Bild: Handlingtech

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Ein Viertel aller in Deutschland installierten Roboter fällt laut VDMA Robotik + Automation in den Traglastbereich bis 6,5 kg. Diese kleinen Kraftpakete liegen im Trend. Wie Roboterhersteller Comau berichtet, steigen die Stückzahlen in diesem Segment. Grund sei, dass Unternehmen zunehmend auch für sehr primitive Handhabungsaufgaben auf besser wiederverwendbare Industrieroboter mit ausgereifter Steuerung und Software statt auf relativ starre Achssysteme oder manuelles Handling setzen. Der VDMA unterscheidet bei Kleinrobotern zwischen Modellen bis 3 kg und Modellen von 3 bis 6,5 kg Traglast. Eine Definition für Kleinroboter gibt es jedoch nicht. So berichtet Martin Hägele vom Fraunhofer IPA: "Gemäß der ISO-Definitionen für Roboter sind Roboterkategorien nicht nach Lastgrenzen festgelegt.“ Dennoch hätten sich über die Jahre typische Lastklassen  gebildet, sodass man immer wieder von Kleinrobotern bis circa 5 kg spricht.

Zum Einsatz kommen Kleinroboter "zum genauen Positionieren und Montieren und ganz typisch im Handling für Lebensmittel“, berichtet Roland Ambrosch, CEO bei Pro Automation. Seine Kunden erwarten dabei Schnelligkeit – sprich mindestens 80 picks/min bei 2,5 kg Handhabungskapazität, Präzision – also eine absolute Positioniergenauigkeit unter 0,1 mm sowie eine kompakte Bauweise. "Eine integrierte Sicherheitstechnik ermöglicht es, den Roboter per Software flexibel einsperren zu können und so kleinere Zellen zu bauen“, erläutert Ambrosch.

Auch Handlingtech verbaut Kleinroboter. "Sie müssen Dynamik und Präzision zeigen, da die Werkstücke oft sensibel gehandhabt und palettiert werden müssen“, sagt Geschäftsführer Jörg Hutzel. Anwendungen sieht er etwa in der Schmuck-, Uhren- und Handyindustrie sowie im Automotivebereich. Bei der Handhabung von kleinen Teilen müsse der Roboter oft eine größere Genauigkeit an den Tag legen als sein ‚großer Bruder‘. Handlingtech bietet dazu die Zellen Robax SRZ 200 sowie ecoZ.

Bezeichnend ist die Variantenvielfalt unter den Kleinrobotern. Stäubli definiert beispielsweise den Bereich Life Science als Wachstumsmarkt und bietet Modelle hierfür. Kuka passt seine Kleinroboter ebenso an die jeweiligen Applikationen an, die von Halbleiterfertigung bis Werkzeugmaschinenautomatisierung reichen. Kawasaki sieht etwa Potenzial in der Laborautomation und bietet Kleinroboter mit glatten Oberflächen und geschlossenen Konturen. Für Adept  sind Elektronik-, Metall-, Kunststoff- und Konsumgüterindustrie wichtige Märkte, da dort kompakte Zellen gefragt sind.

Der Trend bei den Kleinrobotern geht laut Yaskawa weiter in Richtung kleiner, schneller, preisgünstiger. Für ABB stehen etwa Flexibilität, kurze Zykluszeiten und ein großer Arbeitsbereich im Fokus. Darüber hinaus spielt für Mitsubishi auch die einfache Inbetriebnahme und Programmierung eine Rolle. Im Rahmen von ‚easy to use‘ bietet Fanuc auch für dieses preissensible Segment Lösungen mit integrierter Sensorik an. Auch Epson hat seinen Doppelarmroboter mit integrierter Sensorik für eine weitgehend autonome Produktion ausgelegt. Kompaktheit ist bei den Kleinrobotern auf jeden Fall immer Trumpf. Das bestätigt auch Denso. Außerdem müssten die Roboter leicht und flexibel zu programmieren und zu steuern sein – auch im Sinne einer Industrie 4.0.