Wiederbelebung der über 2.200 Jahre alten Seidenstraßen durch die „One-Belt-One-Road“ Initiative der Chinesischen Regierung mit dem Ziel, die Transportzeiten zwischen China und Europa auf dem Land- und Seeweg deutlich zu verkürzen, ist für deutsche Logistik- und Transportdienstleister Chance und Risiko zugleich.

Direkte Auswirkungen wird die Initiative, die 65 Prozent der Weltbevölkerung und 25 Prozent des globalen Welthandels verbindet, auf den Modal-Split haben. Während die Seefracht, gestärkt durch chinesische Investitionen in die Häfen von Piräus und Venedig sowie deren Hinterlandanbindungen, sich nur in ihrem Wachstum, nicht aber in Ihrem Bestandsgeschäft gefährdet sieht, stellt insbesondere der Schienentransport eine ernstzunehmende Alternative zur Luftfracht dar. Bereits jetzt haben sich zum Beispiel die Transitvolumina in Kasachstan von 2013 bis 2016 verfünffacht. Dieser Trend wird sich durch die neuen, modernen, chinesischen Produktionskapazitäten im zukünftig aufgrund der verkürzten Transportzeiten näher an Europa heranrückenden Westen Chinas weiter forcieren.

Das bedeutet für Logistikdienstleiter, dass der „First Mover Advantage“ bereits verstrichen ist – verkehren Güter auf Schienen zwischen Asien und Europa doch schon seit mehr als 5 Jahren. Ausnahmslos bieten alle großen deutschen Speditionen Transportdienstleistungen von Europa nach China und zurück über die Schiene an. Hier sind alle Wettbewerber sprichwörtlich „auf denselben Zug“ aufgesprungen einschließlich der aufstrebenden chinesischen Speditionen, was das Ecosystem erheblich enger werden lässt. Die Differenzierung kann folglich nur über das Servicelevel und damit einhergehend durch die Digitalisierung von Prozessen und Dokumenten erfolgen.

Unterstützung durch Digitalisierung

Dazu zählen neben der Digitalisierung von Frachtpapieren auch die Erhöhung der Transparenz durch Lösungen im Track und Trace Bereich sowie die administrative Abwicklung des Transports, der zum Beispiel durch die Blockchain vereinfacht werden könnte.

Es bleibt abzuwarten, welche Trends sich in welcher Geschwindigkeit entwickeln und ob alle Beteiligten – vom Carrier bis zu den staatlichen Behörden der Transitländer – Initiativen in diesem Bereich unterstützen.

Sicher ist, dass die Digitalisierung in der Logistik dazu beiträgt, die administrativen und logistischen Herausforderungen besser zu beherrschen und dadurch eine Wettbewerbsdifferenzierung zu erlangen."

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