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Im Vredener Werk von Schmitz Cargobull fertigen die Mitarbeiter unter anderem Sattelauflieger. Die Methode des Scrum soll dort künftig auch in der Produktion angewendet werden. - Bild: Schmitz Cargobull

Noch sind Maschinenbauunternehmen, Automobilhersteller, Medizin- und Elektrotechnikfirmen aus deutschsprachigen Ländern Stützen der europäischen Wirtschaft. Doch chinesische Firmen schicken sich an, mit Innovationen diese traditionsreichen hiesigen Unternehmen herauszufordern.

Vor diesem Hintergrund müssen die Technologieunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum ihre Produkte schneller und effizienter entwickeln, um mit der chinesischen Konkurrenz mitzuhalten, fordert der Geschäftsführer von Borisgloger Consult, Boris Gloger. „Agile Management-Methoden wie Scrum legen unerschlossene Potenziale frei.“

Gute Erfahrungen

Europas führender Hersteller von Sattelaufliegern, Anhängern und Motorwagenaufbauten Schmitz Cargobull führte Scrum deshalb in zwei unterschiedlichen Bereichen ein: in der Neuentwicklung von Produkten sowie in der auftragsbezogenen Abwicklung im Vredener Werk. „Mit Scrum haben wir ganz gute Erfahrungen gemacht“, sagte der Geschäftsbereichsleiter von Schmitz Cargobull in Vreden, Michael Timmermann, gegenüber ‚Produktion‘. „Aus der Perspektive des Unternehmens und der Ergebnisse gibt es eine viel effizientere Abarbeitung als vorher“, stellte Timmermann fest.

Jeden Tag kommen die Mitarbeiter aus der Entwicklung und der Auftragsentwicklung in einem rund 15 Minuten dauernden Daily-Scrum-Meeting zusammen. Dabei werden Mitarbeiter laut Geschäftsbereichsleiter konsequent mitgenommen und sie unterstützen sich gegenseitig. Auf diese Weise bleibe kein Mitarbeiter auf der Strecke.

„Aus Mitarbeitersicht führt  Scrum dazu, dass es wesentlich mehr Respekt und viel weniger Stress gibt, weil die Mitarbeiter die Arbeitsverteilung im Team organisieren“, erläuterte die Führungskraft. Bei den Teams, „die es wirklich gut machen“, würden sich die Leute die Aufgaben aus dem Speicher der Arbeiten, die zu erledigen sind, nehmen.

Im Vergleich viel schneller

„Durch das Nutzen von Scrum haben sich die Durchlaufzeiten und die Bearbeitungszeiten in der Neuentwicklung von Produkten sowie in der auftragsbezogenen Abwicklung halbiert“, berichtete der Manager von Schmitz Cargobull. Bei dem Entwicklungsstand, den sie im Moment haben, hätten sie die Produktivität um rund 20 bis 30 % und in einigen Bereichen auch um 40 % gesteigert. Die Mitarbeiter erzielten die Ergebnisse also mit weniger Aufwand.

Es falle ihm jedoch schwer, eine genaue Produktivitätszahl zu nennen, sagte Timmermann. Es sei nicht einfach, die Entwicklungsprozesse miteinander zu vergleichen, weil die Inhalte doch sehr unterschiedlich seien. Doch da die Mitarbeiter in den Teams fachbereichsübergreifend zusammenarbeiten, hätten sie die Durchlaufzeit derartig stark reduzieren können. Gemessen wurde der Wert dabei an der vorherigen Durchlaufzeit.

Schnell viel hohe Qualität fertigen

„Sinn und Zweck von Lean-Developmethoden wie Scrum ist es, dass die Mitarbeiter zielorientiert und fokussiert ihrer Qualifikation entsprechend eingesetzt werden“, sagte der Partner der Agamus Consult GmbH, Rüdiger Feigl. „Lean Development führt dazu, dass Unternehmen ihre Ziele erreichen und dass sie einen hohen Reifegrad bei ihren Produkten erzielen.“ So könne in hoher Taktzahl und niedriger Taktzeit in hoher Qualität gefertigt werden.

Nach Einschätzung von Timmermann ist Scrum eine Methode zur Verselbstständigung von Teams. In dieser Methode seien die Rollen, die die Mitarbeiter in dieser Organisation haben, sehr gut beschrieben. Auch würden damit die Führungskräfte entlastet.

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