Welche Technologien werden aus Ihrer Sicht in Zukunft eine viel größere Rolle spielen als heute?

Die Zukunft der Mobilität soll elektrisch sein. Doch beim E-Antrieb werden deutlich weniger spanend zu bearbeitende Bauteile benötigt.

Elektrofahrzeuge haben grob betrachtet drei Kerneinheiten: Den Elektromotor, die Batterie und das Batteriemanagement. Dabei ist der Elektromotor – ganz im Gegensatz zum Verbrennungsmotor – reine Massenware und kein Differenzierungsmerkmal. Die Batterie indes ist ein hochkomplexes und teures System.

Dessen Produktion lohnt sich für die OEMs aktuell allerdings nicht, weil die Stückzahlen fehlen. Zumal der Zug für eine groß angelegte deutsche Batterieproduktion ohnehin schon weitestgehend abgefahren sein dürfte – ein Blick auf die gut am Markt etablierten asiatischen Player genügt. Bleibt noch das recht komplexe Batteriemanagement, das viele OEMs in Eigenregie machen.

Anders formuliert, bedeutet das: Die Komponenten eines Elektrofahrzeugs können alle zugekauft und müssen nur zusammengebaut werden. Von Wertschöpfungstiefe kann man da nicht sprechen, sondern eher von 10 bis 15 % Montage.

Besonders betroffen wären davon die Hersteller von Werkzeugmaschinen, die sich auf die Bearbeitungsanlagen für den Antriebsstrang von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor spezialisiert haben. Der Grund: Ein Elektromotor in der Automobilindustrie besteht aus deutlich weniger Bauteilen und kommt zumindest beim Direktantrieb ohne Schaltung und Getriebe aus. Bisher geht etwa jede zweite in Deutschland gebaute Werkzeugmaschine geht in die Automobilindustrie.