SOP-Schoenitzentrifugen P1100280

Die Anlage von Greater Rann of Kutch, einem indischen Salzsumpf, produziert jährlich 100000 Tonnen Kaliumsulfat. Im Zentrifugen-Raum (Bild) wird Schönit von der Mutterlauge getrennt. - Bild: K-Utec

Bereits 2019 wird „mit Sicherheit“ die vollautomatische 30000-Tonnen-Anlage am Salar de Uyuni fertiggestellt, so Vorstand Dr. Heiner Marx. Die bolivianische Regierung hat seinem Unternehmen K-Utec AG Salt Technologies (Tel. 03632/610 0) den Auftrag im Wert von 4,5 Millonen Euro für Planung und Ausschreibung der Anlage erteilt. Weil K-Utec vertragsgemäß auch die Zulieferer vorschlägt, kommen bis zu 10 Lieferanten für Evaporatoren, Zentrifugen, Kühlungskristallisationsanlagen, Trockner, Verpackungseinheiten, Fördertechnik, Automatisierungstechnik, Prozessvisualisierung und Pumpentechnik zum Zug. Stahl-und Behälterbau werden lokal vergeben. Marx: „Wir verknüpfen unsere Prozessgarantien mit Vorschlägen deutscher Maschinen-und Anlagenbauern als Lieferanten und schreiben Materialspezifikationen vor.“ Bei der Ausschreibung für die Planung der bolivianischen Anlage konkurrierten Ercosplan (Erfurt) und Salt & Evaporation Plant (SEP, Winterthur/Schweiz) mit der jetzt erfolgreichen K-Utec AG Salt Technologies (Sondershausen).

Die nach Branchen-Maßstäben relativ kleine Anlage mit zwei Linien a 15000 Tonnen wird täglich 24 Stunden/jährlich 7500 Stunden laufen und pro Schicht von lediglich 30 bis 40 Mitarbeitern beaufsichtigt. Den Rohstoff - das ‚Feed-Material‘ – liefert ein von Chinesen geplantes Werk in der Nachbarschaft. Vergleichbare Anlagen wie die von K-Utec jetzt geplante betreiben etwa Rockwood’s Chemetall und die ehemals chilenische SQM am Salar de Atacama (Chile). Der letzte, noch größere Auftrag des Unternehmens war unlängst eine Anlage zur Gewinnung von Kaliumchlorid und Natriumchlorid in Laos zum schlüsselfertigen Preis von 330 Millionen US-Dollar.  Das K-Utec-Konsortium mit einem koreanischen Stahlkonernz und einem australischen Anlagenbauer konnte sich nach zweineinhalbjährigem Bewerbungsverfahren durchsetzen. Aktionäre der Thüringer K-Utec AG Salt Technologies, der privatisierten Nachfolgegesellschaft des ehemaligen Kali-Forschungsinstituts der mitteldeutschen Kaliindustrie, sind die Dr. Marx GmbH, die Maschinenfabrik Köppern Beteiligungs-GmbH sowie Mitarbeiter.

Bolivien baut die von K-Utec geplante Anlage am Salar de Uyuni im Rahmen seiner „Strategie zur Industrialisierung des Lithiums“, so Luis Alberto Echazú, Direktor des Lithium-Programms der staatlichen Bergbaufirma COMIBOL in einem Interview. Oberstes Ziel sei nicht die Lithiumkarbonat-Gewinnung, sondern die Herstellung von Lithiumkathoden, Elektrolyten, und am Ende sogar Lithium-Ionen-Batterien »Made in Bolivia«.

Dabei stößt Bolivien auf einen heute schon heiß umkämpften Mart: Den Weltmarkt für Lithium-Ionen-Akkus beherrschen derzeit Hersteller wie Panasonic/Sanyo und AESC (Japan), LC Chem und Samsung SDI (Südkorea) sowie A123 Systems (China). Vergangenheit ist die SB LiMotive Co. Ltd., ein Unternehmen zur Entwicklung und Fertigung von Lithium-Ionen-Batterien für den Einsatz in Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Das Joint Venture von Samsung SDI und der Robert Bosch GmbH wurde 2008 gegründet und am 5. September 2012 wurde die Auflösung mitgeteilt (Quelle: Wikipedia). Deutsche Hersteller gibt es damit nicht mehr. Dafür Überkapazitäten, wie eine Studie von Roland Berger Strategy Consultants für 2015 vorhersagte. Die Roland-Berger-Experten gehen davon aus, dass das Marktvolumen für Lithium-Batterien für Elektrofahrzeuge 2015 knapp 9 Milliarden Dollar beträgt. Bis 2020 könnten es im günstigsten Fall mehr als 50 Milliarden Dollar sein.

Noch gar nicht in diesen Berechnungen berücksichtigt ist die Giga Factory, die Tesla mit Panasonic und anderen Zulieferern baut: Die Fabrik für Lithium-Ionen-Zellen und Batteriepakete soll ab 2020 jährlich Zellen mit 35 GWh Gesamkapazität herstellen – das wäre mehr als die gesamte weltweite Produktion im Jahr 2013.