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Damit Innovationen schneller geschaffen werden, gestalten Vorreiter die Prozesse effizienter und führen agile Methoden ein. - Bild: Brain Technology

Die mittelständischen Firmen der verarbeitenden Industrie in Deutschland sind bei ihrer Innovationstätigkeit gegenüber asiatischen zurückgefallen. Die sogenannte Innovatorenquote, das heißt der Anteil der Unternehmen, die in den vergangenen drei Jahren Innovationen hervorgebracht haben, ist von 50 % in den 90er Jahren auf zuletzt 35 % zurückgegangen. Das beobachtet auch Dr. Andreas Romberg, Senior Partner der Unternehmensberatung Staufen. „Diese Zahlen decken sich auch mit meinen Erfahrungen“, sagte Romberg gegenüber Produktion.

Der Unternehmensberater führt den Rückgang der Innovationstätigkeit auch darauf zurück, dass es bei vielen gesellschaftergeführten Firmen einen Generationswechsel gab. „Gesellschafter sind in vielen Fällen auch die Hauptinnovatoren gewesen“, erläuterte Romberg. Sie hätten die Firma gegründet oder führten sie in der zweiten Generation, sie hätten eine sehr starke Bindung zu Kunden, zu Märkten und zu technologischen Themen und sie hätten die Hauptinnovationsleistung erbracht.

„Sie haben einfach Ideen gehabt und das Gespür, dass diese am Markt ankommen; auch haben sie die Innovationspipeline immer wieder gefüllt“, meinte der Senior Partner. Daher sei es über viele Jahre gar nicht so aufgefallen, wie teilweise unstrukturiert oder unsystematisch vieles im Vergleich zu einem normalen strukturierten Innovationsmanagement eigentlich gelaufen sei.

Durch den Generationswechsel gibt es diese Ideengeber jedoch nicht mehr und die Unternehmen stehen vor der Frage, wie sie jetzt zu Innovationen gelangen. „Häufig ist das Innovationsmanagement in diesen Firmen nach wie vor chaotisch“, sagte Romberg, „wie in einer Black Box kommt vorn etwas rein und hinten etwas raus, es ist jedoch kein strukturierter Prozess.“ In dieser Situation stelle sich für die Mitarbeiter, die aktuell im Unternehmen sind, die Frage, wie sie zu neuen Ideen kommen.