Ist Ihr Unternehmen in Sachen Cyberkriminalität gewappnet?

Die neue weltweite Cyber-Attacke auf Computersysteme weitet sich offenbar aus. Das auf Internet-Sicherheit spezialisierte Unternehmen Kaspersky Labs sprach von mehr als 2.000 Opfern allein in den offensichtlich besonders betroffenen Ländern Russland und Ukraine. Auch aus deutschen Unternehmen wurden Probleme gemeldet; in Indien traf die Attacke unter anderem den größten Container-Hafen des Landes in Mumbai.

Die offensichtlich zu Erpressungszwecken verbreitete Schadsoftware war am Dienstag, 27. Juni, erstmals aufgetreten. Zunächst hieß es unter anderem von Seiten des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), es handele sich um eine Variante des bereits bekannten Typs "Petya". Von Kaspersky Lab hieß es allerdings am Mittwoch, man gehe von einer neuartigen Erpressungssoftware aus, "die zuvor noch nicht aufgefallen ist".

Ähnlichkeiten gibt es offensichtlich mit dem Angriff vor wenigen Wochen mit der Schadsoftware "WannaCry". Es werde die gleiche Schwachstelle auf Microsoft-Rechnern ausgenutzt, erklärte BSI-Präsident Arne Schönbohm. Diese war zuvor offensichtlich vom US-Geheimdienst NSA genutzt worden. Als dieser dann selbst Opfer eines Hackerangriffs wurde, gelangten die Informationen über die Schwachstelle in die Hände Krimineller.

Die neue Software verschlüsselt Daten auf infizierten Rechnern offenbar vorwiegend von Unternehmen und fordert deren Nutzer auf, innerhalb von drei Tagen 300 Dollar (275 Euro) in der Internet-Währung Bitcoin zu überweisen, um diese Daten wieder freizukaufen. Ansonsten würden sie gelöscht, hieß es. Behörden warnten davor, auf die Erpressung einzugehen.

Von dem neuen Angriff betroffen war auch die Strahlenmessung an der Ruine des ukrainische Atomkraftwerks Tschernobyl. Zudem fiel das Ticketsystem der U-Bahn in Kiew zeitweise aus, Ausfälle gab es auch bei Banken. In Russland wurde unter anderem der Energiekonzern Rosneft attackiert, in Dänemark die Großreederei Maersk. Genannt wurden als Opfer des Angriffs auch der US-Pharmakonzern Merck und der deutsche Konzern Beiersdorf, zu dem unter anderem die Marken Nivea und Tesa gehören

Dow Jones Newswires

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