Der Trolley Supply Truck ist ein Fahrzeugkonzept von Linde MH, das die Vorteile eines Logistikzugs mit denen eines Gabelstaplers verbindet. Bild: Linde

Der Trolley Supply Truck ist ein Fahrzeugkonzept von Linde MH, das die Vorteile eines Logistikzugs mit denen eines Gabelstaplers verbindet. - Bild: Linde

„Der Routenzug von morgen wird natürlich darauf achten, dass die wertvolle Ressource Mensch so wenig wie möglich mit Dingen belastet wird, die völlig trivial und einfach zu lösen sind“, sagt Professor Johannes Fottner, TU München, fml – Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik.

Schließlich müssen bei der Produktion von Automobilen oder Maschinen immer mehr Teile zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten verfügbar sein. Hier setzt die Industrie bevorzugt auf Routenzüge und spezielle Routenzuganhänger wie den Sequenzwagen. Dafür hat Tente Rollen das modulare zweiachsige Sequenzwagen-System T-Logic entwickelt.

Flurförderzeuge als Lösung für alle Unternehmen

Was daran besonders ist, erklärt Oliver Heyne, Director Business Development bei Tente Rollen: „Wir bieten kein Produkt, sondern ein Konzept. Denn wir bieten einen Baukasten für den Kunden und kein fertiges AGV oder dergleichen. Wir haben einen Routenzug und ein AGV kombiniert.“

Was Hybridsysteme in der Intralogistik leisten

Die Kombination von Systemen scheint ohnehin gerade im Kommen zu sein, Fottner spricht von Hybridsystemen: „Ein Beispiel ist der automatisierte – und nicht autonome – Routenzug, den BMW im Werk Dingolfing im Einsatz hat. Dort gibt es einen relativ weiten Weg vom Lager zur Montagehalle. Da gibt es für den Fahrer nicht viel mehr zu tun, als größtenteils geradeaus zu fahren.“ Dafür sei eigentlich kein Mensch mehr nötig, denn das könne die Technik auch alleine. So habe sich BMW für die automatisierte Variante entschieden, bei der erst am Eingang der Montagehalle ein Mensch aufsteige, der den Routenzug zu den finalen Stellen fahre und dort auch den Lastwechsel vollziehe.

Clevere Lösung für den innerbetrieblichen Materialfluss

„Es hat sich gezeigt, dass die vollautomatische Navigation zwar sehr gut funktioniert, aber solange der Lastwechsel nicht auch vollautomatisch ist, muss immer irgendjemand an die Übergaben beordert werden, da man ungern die vergleichsweise teuren Produktionsmitarbeiter dafür einsetzt. Denn dann würde es in einigen Bereichen die Produktivität des Produktionssystems als solches reduzieren. Also fiel die Entscheidung, hier praktisch ein Hybridkonzept zu machen“, verdeutlicht Fottner.

KLT in der Lagerlogistik

So könne man die KLT möglichst nahe an den Mitarbeiter bringen, sodass dieser den KLT erst gar nicht bewegen müsse. Beim KLT werde die reine Voll­automatisierung selbst beim Routen­zug 4.0 vergleichsweise schwierig, da werde man eher Richtung hybride Systeme gehen.

Dass derzeit viel Bewegung im Markt herrscht, ist auch anhand des Trolley Supply Truck von Linde Material Handling zu erkennen. Dieser hat Ähnlichkeit mit einem Routenzug, ist aber deutlich wendiger und kann überdies rückwärtsfahren. Er soll die Vorteile des Linde-Logistikzugs mit denen eines Gabelstaplers verbinden. „Viele unserer Kunden setzen bereits auf eine gabelstaplerfreie Produktionsversorgung mittels Routen- oder Logistikzügen“, schildert Ralf Knaut, Project Manager Special Solutions.

Trend geht Richtung hybride Systeme

"Beim KLT wird die reine Vollautomatisierung selbst beim Routenzug 4.0 vergleichsweise schwierig, da wird man eher Richtung hybride Systeme gehen", sagt Johannes Fottner Professor für Technische Logistik fml, TU München. - Bild: TUM

Flurfördermittel für die Logistikplanung

Denn insbesondere im rein horizontalen Warentransport sind die Züge, bestehend aus Schlepper und Anhängern, den Staplern vielfach überlegen. Zum einen werden sie seitlich be- und entladen und benötigen damit weniger Platz als ein Gabelstapler, der beim Absetzen der Palette quer zur Fahrbahn steht. Zudem bringen die Routenzüge pro Fahrt eine größere Menge an Material zu den Montagebändern. Beides sorgt im Ergebnis für weniger störenden Verkehr, ein geringeres Unfallrisiko, sinkende Kosten und höhere Produktivität.

