Der Kunststoffverarbeiter Pöppelmann, Gastgeber des TOP-Industrie-Forum 2018, will Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg umsetzen.

Der Kunststoffverarbeiter Pöppelmann, Gastgeber des TOP-Industrie-Forum 2018, will Nachhaltigkeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg umsetzen. - Bild: Pöppelmann

Wie die verarbeitende Industrie durch eine nachhaltige Produktion Kosten sparen und ihren Gewinn steigern kann, zeigen die Referenten des TOP-Industrie-Forum: "Das nachhaltige Unternehmen".

Vertreter aus der Automobilindustrie (Daimler), aus der Elektroindustrie (Weidmüller, Phoenix Contact), dem Maschinenbau, der Nahrungsmittel- (Karmeliten Brauerei) sowie der Kunststoffindustrie (Pöppelmann) sowie der renommierte Umweltforscher Professor Michael Braungart, Geschäftsführer des EPEA Internationale Umweltforschung, legen zudem dar, wie durch eine nachhaltige Gestaltung der Lieferkette sowie faire Beziehungen zu Lieferanten, Kunden und Mitarbeitern, der Unternehmenswert gesteigert werden kann.

Wie zum Beispiel Mercedes-Benz Cars eine umweltgerechte Produktentwicklung realisiert, wird die Daimler-Managerin Anita Engler bei dem Jahrestreffen der Produktioner in Lohne am 24./25. Oktober (Oldenburg) erläutern. Das Unternehmen Daimler hat sich die Umwelt-Leitlinie gegeben, „Produkte zu entwickeln, die in ihrem Marktsegment besonders umweltverträglich sind“.

Die Daimler-Managerin Anita Engler berichtet auf dem TOP-Industrie-Forum 2018 über die umweltgerechte Produktentwicklung bei Mercedes-Benz Cars.
Die Daimler-Managerin Anita Engler berichtet auf dem TOP-Industrie-Forum 2018 über die umweltgerechte Produktentwicklung bei Mercedes-Benz Cars. - Bild: Daimler

Um dies zu verwirklichen, muss der Gedanke des Umweltschutzes von Anfang an in die Produktentwicklung miteinfließen. Unter dem Leitsatz ‚Design for Environment‘ entwickelt die Produktentwicklung ganzheitliche Fahrzeugkonzepte. Ziel der Abteilung ist es, die Umweltverträglichkeit objektiv messbar zu verbessern und den Wünschen von immer mehr Kunden entgegenzukommen, die auf Umweltaspekte achten.

Die Ergebnisse dieser umweltgerechten Entwicklung werden durch Umweltzertifkate für die Mercedes-Benz-Fahrzeuge, die extern geprüft wurden, dokumentiert. Dort sind ausführliche Informationen zu Verbrauch, Emissionen und zu der Ökobilanz der einzelnen Modelle sowie zum Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen und Recyclaten sowie zu Recycling-Konzepten des Unternehmens zu finden.

Der diesjährige Gastgeber des TOP-Industrie-Forum, der Kunststoffverarbeiter Pöppelmann, wird darlegen, wie er Nachhaltigkeit nicht nur in der Produktion, sondern auch beim Verbesserungsprozess, über die Supply Chain hinweg und in Bezug auf auf Lieferanten und Mitarbeiter umsetzt. „Um mehr Nachhaltigkeit zu erreichen, müssen alle an einem Strang ziehen“, ist sich der CEO von Pöppelmann, Torsten Ratzmann, sicher.

Unter dem Motto ‚Pöppelmann blue‘ bündelt das Unternehmen seine Aktivitäten für eine durchgängige Kreislaufwirtschaft durch optimiertes Recycling. In vielen Bereichen verwendet der Kunststoffverarbeiter bereits Recycling-Material.

Pöppelmann: Pflanzentöpfe werden aus Rezyklat gefertigt

Nun entwickelt die Division Pöppelmann Teku ressourcenschonende Pflanztöpfe der Serie ‚Recycling-Blue‘. Diese werden aus einem reinen Post-Consumer-Rezyklat gefertigt: Das Material stammt zu 100 % aus den Wertstoffsamlungen des Dualen Systems. Und nach dem Austopfen der Pflanze wird der Topf wieder der Wertstoffsammlung zugeführt, womit ein geschlossener Rohstoffkreislauf auf derselben Wertschöpfungsstufe entsteht.

Und wie Nachhaltigkeit in der Elektrotechnik-Branche umgesetzt wird, erklärt Christoph Leifer, Executive Vice President der Business Area Industrial Components and Electronics des Unternehmens Phoenix Contact.

Nach dem Austopfen der Pflanze wird der Topf wieder der Wertstoffsammlung zugeführt, womit ein geschlossener Rohstoffkreislauf auf derselben Wertschöpfungsstufe entsteht.
Nach dem Austopfen der Pflanze wird der Topf wieder der Wertstoffsammlung zugeführt, womit ein geschlossener Rohstoffkreislauf auf derselben Wertschöpfungsstufe entsteht. - Grafik: Produktion/Pöppelmann

Im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Eberhard Niggemann, Leiter der Weidmüller Akademie und Nachhaltigkeitsbeauftragter der Weidmüller Gruppe, wird das Thema Energiemanagament stehen. Niggemann wird erläutern, wie Energieeffizienz und -Management zum wirtschaftlichen Erfolg nicht nur bei dem Anbieter von elektrischer Verbindungstechnik sondern auch bei Partnern und Kunden führen.

