Eine Corporate Identity wirkt nach innen und außen 1

Funktioniert Corporate Identity für Werkzeugbaubetriebe? CI ist Ausdruck der Unternehmenspersönlichkeit. Das Nach-Außen-Tragen dieser Betriebsidentität hat weitreichende Effekte.

Von Anne-Katrin Straesser, Professorin für für Turnaround Management an der FOM in Köln
Köln (gk). Das Erscheinungsbild von Fast-Food-Ketten ist typisch. Sofort erkennt man, um welche Fast Food-Kette es sich handelt. Da ist zum einen das unverwechselbare Logo, was uns schon aus hunderten von Metern entgegenstrahlt. Aber auch die Kleidung der Mitarbeiter, sogar das Aussehen und die Architektur der Restaurants selbst scheinen überall gleich zu sein. Corporate Identity (CI) bedeutet Unternehmenspersönlichkeit. Große Unternehmen verstehen darunter das einheitliche Erscheinungsbild, mit dem sie sich ihren Kunden, Lieferanten und der Öffentlichkeit gegenüber präsentieren. Die Fast-Food-Ketten sind hervorragende Beispiele für eine solche CI. Doch funktioniert so eine Werbeausgabe auch für lokale Werkzeugbauunternehmen?
Gerade kleinere Betriebe machen sich wenig Gedanken über Möglichkeiten zur Umsatz- und Gewinnsteigerung. Sie haben mit der Hektik des Alltags zu tun, und verpassen damit die Möglichkeit das Beste aus ihrer Organisation herauszuholen. Auch wenn manche Werkzeugbauer noch nie die Notwendigkeit für eine einheitliche CI gesehen haben, so ist sie doch nachgewiesenermaßen sehr effektvoll. CI ist nämlich mehr als ein Logo und die einheitliche Kleidung der Mitarbeiter. Sie ist vielmehr der Ausdruck der Unternehmenspersönlichkeit mit all ihren Werten und Besonderheiten. Ein Firmenabzeichen oder ein gemeinsames Outfit sind schnell und ohne größeren Kostenaufwand erstellt. Der Nutzen steht dem oft überproportional entgegen. Denn das äußere Erscheinungsbild wirkt auf verschiedenen Ebenen. Es erhöht den Wiedererkennungswert. Dies ist vor allem bei Werkzeugbauunternehmen mit mehreren Niederlassungen vorteilhaft. Darüber hinaus wird nach außen signalisiert: „Hier arbeiten wir mit Qualität! Wir legen Wert auf Details und auf Professionalität.“ Eine CI wirkt auch nach innen: So tragen Mitarbeiter ihre Arbeitskleidung mit Stolz, wenn die Organisation sich tatsächlich einem perfekten Service und hohen Qualitätsansprüchen verschrieben hat.
Auch das Corporate Behaviour, das Unternehmensverhalten, gehört zur Unternehmens-Persönlichkeit. Dieses Verhalten regelt beispielsweise folgende Fragen: Wie werden Kunden begrüßt? Wie meldet man sich am Telefon? Wie geht man mit Beschwerden oder mit schwierigen Kunden um? Gerade wenn kleine Werkzeugbaubetriebe sich darüber Gedanken machen und herausfinden, was am besten funktioniert und das dann als Standard-Verhalten für alle Mitarbeiter festlegen, erzielen sie in kürzester Zeit erstaunliche Ergebnisse. So eine Unternehmens-Identität hebt sich garantiert vom Konkurrenten ab, macht von sich reden und erhöht nachhaltig die Kundenzufriedenheit.
Die Autorin Anne-Katrin Straesser ist Professorin für Turnaround Management an der FOM in Köln.