Was denken Sie - wird es tatsächlich zum Brexit kommen?

Ja, abgestimmt ist abgestimmt.
17% (112 Stimmen)
Nicht nur das - Großbritannien wird selbst in seine Einzelstaaten zerfallen.
33% (222 Stimmen)
Das Referendum ist nicht bindend - ich denke, die Politik wird Volkes Stimme ignorieren.
12% (82 Stimmen)
Es wird bestimmt noch mal abgestimmt.
11% (72 Stimmen)
Das war alles eine Farce, sogar die Befürworter rudern zurück. Die Briten bleiben!
27% (184 Stimmen)

Insgesamt haben 672 User an unserer Umfrage teilgenommen.

Immerhin über drei Millionen Menschen haben bereits eine Petition für ein erneutes Referendum über den EU-Verbleib unterschrieben - Tendenz steigend. Eigentlich kein Wunder, haben sich die Haupt-Brexit-Befürworter doch keine 24 Stunden nach dem Referendum massiv von ihren zentralen Wahlversprechen verabschiedet.

Eines dieser Versprechen war, dass das Geld, das Großbritannien bisher nach Brüssel überweist, nach einem EU-Ausstieg in das nationale Gesundheitssystem NHS fließen lassen könne. Am Freitag - also einen Tag nach der Abstimmung - erklärte Ukip-Chef Nigel Farage, er könne nicht garantieren, dass mehr Geld an die NHS fließe.

Auch das zweite zentrale Versprechen, der Senkung der Einwanderung aus anderen EU-Staaten, scheint den Brexitees bereits nichts mehr wert. "Wenn die Leute glauben, sie haben abgestimmt und es wird jetzt keine Einwanderung aus der EU mehr geben", erklärte der Tory-Abgeordnete Daniel Hannan der BBC, "dann haben sie sich getäuscht." Großbritannien wolle den Zugang zum EU-Binnenmarkt behalten - und dafür müsse man akzeptieren, dass Arbeitskräfte aus der EU ins Land kommen.

Cameron hat keine Eile

In Berlin und Brüssel signalisierten hochrangige Politiker am Wochenende, dass man abwarten wolle, bis sich das politische Chaos in Großbritannien legt. Man sei auch offen dafür, dass das Vereinigte Königreich einen Rückzieher macht. "Die Politik in London sollte die Möglichkeit haben, noch einmal die Folgen eines Austritts zu überdenken", sagte Kanzleramtsminister Peter Altmaier den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Wenn Großbritannien erst einmal tatsächlich ausgetreten sei, sei das "ein schwerer Einschnitt mit vielen Konsequenzen". Wollte das Land später erneut einen Mitgliedsantrag stellen, wäre das ein langer Prozess.

Das Ergebnis des Referendums ist für das britische Parlament nicht bindend. Doch trotz der politischen und finanziellen Turbulenzen scheint London sich an das Referendum halten zu wollen.

Die 20 größten britischen Industrieunternehmen

  • Platz 20: Smiths Group, verarbeitende Industrie, Marktkapital: 3,84 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 23.550 - Bild: Smiths Group

    Platz 20: Smiths Group, verarbeitende Industrie, Marktkapital: 3,84 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 23.550 - Bild: Smiths Group

  • Platz 19: Babcock International, verarbeitende Industrie, Marktkapital: 4,65 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 34.000 - Bild: Babcock International

    Platz 19: Babcock International, verarbeitende Industrie, Marktkapital: 4,65 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 34.000 - Bild: Babcock International

  • Platz 18: Antofagasta, Bergbau, Marktkapital: 4,71 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 4.005 - Bild: Antofagasta

    Platz 18: Antofagasta, Bergbau, Marktkapital: 4,71 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 4.005 - Bild: Antofagasta

  • Platz 17: GKN, verarbeitende Industrie, Marktkapital: 4,79 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 50.000 - Bild: GKN

    Platz 17: GKN, verarbeitende Industrie, Marktkapital: 4,79 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 50.000 - Bild: GKN

  • Platz 16: Johnson Matthey, Chemieindustrie, Marktkapital: 4,79 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 9.700 - Bild: Johnson Matthey

    Platz 16: Johnson Matthey, Chemieindustrie, Marktkapital: 4,79 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 9.700 - Bild: Johnson Matthey

  • Platz 15: Randgold Resources, Bergbau, Marktkapital: 5,89 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 6.954 - Bild: Randgold Resources

    Platz 15: Randgold Resources, Bergbau, Marktkapital: 5,89 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 6.954 - Bild: Randgold Resources

  • Platz 14: Mondi, verarbeitende Industrie, Marktkapital: 6,37 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 26.000 - Bild: Mondi

    Platz 14: Mondi, verarbeitende Industrie, Marktkapital: 6,37 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 26.000 - Bild: Mondi

  • Platz 13: Bunzl, Industrieprodukte, Marktkapital: 6,38 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 12.368 - Bild: Bunzl

    Platz 13: Bunzl, Industrieprodukte, Marktkapital: 6,38 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 12.368 - Bild: Bunzl

  • Platz 12: Fresnillo plc, Bergbau, Marktkapital: 6,99 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 2.449 - Bild: Fresnillo plc

