Sind Sie auf mögliche Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge vorbereitet?

In mindestens zehn deutschen Großstädten sind Fahrverbote für Diesel-Pkw ohne Hardware-Umrüstung laut einer aktuellen Analyse des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen sehr wahrscheinlich und werden je nach Gerichtsurteil kommen. Das Institut verweist zur Begründung auf eine Analyse der Stickdioxid-Belastungen der Jahre 2015, 2016, erste Berechnungen am CAR für das Jahr 2017 sowie auf eine konservative Hochrechnung für das Jahr 2018. Die 10 Städte sind:

1. München
2. Stuttgart
3. Köln
4. Reutlingen
5. Hamburg
6. Heilbronn
7. Kiel
8. Düsseldorf
9. Darmstadt
10. Ludwigsburg

Dabei sind in München und Stuttgart gleich mehrere Straßen/Gebiet hoch gefährdet. Zusätzlich sind 15 weitere Städte (Aachen, Berlin, Dortmund, Frankfurt, Freiburg, Gelsenkirchen, Hagen, Leverkusen, Mainz, Mannheim, Oberhausen, Oldenburg, Tübingen, Wiesbaden) nach der CAR-Analyse in Teilgebieten/Straßen gefährdet.

"Die Analyse zeigt, dass man in Deutschland ohne Hardware-Umrüstungen nicht um Dieselfahrverbote herum kommen wird", argumentiert CAR-Institutsleiter Professor Ferdinand Dudenhöffer. Nicht nur für die Autofahrer und Städte wären Fahrverbote nach Einschätzung des Autoexperten eine dramatische Situation, sondern auch für die Autobauer. Die Autobauer sollten sich daher offener gegenüber Hardware-Umrüstungen zeigen, fordert Dudenhöffer.

"In einer früheren Analyse hatten wir den Vorschlag gemacht, dass jeder Besitzer eines Diesel-Pkw einen Gutschein in Höhe von 2.000 Euro vom Staat erhält, wenn er nachrüstet oder verschrottet. Die Finanzierung wäre ein leichtes, wenn man Dieselkraftstoff und die Kfz-Steuer für Diesel-Pkw exakt an die mit Otto-Motoren anpassen würde. Der alte Zopf der Diesel-Steuererleichterungen wäre gekappt, das Fahrverbot-Problem gelöst, keiner über Gebühr belastet", schlägt das CAR-Institut vor.