So viele Unternehmen machen mehr als zehn Prozent Umsatz mit Marktneuheiten. Bild:

So viele Unternehmen machen mehr als zehn Prozent Umsatz mit Marktneuheiten. Bild: Produktion/Staufen

Innovationsstudie der Staufen AG: Die deutsche Industrie erzielt einen zu kleinen Umsatz mit Marktneuheiten.

Bei fast jedem zweiten Industrieunternehmen beträgt der Umsatzanteil mit Produkten, die erst am Anfang ihres Lebenszyklus stehen, weniger als 10 %. Lediglich in der Automobilindustrie spülen Marktneuheiten deutlich höhere Einnahmen in die Kasse.

Zudem werden externe Partner immer noch zu selten frühzeitig in den Innovationsprozess einbezogen. Um sich in Zeiten immer kürzerer Produktlebenszyklen erfolgreich am Markt zu behaupten, gilt es für die Industrie, ihre Innovationsaktivitäten effizienter zu organisieren. Das sind Ergebnisse der Innovationsstudie 2015 der Unternehmensberatung Staufen.

„Ein Umsatzanteil mit Marktneuheiten von zehn Prozent ist heute deutlich zu wenig“, sagt Martin Haas, Gründer und Vorstand von Staufen. „Ziel sollte es sein, dass jeder fünfte Umsatz-Euro mit Innovationen erzielt wird. Denn der Markt erzwingt immer mehr Neuheiten und in immer schnellerem Tempo.“

Dass ein solcher Sprung im Umsatz mit Innovationen durchaus machbar ist, zeigt zum Beispiel SEW Eurodrive. Der Antriebsspezialist steigerte über eine effiziente und effektive Innovationsarbeit seinen Umsatzanteil mit Neuprodukten von 5 auf 25 %.

Wenn mehrere Abteilungen eingebunden sind, kommen Innovationen schneller auf den Markt

Schneller erfolgreiche Innovationen auf den Markt zu bringen gelingt nur, wenn alle Abteilungen eingebunden sind und auch externe Partner hinzugezogen werden. Beides ist allerdings noch nicht ausreichend der Fall. Hier wird Potenzial verschenkt.

So beziehen zwar immerhin knapp zwei Drittel der Firmen den Vertrieb mit ein. Gerade mal die Hälfte lässt noch die Produktion (55 %) und den Einkauf (51 %) zu Wort kommen. Das Marketing wird dagegen nur noch bei 40 % in die Entwicklung von Innovationen eingebunden. Und Erkenntnisse aus Service (13 %) sowie Logistik (12 %) finden so gut wie keine Beachtung.

Und auch bei der Zusammenarbeit mit externen Partnern hält sich die Industrie zurück. Regelmäßig arbeitet nur rund jede zweite Firma gemeinsam mit Kunden an Innovationen. Aufgeschlüsselt nach Branchen zeigt sich zumindest für die Automobilindustrie ein etwas besseres Bild. Dort beziehen drei Viertel ihre Kunden in eigene Innovationen ein.

Noch seltener sind die Lieferanten an Innovationsvorhaben beteiligt. Nur 40 % der Firmen beteiligt diese regelmäßig. Zu 35 % werden außerdem Universitäten und wissenschaftliche Einrichtungen hinzugezogen und immerhin 18 % setzen auf Beratungsunternehmen zur Steigerung der Innovationsleistung.

Wie die deutsche Industrie schneller und besser neue Produkte, Services oder Geschäftsmodelle zur Marktreife bringen kann, zeigt das neue Innovations-Forum DEUTSCHE INDUSTRIE, welches die Unternehmensberatung Staufen erstmals gemeinsam mit der Fachzeitung Produktion am 3./4. November in Stuttgart veranstaltet. Weitere Informationen: www.inno2015.de