„Doch nicht immer lassen sich vorhandene Fabriklayouts ohne Einschränkungen an die Erfordernisse von Routenzug­lösungen anpassen“, gibt Knaut zu bedenken. In vielen bereits bestehenden Anlagen liegen Quelle oder Senke in einer Sackgasse und sind damit für Routenzüge, die mit ihren gekoppelten Anhängern nur vorwärtsfahren können, nicht erreichbar. Dann kommt der Trolley Supply Truck ins Spiel.

Hohe Tragkraft für Flurförderzeuge

Auch Still bietet mit dem LiftRunner-Routenzug ein komplettes Routenzugsystem an, das sich an die individuellen betrieblichen Rahmenbedingungen anpassen lässt. Als Routenzug eingesetzt, zieht der Elektroschlepper LTX 50 Anhänger mit einem Gesamtgewicht von bis zu 5 000 kg durch Produktionsanlagen. Das patentierte Entnahmesystem für die Trolleys ermöglicht  Bedienkomfort und geringsten Rollwiderstand.

Flurförderzeuge für den Materialfluss

Die neue Routenzuglösung bildet alle Stationen des Warenflusses vollautomatisiert ab – von der Beladung der Flurförderzeuge am Bahnhof über die Fahrt zu den einzelnen Stationen an der Produktionslinie bis hin zur Entladestation. Sie besteht aus einem automatisierten Hochhubwagen EXV für die Be- und Entladung an den Bahnhöfen, einem automatisierten Schlepper, der den Routenzug anführt sowie aus automatisierten LiftRunner E-Rahmen und Übergabestationen. Diese sind das Herzstück der Routenzuglösung.

Durch beliebige Kombinationsmöglichkeiten sind die Routenzug-Elemente für viele Bedarfe geeignet. Ein Routenzug besteht aus einem Zugfahrzeug mit bis zu vier Anhängern, zusammen mit den dazugehörigen Trolleys. Bild: Still
Durch beliebige Kombinationsmöglichkeiten sind die Routenzug-Elemente für viele Bedarfe geeignet. Ein Routenzug besteht aus einem Zugfahrzeug mit bis zu vier Anhängern, zusammen mit den dazugehörigen Trolleys. - Bild: Still

Ladungsträger für Flurförderzeuge

Laut Fottner gebe es aber einen gravierenden Unterschied zwischen KLT- und GLT-Anwendungen: „Im GLT-Bereich bin ich wirklich der Meinung, dass wir relativ zügig entweder zu einem vollautomatischen Lasthandling kommen, oder wir haben FTS, die das Lasthandling ohnehin übernehmen. Denn beim GLT ist ohnehin aufgrund der hohen Gewichte eigentlich ein mechanisiertes beziehungsweise automatisiertes Handling notwendig.“ Das bedeute entweder, dass der Gegenstand auf dem Boden abgestellt werde und dort aufgrund des Gewichts nicht mehr wegbewegt werde.

Materialfluss optimiert

Fottner weiter: „Oder man verfügt über eine Rollenbahn, bei der eine direkte Übergabe möglich ist. Das heißt, hier kann ich relativ gut vollautomatisiertes Lasthandling betreiben. Das kann ich auch mit dem Routenzug 4.0.“
Ob denn nun die Tage des Gabelstaplers gezählt sind? Dazu erklärt Hanns Huber von der Konzernkommunikation bei BMW: „Der von uns zusammen mit dem Fraunhofer Institut entwickelte Smart Transport Robot STR kann beispielsweise automatisch eine Last von bis zu 1000 Kilogramm auf einem Rolluntersetzer aufnehmen. Das ist eine Aufgabe, die bisher vor allem Routenzüge und aufgabenbedingt Stapler erledigt haben. Dass Stapler prinzipiell ersetzt werden, sehen wir aber im Moment nicht.“

Das modulare T-Logic-System ist anpassungsfähig: Rahmen, Deichseln, Kupplungen und Anfahrhilfe lassen sich vielfältig konfigurieren. Der Sequenzwagen kann auch von AGVs unterfahren werden. Bild: Tente Rollen
Das modulare T-Logic-System ist anpassungsfähig: Rahmen, Deichseln, Kupplungen und Anfahrhilfe lassen sich vielfältig konfigurieren. Der Sequenzwagen kann auch von AGVs unterfahren werden. - Bild: Tente Rollen

