Audi, Roboter, Technologie

70 Prozent der Befragten aus China und 63 Prozent aus Indien sind überzeugt, dass dies am einfachsten durch den Einsatz von Technologien zu lösen ist. In Deutschland liegt der Wert bei 51 Prozent. - Bild: Audi

Dafür analysierte Epicor unter anderem sechs Indikatoren für Wachstumsraten: Umsatz, Produktspektrum, Gewinne, Exporte nach Überse, Mitarbeiterzahl und Geografische Reichweite.

Die Studie zeigt, dass hinsichtlich der Wachstumsraten in den genannten sechs Bereichen deutsche Unternehmen hinter den Wettbewerbern aus Schellenländern hinterherhinken. Zwar sei es klar, dass sich in vielen hochindustrialisierten Regionen wie das prozentuale Wachstum abschwächt, nicht nur in Deutschland.

Dennoch: Unternehmen in Deutschland schienen durch den Fokus auf Vertrieb ihren Gewinn teilweise aus den Augen zu verlieren. Denn während laut der Studie65 Prozent der deutschen Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten bei Vertrieb und Umsatz Wachstum verzeichneten, konnten nur 58 Prozent ihre Gewinne steigern. Dies wird auch im Ergebnis reflektiert, dass 39 Prozent der deutschen Unternehmen sagten, ihre Geschäftsstrategie der vergangenen zwölf Monate sein getrieben von Vertrieb und Umsatz, im Vergleich zu durchschnittlich 30 Prozent der Unternehmen aus APAC.

Im globalen Vergleich zeigt sich, dass Unternehmen mit sehr geringem Gewinnwachstum zu etwa einem Drittel (32 Prozent) angaben, dass sie auf Vertrieb bzw. Umsatz ausgerichtet waren. Bei Unternehmen mit großen Gewinnsteigerungen war dies nur zu 27 Prozent der Fall.

Ausbau des Produktspektrums vergleichsweise schwach

Im globalen Vergleich gehören deutsche Unternehmen auch mit zu den Schlusslichtern, wenn es um den Ausbau des Produktspektrums geht. Für Deutschland – ebenso wie für Frankreich – liegt der Wert bei 53 Prozent, der globale Durchschnittswert liegt bei 61 Prozent. Schwellenländer wie Indien und Mexiko liegen in der Erweiterung ihres Produktspektrums deutlich höher (82 Prozent bzw. 76 Prozent). Aber auch Unternehmen aus den USA und UK (64 Prozent bzw. 63 Prozent) setzen stärker als deutsche Fertiger auf den Ausbau ihres Produktangebots.

Im Zuge von Industrie 4.0 und Internet of Things (IoT) könne sich das natürlich schnell ändern – zumal Deutschland neben den USA in diesem Bereich als führend gilt. Interessant wird laut der Epicor-Studie dabei allerdings sein, ob deutsche Fertigungsunternehmen diese technologischen Innovationen auch umfassend ausschöpfen: von der Effizienzsteigerung und der Individualisierung von Produkten bis hin zu neuen Geschäftsmodellen mit entsprechend erweitertem Service- und Produktspektrum. Denn letztlich werde mit Industrie 4.0 und IoT eine direktere Verbindung zwischen Produktion und dem Produkt beim Kunden geschaffen. Ob die Prozesse und Daten über diese Verbindung mit Autobahn-Geschwindigkeit fließen oder eher einer gemächlichen Landstraßen-Fahrt gleichen, hänge vom bestehenden ERP-System als zentrale IT-Infrastruktur ab.

Hier sollten sich deutsche Unternehmen nicht von veralteten System ausbremsen lassen – und das Risiko besteht, wie eine frühere Studie von Epicor zeigt: Demnach arbeiten Unternehmen aus Schwellenländern fieberhaft daran, einen technologischen Vorsprung im Vergleich zu ihren Gegenspielern aus den Industrienationen zu erreichen und damit besser für Wachstum gerüstet zu sein. In der Befragung von weltweit mehr als 1.800 Führungskräften waren die Verantwortlichen aus den Schwellenländern vergleichsweise stärker überzeugt, dass Technologie einen wichtigen Beitrag zu den nötigen Rahmenbedingungen für Wachstum gewährleistet.

Schwellenländer setzen für Wachstum auf Technologievorteile

Im direkten Vergleich von Unternehmen aus Deutschland und China sowie Indien als Vertreter der Emerging Markets zeigt die Epicor-Studie: 56 Prozent der Entscheider in China nannten den Einsatz der richtigen Technologie als wichtigsten Faktor für das Unternehmenswachstum in den vergangenen zwölf Monaten, für Indien liegt der Wert bei 41 Prozent, für Deutschland hingegen bei weniger als einem Drittel (30 Prozent).

Geht es um Wachstumsfaktoren insbesondere für mittelständische Unternehmen, zeigt sich ein ähnliches Bild. Technologieführerschaft ist mit 68 Prozent bei den Befragten in China die Top-Antwort, in Indien liegt der Wert bei immerhin noch 46 Prozent, in Deutschland dagegen nur bei 33 Prozent.

Zudem setzen China und Indien verstärkt auf Technologien, um den Mangel an Fachkräften zu kompensieren. 70 Prozent der Befragten aus China und 63 Prozent aus Indien sind überzeugt, dass dies am einfachsten durch den Einsatz von Technologien zu lösen ist. In Deutschland liegt der Wert bei 51 Prozent.

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