Mit welchen Auswirkungen rechnen Sie im Falle eines 'Brexit''?

Das wäre das Ende der EU - ich befürchte politische Instabilität und den Zerfall Europas.
11% (62 Stimmen)
Ein Austritt ist nur für die Briten schlecht - sie schaufeln sich ihr eigenes wirtschaftliches Grab.
23% (138 Stimmen)
Ich befürchte negative Konsequenzen für die deutsche Industrie.
4% (26 Stimmen)
Ein Brexit würde der Wirtschaft Europas schaden.
24% (144 Stimmen)
Alles bleibt wie es ist - nur ohne Briten.
23% (136 Stimmen)
Die deutsche Industrie wird profitieren, weil Investoren aus Großbritannien abwandern.
14% (83 Stimmen)

Insgesamt haben 589 User an unserer Umfrage teilgenommen.

Am Montag beunruhigte eine Zeitungsumfrage die Märkte, wonach 55 Prozent der Wähler für den Austritt aus der EU sind. Das Pfund Sterling ist in diesem Jahr gegenüber einem Währungskorb bereits um 5,7 Prozent gefallen, wie die Bank of England mitteilte.

Wie genau aber ein Brexit sich auf die britische Unternehmenswelt auswirken würde, darüber wird heftig gestritten. Unzweifelhaft ist, dass ein schwaches Pfund die Gewinne einer kleinen Gruppe britischer Unternehmen beflügeln würde: jene, die weltweit verkaufen, aber im Inland fertigen und nur überlebt haben, weil sie mit Qualitätsprodukten Nischenmärkte bedienen.

Wie zum Beispiel Burberry, der Hersteller von hochwertigen Regenmänteln und karierten Schals. Rund 15 Prozent der Produktionskosten und 40 Prozent der Betriebsausgaben werden in Pfund bezahlt, obwohl der Konzern nur 10 Prozent seiner Einnahmen in Großbritannien erzielt. Nach Schätzungen von Barclays würde eine Abwertung des Pfundes um 10 Prozent den operativen Gewinn von Burberry um ein Fünftel steigern.

Weniger bekannt, aber noch ausgeprägter ist die Lage bei dem Chemieunternehmen Victrex, das den Hochleistungskunststoff Peek herstellt: Victrex hat seine gesamte Produktionsbasis in Nordengland, exportiert aber 97 Prozent seiner Waren.

Auch der auf die USA fokussierte Technologiesektor passt in dieses Bild. Der Microchiphersteller ARM Holdings, dessen Chips in vielen Produkten von Heizkörpern bis hin zu Smartphones verwendet werden, erzielt die übergroße Mehrheit seines Umsatzes in US-Dollar. Aber weil er seinen Hauptsitz in Großbritannien hat, fallen laut dem Brokerhaus Liberum etwa zwei Fünftel seiner Kosten in Pfund an. Bei dem weniger erfolgreichen Wettbewerber Imagination Technologies ist die Lage ähnlich.

Ein fallendes Pfund mindert zwar den Wert der in Großbritannien erzielten Gewinne für ausländische Investoren. Aber bei den genannten Fällen sollte die Margensteigerung durch die schwächere Währung - sofern alles andere gleich bleibt - den Translationseffekt mehr als ausgleichen.

Solche Unternehmen könnten die beste Brexit-Absicherung für auf Großbritannien fokussierte Aktieninvestoren sein.