    Platz 12: Fresnillo plc, Bergbau, Marktkapital: 6,99 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 2.449 - Bild: Fresnillo plc

  • Platz 11: Centrica, Energie, Marktkapital: 10,72 Mrd. Pfund, Mitarbeiter 40.000 - Bild: Wikipedia

    Platz 11: Centrica, Energie, Marktkapital: 10,72 Mrd. Pfund, Mitarbeiter 40.000 - Bild: Wikipedia

  • Platz 10: SSE plc, Energie, Marktkapital: 14,03 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 19.965 - Bild: SSE plc

    Platz 10: SSE plc, Energie, Marktkapital: 14,03 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 19.965 - Bild: SSE plc

  • Platz 9: BAE Systems, Militär, Marktkapital: 16,01 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 107.000 - Bild: BAE Systems

    Platz 9: BAE Systems, Militär, Marktkapital: 16,01 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 107.000 - Bild: BAE Systems

  • Platz 8: Glencore, Bergbau, Marktkapital: 16,96 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 57.656 - Bild: Glencore

    Platz 8: Glencore, Bergbau, Marktkapital: 16,96 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 57.656 - Bild: Glencore

  • Platz 7: Shire plc, Pharmazie, Marktkapital: 22,52 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 4.200 - Bild: Wikipedia

    Platz 7: Shire plc, Pharmazie, Marktkapital: 22,52 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 4.200 - Bild: Wikipedia

  • Platz 6: Rexam, Verpackungsindustrie, Marktkapital: 25,45 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 19.000 - Bild: Rexam

    Platz 6: Rexam, Verpackungsindustrie, Marktkapital: 25,45 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 19.000 - Bild: Rexam

  • Platz 5: Rio Tinto Group, Bergbau, Marktkapital: 34,84 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 67.930 - Bild: Rio Tinto Group

    Platz 5: Rio Tinto Group, Bergbau, Marktkapital: 34,84 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 67.930 - Bild: Rio Tinto Group

  • Platz 4: BHP Billiton, Bergbau, Marktkapital: 41,88 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 46.370 - Bild: BHP Billiton

    Platz 4: BHP Billiton, Bergbau, Marktkapital: 41,88 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 46.370 - Bild: BHP Billiton

  • Platz 3: BP, Öl und Gas, Marktkapital: 63,18 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 97.700 - Bild: BP

    Platz 3: BP, Öl und Gas, Marktkapital: 63,18 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 97.700 - Bild: BP

  • Platz 2: GlaxoSmithKline, Pharmazie, Marktkapital: 67,38 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 97.389 - Bild: GlaxoSmithKline

    Platz 2: GlaxoSmithKline, Pharmazie, Marktkapital: 67,38 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 97.389 - Bild: GlaxoSmithKline

  • Platz 1: Royal Dutch Shell, Öl und Gas, Marktkapital 160,12 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 90.000  - Bild: Royal Dutch Shell

    Platz 1: Royal Dutch Shell, Öl und Gas, Marktkapital 160,12 Mrd. Pfund, Mitarbeiter: 90.000 - Bild: Royal Dutch Shell

Der britische Premierminister David Cameron sieht zwar keine Eile, den Austrittsantrag seines Landes an die Europäische Union nach Brüssel zu senden. Diese Aufgabe will er seinem Nachfolger überlassen, wie Cameron bei seinem ersten Auftritt nach dem Brexit-Votum im britischen Unterhaus erklärte.

Der Noch-Premier schloss aber aus, dass die Volksabstimmung wiederholt oder ignoriert werden könnte. "Die Entscheidung muss akzeptiert und auch umgesetzt werden", betonte Cameron.

Schottland und Irland rebellieren

Ob Cameron bei diesen Aussagen bleiben wird, darf abgewartet werden. Denn tatsächlich droht den Briten im Falle eines Ausscheidens aus der EU inzwischen sogar der Zerfall des gesamten Königreichs.

Nur wenige Stunden nach dem Referendum kündigte Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon an, Vorbereitungen für eine erneute Volksabstimmung über die Unabhängigkeit zu treffen.

Beim EU-Referendum haben fast zwei Drittel der Schotten für einen Verbleib in der EU gestimmt.

Und auch in Nordirland brodelt es nach dem Referendum. Dort ansässige Briten haben das Recht, sowohl die irische als auch die britische Staatsbürgerschaft zu besitzen. Um ihren Status als EU-Bürger nicht zu verlieren, beantragten Zehntausende Nordiren nach dem Referendum einen irischen Pass. Der stellvertretende Erste Minister Nordirlands, Martin McGuinness, forderte bereits ein Referendum für eine Wiedervereinigung mit Irland.

Austrittsantrag wird erst mal hingeschoben

EU-Diplomaten erwarten, dass die neue britische Regierung um den 1. November den Austritt beantragen wird, sofern es nicht doch noch zu einem Sinneswandel kommt.

Ab dann hätte das Land zwei Jahre Zeit, um die Bedingungen des Austritts zu verhandeln. Bis zu den Wahlen des Europaparlaments im Mai 2019 soll der Brexit über die Bühne sein. Das formale Austrittsdatum würde man in dem Fall auf den 1. Januar 2019 legen, genau 46 Jahre nach dem Beitritt Großbritanniens zur EU.

(Mit Material von Dow Jones Newswires)