Die Bundesregierung will die Rohstoffsicherung für deutsche Unternehmen künftig stärker als bislang unterstützen.

BERLIN (Dow Jones/ks)–Das neue Rohstoffkonzept der Bundesregierung werde Rohstoffprojekte der Industrie stärker als in der Vergangenheit flankieren, kündigte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Dienstag in Berlin beim 3. Rohstoffkongress des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) an. Dazu stehe ein breites außenwirtschaftliches Garantie-Instrumentarium bereit. Auch die Auslandshandelskammern und Germany Trade and Invest würden sich künftig noch stärker als bisher um die Rohstoffthematik kümmern.

Rohstoffpolitik sei eine Schlüsselaufgabe. Für den Hightech-Standort Deutschland gelte das in besonderem Maße. “Wir setzen in der Rohstoffpolitik auf den engen Schulterschluss mit der Wirtschaft”, betonte der Minister. Allerdings werde es auch in Zukunft dabei bleiben, dass die Wirtschaft für die Rohstoffversorgung grundsätzlich selbst zuständig sei.

“Ein VEB Rohstoffe passt nicht in unser Wirtschaftssystem und wird es mit mir auch nicht geben”, betonte der FDP-Politiker. Die Rohstoffpolitik solle jedoch breiter in der Bundesregierung verankert werden. “Das Bundeswirtschaftsministerium, das Auswärtige Amt und das Entwicklungshilfeministerium ziehen dafür an einem Strang”, sagte Brüderle.

Im Moment werde an vielen Stellen der Welt fieberhaft nach neuen Lagerstätten für Seltene Erden gesucht. Andernorts würden Lagerstätten wieder eröffnet. Steigende Rohstoffpreise eröffneten neue Geschäftsmodelle. “Wenn wir Deutschlands Rohstoffversorgung verbreitern wollen, ist jetzt die Zeit zum Handeln gekommen”, sagte der Miniser. Er forderte die Unternehmer auf, geeignete Projekte zu identifizieren und voranzutreiben. “Das können eigene Abbauprojekte sein oder auch die Beteiligung an anderen Rohstoffkonzernen”, sagte der Minister.

Beim neuen Instrument der Rohstoffpartnerschaften gehe es darum, eine bessere Vernetzung von entwicklungspolitischen Konzepten auf der einen und rohstoffpolitischen Interessen auf der anderen Seite zu erreichen. Dazu sollen mit ausgewählten Ländern entsprechende Projekte unter Beteiligung der Wirtschaft aufgebaut werden. Gemeinsame Ländervorschläge der drei beteiligten Ministerien lägen auf dem Tisch. “Wo immer es lohnende Projekte gibt, können wir jetzt gemeinsam loslegen” sagte Brüderle. Das könnten Explorationsvorhaben sein, aber auch der Aufbau von Wertschöpfungsketten.