Der Chef der Karmeliten Brauerei, Christoph Kämpf, realisiert einen energieautarken Betrieb.
Der Chef der Karmeliten Brauerei, Christoph Kämpf, realisiert einen energieautarken Betrieb. - Bild: Karmeliten Brauerei

Als Querdenker wird der Chef der Karmeliten Brauerei, Christoph Kämpf, darlegen, wie er zusammen mit Ziemann Holvrieka sein Konzept für eine energieautarke Brauerei mit optimaler Rohstoffnutzung entwickelt hat. Der Nutzen dieses Energiekonzepts liege in dem weitgehenden Verzicht auf fossile Primärenergie, in der Einsparung von CO2-Emissionen, in der Einsparung von Trinkwasser, in der Reduktion von Abwasser, in der Integration von regenerativen Energien und in der effektiven Ausnutzung der Rohstoffe im Herstellungsprozess, teilte das Unternehmen mit.

Das ressourcenschonende Gesamtkonzept erreichte durch den Einsatz eines innovativen Sudhaus-Konzepts Energieeinsparungen von etwa 30 % sowie die Reduktion des benötigten Bedarfs an elektrischer Energie von circa 12 % bei gleichzeitiger Einsparung von bis zu 20 Prozent an Trinkwasser.

Der renommierte Umweltforscher Professor Michael Braungart spricht auf dem TOP-Industrie-Forum in Lohne.
Der renommierte Umweltforscher Professor Michael Braungart spricht auf dem TOP-Industrie-Forum in Lohne. - Bild: privat

Von wissenschaftlicher Seite spricht der renommierte Umweltforscher Professor Michael Braungart, Geschäftsführer des EPEA Internationale Umweltforschung, am Abend des 24. Oktober in einer Dinner-Speach über ‚Jenseits von Nachhaltigkeit: Cradle to Cradle als Innovationschance‘. Übersetzt heißt es ‚von der Wiege zur Wiege‘ und beschreibt die sichere und potenziell unendliche Zirkulation von Materialien und Nährstoffen in Kreisläufen.

Damit unterscheidet sich Cradle to Cradle von herkömmlichem Recycling und dem Konzept der Ökoeffizienz. Das Designkonzept sei ökoeffektiv und gehe über die konventionellen Instrumente und Ansätze hinaus, welche in erster Linie negative Einflüsse der Menschen auf die Umwelt abbildeten, so Professor Braungart. Es berücksichtige gleichermaßen ökonomische, ökologische und soziale Aspekte.

Einen weiteren Höhepunkt des Kongresses bildet auch am 24. Oktober nachmittags die XXL-Werksführung bei Pöppelmann. Dort lernen die Teilnehmer die Automotive-nahe Produktion, die Massenfertigung und die
Reinraumfertigung des Unternehmens, in die man sonst nicht reinkommt, kennen. Höhepunkt ist die eigene Compoundierung: Dort wird aus dem Gelben Sack heraus Granulat produziert, aus dem schließlich Blumentöpfe entstehen.

Anmelden für das TOP-Industrie-Forum: "Das nachhaltige Unternehmen" können sich Interessenten zum Frühbucher-Preis unter https://www.top-industrie-forum.de.

Das TOP-Industrie-Forum: "Das nachhaltige Unternehmen: Zwischen Ökonomie und Ökologie"

Titel: Das nachhaltige Unternehmen: Zwischen Ökonomie und Ökologie

Gastgeber: Pöppelmann GmbH & Co. KG

Ort: Lohne (Oldenburg)

Termin: Mittwoch 24. und Donnerstag 25. Oktober 2018

Teilnahmegebühr: Frühbucherpreis für Fachbesucher (bis 13.8.): 821 Euro

Schwerpunkte:

- Der Kunststoffverarbeiter und Automobilzulieferer Pöppelmann zeigt, wie er in vier Bereichen Nachhaltigkeit umsetzt: in der Produktion, beim Verbesserungsprozess, in der Supply Chain und beim Umgang mit Mitarbeitern

- Prominente Vertreter aus den Branchen Maschinenbau, Automotive (Daimler) und Elektronikindustrie (Weidmüller, Phoenix Contact) und Nahrungsmittel (Karmeliten Brauerei) demonstrieren, wie eine nachhaltige Produktion den Gewinn steigert.

- Bei einer XXL-Werksführung am 24.Oktober lernen die Teilnehmer alle Elemente einer nachhaltige Produktion von Kunststoff-Teilen kennen: Von der Reinraum-Fertigung bis zu automotive-nahen Produktion. Danach findet eine gemütliche Abendveranstaltung statt.

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