Routenzug-Lösung für leichte und schwere Lasten

Auch bei BMW ist die Thematik KLT/GLT durchaus präsent, wie Huber erläutert: „Unser STR ist zwar als GLT konzipiert, kann theoretisch aber auch wie ein Routenzug Kleinladungsträger ans Band beziehungsweise zum Supermarkt in der Nähe des Bandes bringen. Für die Zukunft können wir hieraus allerdings keine Prognose ableiten.“

Effiziente Lagertechnik und mehr Tragkraft

Tente Rollen stellt das Sequenzwagen-System T-Logic vor. Die Bedienung beim Ankoppeln des Wagens ist intuitiv: Wird die Deichsel gesenkt, lösen sich automatisch die Feststeller der Rollen der Vorderachse, gleichzeitig werden die Richtungsfeststeller der Rollen der Hinterachse aktiviert und aus Lenkrollen werden richtungsführende Bockrollen. Oliver Heyne von Tente erklärt dazu: „Für ein Routenzug-Konzept bietet das modulare T-Logic-System somit eine hohe Flexibilität sowie Produktivitätssteigerungen. Im Innovationswettrennen der besten Routenzüge mit Sequenzwagen darf der Tente-Sequenzwagen deshalb einen entscheidenden Vorsprung für sich beanspruchen.“
Automatisch werden die Lenkrollen der Hinterachse des Sequenzwagens über die Deichsel und ein Schaltgestänge per stabilisierten Richtungsfeststellern zu Bockrollen gewandelt. Somit ist die notwendige Spurtreue gewährleistet.

Fahrzeug für besseren Materialfluss

In der herkömmlichen Form des Sequenzwagens befinden sich vorne und hinten jeweils Lenkrollen-Paare. Bei Bedarf wird die dritte Achse per Fußpedal heruntergeklappt, um mit deren Bockrollen Geradeauslauf und Spurtreue sicher zu stellen. Konstruktionsbedingt gibt es bei Rampenfahrten oft Probleme: die Bockrollen stören eine ungehinderte Fahrt, weil sie ‚hängenbleiben‘ und damit Spurtreue sowie Sicherheit nicht immer gewährleistet sind.

Mitgänger-Flurförderzeuge oder Gabelstapler für die Industrie

Bis zu vier T-Logic Sequenzwagen können in einem Routenzug verbunden werden. Anders als herkömmliche Routenzug-Anhänger mit der dritten Achse kann der Sequenzwagen um 90 Grad verschoben werden, was umständliche und zeitaufwendige Rangiervorgänge überflüssig macht. Außerdem bietet T-Logic im Vergleich zu herkömmlichen Wagen aufgrund seiner Zweiachsigkeit weitere Alleinstellungsmerkmale; er ist stapelbar und unterfahrbar.

Flexibel für die Branche

Das System basiert auf einem kundenorientierten Schnittstellen-Konzept. Die erste Schnittstelle ist das Fahrwerk des Sequenzwagens mit
verschiedenen Möglichkeiten der Umschaltung in die 90-Grad-Verschiebung, entweder nur per Deichsel oder zusätzlich per Fußpedal,

  • oder ganz ohne Querverschiebung mit Bockrollen hinten.
  • unterschiedlichen Rollen, zum Beispiel Laufflächenqualitäten abhängig von Last und Geschwindigkeit; auch antistatisch.
  • unterschiedlichen Dimensionierungen der Raddurchmesser und damit der Bodenfreiheit.

Dynamische Lagertechnik

Die zweite Schnittstelle ist der Rahmen, den der Anwender individuell nach Ein- oder Zwei-Palettenmaß sowie durch Zusatzoptionen wie erhöhten Ladekanten, Eckenschützern etc. gestalten kann. Hier kann der Anwender herstellerunabhängig entscheiden, welches Deichsel- beziehungsweise Kupplungssystem, zum Beispiel Rockinger oder Scharmüller, er einsetzt. Die optionale Ausführung des Grundrahmens mit V-Ausschnitt ermöglicht es, noch engere Kurven zu fahren und eignet sich damit besonders gut für enge Fahrwegsituationen. In jedem Fall kann der Anwender sein vorhandenes System verwenden.

Sind Gabelstapler in der Intralogistik rückläufig?

