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Die Industrieunternehmen spüren laut einer Studie der Unternehmensberatung Staufen einen großen Innovationsdruck. Das sagen 73 Prozent der Befragten. Dementsprechend haben sich 59 Prozent der Unternehmen an die kürzeren Innovationszyklen angepasst. - Bild: Staufen/Produktion

Zudem stellt die Digitalisierung neue Anforderungen an die Geschwindigkeit des Innovationsprozesses. „Die Halbwertszeit von neuen Themen ist so kurz, dass nun viel schneller getaktet werden muss“, erklärt der Unternehmensberater. In diesem Zusammenhang seien auch viele Unternehmen überfordert, weil sie nicht agil aufgestellt seien. „Diese Schnelllebigkeit bei vielen Produkten der Digitalwelt erfordert heute eine höhere Innovationsrate“, ist sich Romberg sicher.

Nach Ansicht von Fachleuten sollten die Unternehmen ihren Innovationsprozess zunächst strukturieren, um den Output zu erhöhen. Dabei sollten Ideen generiert und im Sinne eines Reifegradmodells durch die Entwicklungsorganisation schrittweise bearbeitet werden.

Dann kann entschieden werden, ob die neue Idee so gut wie angenommen ist, ob sie den Anforderungen des Marktes entspricht, ob man sich selbst kannibalisiert und wie hoch das Investititionsvolumen sein muss. „Über einen Ideen-Steckbrief kann die Idee methodisch weiterentwickelt werden, bis man sagt, dass sie sich im Reifegradprozess bewährt hat“, findet der Berater von Staufen. Daraus könne man dann ein Vorausentwicklungsprojekt machen oder die Idee werde verworfen, weil das Marktpotenzial nicht da ist oder die Anfangsinvestition zu hoch ist.

Damit Innovationen schneller geschaffen werden, gestalten Vorreiter-Unternehmen die Prozesse effizienter und führen agile Methoden ein. „Die Firmen müssen agiler auf Marktanforderungen reagieren und die Organisation muss so aufgestellt sein, dass diese Agilität auch angewendet werden kann“, forderte Romberg.

So könne man schnell von neuen Ideen zu neuen Produkten gelangen. Beispielsweise könne Kompetenz schnell von außen über Institute, externe Partner oder Lieferanten in eine Firma geholt werden. Mit diesem Know-how könnten die Firmen agil auf neue Marktanforderungen antworten.

Ein Unternehmen, das auf diese neuen Innovationsmethoden setzt, ist der Anbieter mechatronischer Antriebe Wittenstein. „Wir nutzen Scrum und agile Methoden durchaus aktiv in unserer Produktentwicklung“, sagte Vorstandssprecherin Anna-Katharina Wittenstein gegenüber Produktion, „und wir wollen das auch ausbauen.“ Zudem werden in dem Unternehmen Kreativitätstechniken verwendet.