Rittal

"Wie schaffen das": BMW, Rittal und Lapp griffen den Slogan der Bundeskanzlerin auf und machten sichtatkräftig an die Integration von Flüchtlingen. - Bild: Rittal

‚Work Here!‘ von BMW ist dabei das wohl größte aber auch kostspieligste Integrationsprojekt. Bis zu 500 Flüchtlinge jährlich können an mehreren BMW-Standorten ein mehrwöchiges Praxistraining absolvieren. Doch auch kleinere Unternehmen tun das Ihrige: Kaeser Kompressoren vergibt 20 von 80 Ausbildungsplätzen an Flüchtlinge. Kabelhersteller Lapp bildet drei Flüchtlinge jährlich aus. Esta Apparatebau, 175 Mitarbeiter, besetzt jede vakante Stelle mit einem Flüchtling – bis die selbstgesetzte Zwei-Prozent-Quote erfüllt ist.

Rittal ist bereits beim zweiten Eingliederungs-Durchgang und unterstützte mit den gewonnenen Erfahrungen den Kreis, der wiederum ein standardisiertes Kompetenzerfassungsverfahren für Flüchtlinge entwickelte – und damit einen wesentlichen Baustein zur Integration lieferte.

Friedemann Hensgen, Vorstandsvorsitzender der Rittal Foundation, erläutert die Einstiegshürde Kompetenznachweis: „Die Bewerber kamen ohne aussagekräftige Unterlagen zu uns. Sie konnten uns ihre beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten nicht darstellen.“ Bei BMW konnten aus ähnlichen Gründen nicht alle Praktikaplätze vergeben werden.

Flüchtlinge bei der Arbeit
Rittal: Flüchtlinge erlernen erste Fertigkeiten der Metall- und Elektrotechnik. - Bild: Rittal

„Die Realität ist ein Stück weit ernüchternd. Wer über welche Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt, kann nur grob eingeschätzt werden“, sagt Inga Jürgens, Leiterin Personalstrategie und -politik bei der BMW Group.

Die Bundesagentur für Arbeit geht die Erfassung der Flüchtlinge inzwischen offensiver an: „Meine Kollegen gehen in Erstaufnahmeeinrichtungen und Sammelunterkünfte und sprechen Flüchtlinge an und nehmen deren Daten auf“, berichtet Susanne Eikemeier, Pressesprecherin der Bundesagentur für Arbeit.

Lapp UI

Tests und Gespräche im Unternehmen (3 Tage), theoretische und praktische Aufgaben zur Teamfähigkeit, PC-Kenntnissen, technischem Verständnis (Montage von Baugruppen)

Einstiegsqualifizierung (wird von Arbeitsagentur oder IHK unterstützt), Dauer 6 Monate bis 1 Jahr

Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer sowie zum Fachinformatiker

Nur in Baden-Württemberg gibt es die Einstiegsqualifizierung bis 35 – ansonsten ist 25 die Obergrenze, dabei verlieren Flüchtlinge häufig viel Zeit