Die dritte Schnittstelle ermöglicht die Einbeziehung des Assistenzsystems Tente E-Drive als Anfahrhilfe im manuellen Verschiebeprozess. Damit können höhere Gewichte bis 1 000 kg leichter bewegt werden. Der Wagen mit dem E-Drive erreicht höhere Packungsdichten und eine gesteigerte Produktivität; das gleiche Ladevolumen wird durch eine reduzierte Anzahl an Sequenzwagen bewältigt. 

Flurförderzeuge für die Intralogistik

Mit dem System stellt Tente sogar eine vierte herstellerunabhängige Schnittstelle für einen AGV-Einsatz in der Supply Chain bereit. Möglich ist dies nur, weil die dritte Achse des Wagens wegfällt und damit genügend Bodenfreiheit für das AGV vorhanden ist. Wenn auch das Feststellen und Lösen des Sequenzwagens über das AGV gesteuert wird, braucht der Wagen nicht einmal mehr angehoben werden. Die Hubvorrichtung entfällt – und auch deren Kosten.

Flurförderzeuge für alle Lager

Linde Material Handling präsentiert mit dem Trolley Supply Truck ein neues Fahrzeugkonzept für die effiziente Produktionslogistik. Die Konstruktion basiert auf dem Linde-Matrix-Konzept: Bedieneinheit und Antriebseinheit des Lastentransporters kommen aus dem Baukasten der Linde-Lagertechnikgeräte. Komplett neu ist hingegen die Lasteinheit in Form eines Bügelwagens mit gelenkten Rädern. Damit lassen sich Effizienzsteigerungen von bis zu 30 Prozent bei der Materialandienung in Fertigungsanlagen erzielen.

Bereich Intralogistik im Unternehmen immer wichtiger

Mit vier Meter Länge, 1,28 Meter Breite und 2,36 Meter Höhe ist der Trolley Supply Truck sehr kompakt und benötigt inklusive eines Sicherheitsabstands von 30 Zentimetern lediglich eine Fahrbahnbreite von 1,88 Metern. Beinhaltet die Streckenführung Kurven, reicht dem Lastentransporter eine 2,30 Meter breite Fahrbahn zum rechtwinkligen Abbiegen. Für eine große Spurtreue sowohl auf gerader Strecke als auch in Kurven sorgen die sowohl vorne als auch hinten elektrisch gelenkten Räder. Die bügelförmige Lastaufnahme ist für unterschiedlichste Warenträger konzipiert. Transportieren lassen sich beispielsweise zwei Standard-Europaletten oder eine doppelte Europalette sowie andere Warenträger wie Trolleys mit Maßen zwischen 800 und 1 600 mal 1 200 Millimetern.

Bessere Logistik im Lager

Still: Bei dem LiftRunner mit E-Rahmen befindet sich anstelle eines Trolleys eine Fördertechnik in Form zweier elektrisch angetriebener Rollenbahnen. Um die Last abzugeben oder aufzunehmen, wird der automatisierte E-Rahmen vor die Übergabestation gefahren. Zwei Sensoren sorgen dafür, dass sich der E-Rahmen durch Absenken und Positionieren mit der Übergabestation kontaktiert. Der Be- oder Entladevorgang startet durch die Freigabe der Fördertechnik. Ein weiterer Sensor beendet den Fördervorgang und stellt dabei sicher, dass eine vollständige Be- beziehungsweise Entladung erfolgt ist.

Hubwagen für die Intralogistik

Der Schlepper mit den E-Rahmen beginnt dabei seine Tour, indem er automatisch zu den Bahnhöfen am Supermarkt fährt und die E-Rahmen exakt vor die Übergabestationen platziert, auf denen sich Vollpaletten befinden. Diese sind zuvor mithilfe eines automatisierten Hochhubwagens EXV aus dem Regal auf die Übergabestationen gesetzt worden. Dann startet die automatische Beladung der Paletten auf die E-Rahmen. Wenn alle E-Rahmen beladen sind, beginnt das Flurfördermittel seinen Milk-Run – also die Belieferung der Produktionslinie.

Bessere Arbeit im Unternehmen

An der ersten Station angekommen, wird automatisch mithilfe einer Übergabestation die Palette mit dem Material abgeladen. An der nächsten Station nimmt der nun frei gewordene E-Rahmen in gleicher Weise eine Leerpalette auf. Hat der Routenzug alle Stationen der Linie abgefahren, Vollpaletten abgeliefert und Leerpaletten aufgenommen, transportiert er die Leerpaletten zum Bahnhof, lädt diese ab und nimmt die dort schon parat stehenden Vollpaletten für die nächste Tour auf.

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