ASM Assembly Systems, Die Fabrik des Jahres 2016, München, Fachzeitung Produktion, A.T. Kearney, Industrie 4.0, Kollaboration

ASM startet Industrie 4.0-Projekte mit dem kollaborativen Roboter Sawyer von Rethink Robotics. - Bild: ASM Assembly Systems

Der Vice President SCM von ASM Assembly Systems in München, Jörg Cwojdzinski, realisiert derzeit Projekte im Bereich Collaborative Robotics. Da der Hersteller von Bestücksystemen eine variantenreiche Fertigung mit Losgröße 1 fährt, hat er keine Arbeitsplätze, an denen über eine lange Zeit die gleichen Handgriffe in einer hohen Frequenz erledigt werden müssen.

Cwojdzinski nutzt daher flexible Roboterplattformen wie Sawyer von Rethink Robotics. Diese lassen sich für unterschiedlichste Aufgaben programmieren und im Team mit Mitarbeitern einsetzen. Bei Bedarf muss die Programmierung schnell auf veränderte Prozesse und Anforderungen umgestellt werden können. Deshalb will der Vice President SCM diese Know-how im eigenen Haus aufbauen, um ausreichend schnell umstellen zu können.

Der Supply-Chain-Manager will mit Projekten wie dem kollaborativen Roboter die Ansätze Lean Production und Industrie 4.0 ergänzen. „Aus Diskussionen auf Konferenzen oder in den Medien nehme ich manchmal mit, dass viele Werkleiter Lean Production und Industrie 4.0 als Gegensätze oder Alternativen werten“, sagte Cwojdzinski, der mit ASM Gesamtsieger bei der Fabrik des Jahres 2016 ist, gegenüber ‚Produktion‘. „Ich persönlich sehe das nicht so. Ich bin überzeugt: Beides passt hervorragend zusammen.“

Die Digitalisierung und smarte Automatisierung von Prozessen könnten enorme Potenziale heben – und die meisten Potenziale würden sie dort heben, wo Prozesse bereits schlank und optimiert sind. Zudem würden Mitarbeiter, die in der Lean-Philosophie ausgebildet sind, in Wertströmen, durchgängigen Prozessketten und flexiblen Netzwerken denken. „Genau dieses Denken sehe ich als Voraussetzung für Industrie 4.0“, erläutert Cwojdzinski. „Unser Ziel muss sein: lean und dabei smart und digital.“