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Anna-Katharina Wittenstein ist nach einem längjährigen Nachfolgeprozess, der durch einen externen Partner gemanagt wurde, an die Spitze des Anbieters für mechatronische Antriebstechnik, Wittenstein SE, berufen worden.- Bild: Wittenstein

In den nächsten fünf Jahren erwarten 39 Prozent der deutschen Maschinenbauer einen Führungswechsel in ihrem Top-Management. Damit einher gehen hohe Erwartungen an die künftigen Manager, denn die strategischen Herausforderungen nehmen zu. So müssen die Maschinenbau-Unternehmen in den nächsten fünf Jahren neue Geschäftsfelder entwickeln, sagen 62 Prozent der Unternehmen laut einer aktuellen Studie der Commerzbank. 47 Prozent der Branchenfirmen erwarten in dieser Zeit starke neue Wettbewerber im Markt und 33 Prozent gehen von einem Umbruch bei den Schlüsseltechnologien aus.

Potenziale ausschöpfen

Vor allem bei der Qualifikation der Mitarbeiter sehen die Maschinenbauer Veränderungsbedarf. Das sagen zwei Drittel der Befragten. Erst dahinter folgen die Themen Produktionseinrichtungen- und -abläufe (59 Prozent), Marketing und Vertrieb (52 Prozent), IT-Infrastruktur (51 Prozent), Führungsverständnis (47 Prozent), Angebotspalette (43 Prozent) und Auslandsorientierung (26 Prozent).

Damit die Potenziale des Generationswechsels im Management ausgeschöpft werden können, sollte dieser strategisch geplant und rechtzeitig angegangen werden. Dazu gehört laut der Commerzbank-Studie eine Analyse des Status quo, der Ziele und des Bedarfs sowie der Machbarkeit des Wandels. Dabei sollten beide Generationen  gemeinsam mit Experten einen Umsetzungs- und Maßnahmenplan aufsetzen.

Step by step

Derart strategisch vorgegangen ist das Unternehmen Wittenstein bei der langfristig geplanten Übergabe der Führungsverantwortung von Manfred Wittenstein an seine Tochter Anna-Katharina Wittenstein. „Da man in der Familie oft pfadabhängig ist, haben wir den Auswahlprozess nach außen verlagert“, sagt Manfred Wittenstein. Zusammen mit einem externen Partner realisierte der Anbieter für mechatronische Antriebstechnik den Übergang in zwei Stufen.

Zunächst wurde der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Professor Dieter Spath, im Sommer 2013 als Nachfolger von Manfred Wittenstein für eine Übergangszeit engagiert. Dieser verkörperte genau das von der Drittpartei erarbeitete Anforderungsprofil.

Manfred Wittenstein wechselte dann nach einer ‚Abkühlzeit‘ 2014 in den Aufsichtsrat, wo er den Vorsitz übernahm. Spath managte die Übergangszeit, in der er unter anderem den Wechsel der Rechtsform von der AG in eine Societas Europaea (SE) vorbereitete, mit der sich Wittenstein als global agierendes Unternehmen präsentieren und die Marke stärken will.