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Auch in China müssen gute Mitarbeiter gehalten werden. - Bild: Pixabay

Gute Leute sind in China knapp. „Wie in anderen Emerging Markets ist auch in China die Arbeitnehmerfluktuation sehr hoch“, berichtet Dr. Ulrike Glück, Managing Partner bei der internationalen Anwaltskanzlei CMS in China. Gut qualifizierte Mitarbeiter seien nach wie vor rar und viele Arbeitnehmer seien bereit, für Gehaltserhöhungen zu wechseln. Die gesetzliche Kündigungsfrist für Arbeitnehmer beträgt 30 Tage, berichtet Glücks Kollegin Jeanette Yu, die als Counsel bei CMS arbeitet.

„Nach chinesischem Recht kann mit Arbeitnehmern, die einer Geheimhaltungsverpflichtung unterliegen, aber eine längere Kündigungsfrist von bis zu sechs Monaten vereinbart werden.“ Eine solche Vereinbarung werde jedoch nicht von allen Gerichten in der Praxis anerkannt. Der Erfahrung der beiden Juristinnen nach, greifen daher viele Unternehmen zusätzlich zu vertraglichen Vereinbarungen auf folgende Möglichkeiten zurück:

  • Das Gehalt wird in Monatsgehälter und einen festen oder flexiblen Bonus aufgeteilt. Traditionell wird der Bonus zum chinesischen Neujahrsfest ausgezahlt.
  • Weitere Zusatzleistungen sind unter anderem Dienstwagen, Auslandsdienstreisen, Zuschüsse zu Wohnung/Ausbildungskosten der Kinder und zusätzliche Versicherungen.
  • Arbeitgeber können mit Arbeitnehmern Vereinbarungen über die Rückzahlung besonderer Ausbildungskosten treffen, sofern die Höhe der Rückzahlung im anteiligen Verhältnis zur geleisteten Arbeitszeit nach Abschluss des Trainings steht.
  • Angesichts des schwierigen Immobilienmarktes werden bei der Arbeitswahl Unternehmen bevorzugt, die die begehrte Zuzugsgenehmigung (Hukou) sowie mitunter sogar Wohnraum bieten können. Insbesondere in Großstädten wie Peking oder Shanghai ist ein Hukou sehr begehrt. Das Hukou-System dient der Wohnsitzkontrolle aller Bürger und stellt faktisch eine Zuzugsbeschränkung dar.

Wohlfühlen als A und O

Bei dem deutschen Unternehmen Carl Cloos Schweißtechnik ist es bereits gelungen, Mitarbeiter in China langfristig zu binden. Seit mehr als 20 Jahren ist der Maschinen- und Anlagenbauer auf dem chinesischen Markt vertreten. Mittlerweile arbeiten rund 45 Mitarbeiter für das Tochterunternehmen mit Hauptsitz in Peking. „Unser chinesischer Geschäftsführer ist bereits seit Anfang an mit dabei“, berichtet Michael Schmidt, Leiter der Unternehmenskommunikation.

Als ausgezeichneter Teambuilder schaffe er es, seine Mitarbeiter immer wieder zu motivieren. „Ihm verdanken wir maßgeblich die äußerst geringe Fluktuation und motivierte langjährige Mitarbeiter“, sagt Schmidt. Entscheidend für ein gutes Betriebsklima sei, dass sich die Mitarbeiter im Team wohlfühlen. Aus Sicht von Schmidt ist zudem eine gute Kommunikation zwischen Headquarter und Tochterunternehmen eine wichtige Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.