| von Gabriel Pankow
Rentier
Es kann schon mal vorkommen, dass die Tester Rentieren und Elchen bei ihren Fahrten begegnen. - Bild: Pixabay

Zudem werden blaue und schwarze Müllsäcke an den Begrenzungspfosten der Straße angebunden. Wo diese zu sehen sind müssen die Fahrer mit häufigem Wildwechsel rechnen. Das Vorwarnsystem Marke Eigenbau scheint zu funktionieren. Der letzte Wildunfall eines MAN-Fahrers im hohen Norden liegt schon mehrere Jahre zurück.

Neben Elchen und Rentieren haben die Tester auch oft mit einer weiteren Spezies zu tun: Den Erlkönigjägern. Die lauern mit ihren Kameras nicht mehr nur am Wegesrand, sondern versuchen auch immer öfter mit Drohnen einen Blick zu erhaschen.

Lenkroboter und Testfahrer

Kein Wunder, sind doch nicht nur die schweren Trucks und Busse selbst begehrtes Fotomotiv, sondern auch die Testmethoden selbst. Ein Highlight sind die sogenannten Lenkroboter, die MAN hinter die Lenkräder setzt. Der Truck- und Bus-Spezialist nutzt sie vor allem im Bereich der querdynamischen Systeme.

Dabei handelt es sich im eigentlichen Sinne gar nicht um Roboter, sondern lediglich um E-Steller. Diese steuern – genau nach Vorgabe und GPS-genau – den entsprechenden Lenkwinkel ein, geben Gas und bremsen. Ein Fahrer sitzt aber immer daneben und kontrolliert das System, kann bei Bedarf eingreifen.

Komplexe Messsysteme, Messtechnik wie Temperaturfühler, Beschleunigungsaufnehmer und für die Erprobung sehr explizite Messsysteme, wie zum Beispiel Lenkroboter haben große Vorteile. Sie können den Lenkvorgang jedes Mal aufs Neue exakt wiederholen. Somit können die Ingenieure die Ergebnisse besser miteinander vergleichen. „Ein Mensch kann nie so genau einlenken, wie ein Roboter“, erläutert Miksch.

Video: MAN und JP Performance - Es geht bergauf

Am Ende der Saison fliegt der Vorstand ein

Zu messen gibt es viel: Kaltstartverhalten, Abgasnachbehandlung, Spurwechsel, Kreisfahrten, Bremsen – alles wird genau gecheckt. Die Liste ist lang. Deswegen kommen auch nicht nur einzelne Komponenten auf den Prüfstand, stattdessen testen die Entwickler vieles gleichzeitig. An einem einzigen Test-Truck können bis zu 450 Messstellen über den kompletten Entwicklungszeitraum angebracht sein. In naher Zukunft will MAN die Datenflut mittels Big Data managen.

Am Ende einer Test-Saison fliegt der MAN-Vorstand ein. „So haben wir – wie kaum ein anderer Bereich im Unternehmen – die Möglichkeit unser Tagwerk dem Gesamtvorstand zu präsentieren.“  Für Miksch und sein Team sei das eine große Motivation. Dabei setzen sich die Vorstandsmitglieder auch selbst hinters Steuer der Trucks und Busse. Miksch kommentiert: „Wir sind eben alle echte Trucker.“

Das ist der Testchef von MAN:

Rainer Miksch ist seit 27 Jahren bei MAN Truck & Bus tätig, zunächst in der Konstruktion, dann verantwortlich für Vorläuferbau und seit 15 Jahre als Leiter der Erprobung.

In seinem Verantwortungsbereich ist unter anderem auch die Validierung unter klimatisch-topographischen Extrembedingungen.

Dazu gehört die Wintererprobung in Skandinavien wie auch die Sommererprobung in Spanien. Neben der Organisation ist er auch für die operative Durchführung verantwortlich, sprich was wird erprobt, welche Fahrzeuge werden getestet, welche Systeme werden unter die Lupe genommen.

Video: So produziert und erprobt MAN Trucks.

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