Messtechnik und Produktion wachsen enger zusammen.

Messtechnik und Produktion wachsen enger zusammen. - Bild: Creaform

So macht es keinen Sinn, mit einem Lasertracker kleine Bauteile zu vermessen oder mit taktilen Koordinatenmessgeräten (KMG) große Freiformflächen auf ihre Oberflächengenauigkeit zu kontrollieren.

Immerhin hat es beim Einsatz von KMG in den letzten Jahren einen deutlichen Bewusstseinswandel gegeben: „Mittlerweile ist die Bedeutung der Messtechnik für die einwandfreie Qualität der Bauteile in den Köpfen von Geschäftsführeren, Werks- und Fertigungsleitern angekommen“, berichtet Dr.-Ing. Dirk Berndt vom Fraunhofer Institute for Factory Operation and Automation IFF.

Das war vor zehn Jahren noch anders: Die Messtechnik wurde häufig als lästiges Übel angesehen. Wenn alles gut lief, wurde der Messtechniker kaum wahrgenommen. In den Fokus rückte er immer dann, wenn es schlechte Nachrichten gab und das Bauteil nicht passte. Ein undankbarer Job! „Heute ist die Messtechnik im Rahmen der Qualtätssicherung fest in die Produktionsabläufe eingebunden“, so Berndt.

Berührungslose optische Messtechnik

Und dabei gibt es zwei Trends: Zum einen rückt die Messtechnik immer näher an die Fertigungslinien. Somit lassen sich Fehler fast in Echtzeit erkennen und es kann sofort reagiert werden. Es gibt sogar bereits erste Ansätze zu einem Regelkreis: Das Bauteil wird automatisch kontrolliert und bei Abweichungen die CNC-Steuerung der Maschine entsprechend nachjustiert.

Ein weiterer Trend geht hin zur berührungslosen optischen Messtechnik. Immer genauer und schneller werden diese optischen Messsysteme. Sie eignen sich besonders zur schnellen Überprüfung flächiger Bauteile. Werden klassische taktile KMG bald aussterben? Nein, sie ermöglichen auch in Zukunft einmalige Genauigkeiten, von denen die optischen Messsysteme noch weit entfernt sind.

Aus diesem Grund wird auch der klimatisierte Messraum nicht aussterben. Temperatureinflüsse lassen sich zwar erfassen, doch für Genauigkeiten im µm-Bereich geht es nicht ohne einen klimatiserten Messraum. Dazu kommt auch noch das Problem mit Vibrationen und Schmutz.

Werner Rennen, Leiter Qualitätssicherung bei der Berghoff GmbH, zu den Messmitteln:

„Unsere Kernkompetenz ist die spanende Bearbeitung sehr komplexer und hochgenauer Bauteile mit großer Variantenvielfalt. Was zur wirklichen Einhaltung der Toleranzen führt, passiert in der Fertigung.

Deshalb sind die Handmessmittel und Infrarotmesstaster in den Bearbeitungsmaschinen der Schlüssel für eine hohe Genauigkeit in der Produktion. Die Koordinatenmessgeräte dienen als Referenz. Wenn bei der Kontrollmessung auf dem KMG Ungenauigkeiten festgestellt werden, werden sofort die entsprechenden Handmessmittel kontrolliert und gegebenenfalls kalibriert.“