Mit Embedded-Lösungen in die Cloud 1

Ulrich Ermel, Geschäftsbereichsleiter Embedded bei TQ-Systems, einem Anbieter von embedded Modulen und Systemen, sieht zwischenden 'eingebetteten Systemen' und klassischen SPSen keine Konkurrenz. Während SPSen bestens für den Einsatz unmittelbar an der Produktionslinie geeignet seien, fände man Embedded Systeme auf Grund ihres geringeren Preises, der kleinen Baugrößen und ihrer größeren grafische Flexibilität in zahlreichen neuen Einsatzszenarien. „Das A und O ist die Größe der Embedded-Module. Sie müssen und können sich den räumlichen Gegebenheiten jeder Applikation fügen“, sagt Ermel.

Die Voraussetzung für Internet of Things-Anwendungen (IoT) erfüllen moderne Embedded-Lösungen im Großen und Ganzen bereits heute. Doch die Zeit für einen breiten Einsatz sei wohl noch nicht reif, meint Ermel, dazu fehle dem Internet noch die nötige Performance, um harte Echtzeit-Anwendungen überhaupt erst möglich zu machen: „Es gibt kein klar definiertes IoT-Protokoll für die Produktion, das eine Echzeitfähigkeit einschließt. Die Laufzeiten sind ein großes Problem. Die Datenpakete wählen keine fest definierten Routen durch das Internet“, berichtet Ermel.

Zwar diskutierten Provider darüber, Routen für Daten aus der Produktion festzulegen, doch fehle der Druck, um eine Normierung voranzutreiben.

Das IoT berge zwar „schöne Chancen“, doch stünde die Nutzung dieser Chancen im Widerspruch zu den Risiken: „Ich schätze etwa die Hälfte der Unternehmen scheuen sich davor, sensible Daten in die Cloud zu geben", so Ermel. Von Maschinenbauern hat der Geschäftsführer des Öfteren die Befürchtung zu hören bekommen, dass ihr Know-How in Gefahr geriete, wenn es Zugänge nach Außen gebe und damit - zumindest theoretisch - Zugriffsmöglichkeiten auf deren schützenswerte Software. Außerdem hätte es fatale Folgen für die Produktion, wenn von Betriebsfremden unsachgemäß eingegriffen würde.

Speicher sei inzwischen so preisgünstig, dass Produktionsdaten innerhalb der Fabrik gespeichert werden könnten, wozu also in die Cloud? „Vermutlich ist der fehlende Zusatznutzen der Grund dafür, dass es noch keinen Durchbruch für Cloud-Lösungen gibt“, vermutet Ermel. Einzig zu Analysezwecke würde diese genutzt werden. „Da ist der Zeitversatz egal,“ meint Ermel.

Dafür biete das IoT schon heute genügend spannende und interessante Einsatzszenarien, einige davon hat er mit TQ-Kunden umgesetzt. So berichtet Ermel von der Applikation eines Kunden, der den Füllstand verteilt aufgestellter Automaten per Funk abruft, um die Tour des Befüllers besser planen zu können. Im nächsten Schritt wertet das Embedded Modul im Automaten die Daten selber aus und bestellt automatisiert nach.