Flüchtlinge
Auszubildende als Paten helfen nicht nur beim Bohren, sondern auch bei Sprach- oder gar bei Fußballfragen. - Bild: Rittal

Noch ist die Zahl der Unternehmen, die sich der Jahrhundertaufgabe Integration stellen, klein, doch sie alle haben Vorbildcharakter. Die verschiedenen Herangehensweisen zusammengenommen bilden einen Maßnahmen-Strauß, der zum Nachahmen einlädt: Das Beispiel BMW zeigt, wie es mit der Kombination aus interkulturellem Training und mehrwöchiger Integration in die Fachabteilungen, gelingen kann, Flüchtlingen einen ersten Einblick in verschiedene Berufsfelder zu vermitteln, Berührungsängste abzubauen und bei der Orientierung am Arbeitsmarkt zu helfen.

„Wir wollen Geflüchteten zeigen, welche persönlichen und beruflichen Qualifikationen sie benötigen, um beruflich in Deutschland Fuß zu fassen“, sagt die Projektleiterin Jür­gens. Ganz nebenbei erwerben sie dabei auch fachliche und sprachliche Kenntnisse. BMW startet ‚work here!‘ mit einem 2-tägigen Training für die Vermittlung interkultureller und sozialer Schlüsselqualifikationen.

Kontakte werden schnell geknüpft

Jedem Flüchtling wird über die gesamte Projektdauer ein Partner aus einer Fachabteilung zugeordnet. „Der Kontakt wird schnell eng“, berichtet Jürgens. Wenn man täglich sechs Stunden miteinander verbringt, kommen eben auch persönliche Themen zur Sprache. „Es gibt so viel Unwissen. Hinter jedem Geflüchteten steckt eine Geschichte. Unsere Kolleginnen und Kollegen sprechen in Zukunft anders über das Thema Integration“, so Jürgens.

Anschließend werden die Flüchtlinge in die Fachabteilungen verteilt und arbeiten dort einige Wochen lang mit. Gleichzeitig erhalten sie täglich zwei Stunden Sprachunterricht. Bei der Auswahl der Flüchtlinge unterstützte die Arbeitsagentur: „Bevor die Flüchtlinge zu uns kommen, unterzieht sie die Bundesagentur für Arbeit einem Matching“, erläutert die Personalleiterin. BMW erwartet erste berufliche Erfahrungen und grundlegende Sprachkenntnisse, schließlich sollen die Teilnehmer mehrere Wochen in den Abteilungen verbringen und bestmöglich mit einbezogen werden.

Das Projekt endet mit einem Zertifikat für jeden Teilnehmer, „für viele das erste schriftliche Zeugnis, eine große Hilfe bei der Arbeitssuche“, sagt Jürgens, die die Projektteilnehmer als überwiegend lern-willige, fröhliche und begei-sterungsfähige Menschen erlebte. Kulturunterschiede zeigten sich beim freiwilligen Bewerbungstraining und beim Thema Pünktlichkeit: „Viele waren erstaunt, dass erstklassige Leute von uns erst 30 Bewerbungen verschicken mussten, bevor sie eine Stelle fanden “, berichtet Jürgens.