Fachverband Metalltechnische Industrie, Maschinenbau vorausgeDACHt, Kongress, Österreich,

Dr. Berndt-Thomas Krafft, Geschäftsführer Fachverband Metalltechnische Industrie: "Ein ganz wesentlicher Punkt ist, eine Vernetzung der Kompetenzen aus den Bereichen Maschinenbau und ICT-Knowledge herzustellen." Bild: Fachverband Metalltechnische Industrie

Produktion: Warum ist der Maschinenbau prädestiniert, Industrie 4.0 voranzutreiben?

Dr. Berndt-Thomas Krafft: "Der Maschinenbau ist das Herzstück der Sachgüterproduktion. Man braucht Maschinen um Produkte herzustellen, bzw. Maschinen, die wiederum Maschinen bauen, um dann Produkte herzustellen. Ohne die Produkte des Maschinenbaus ist Industrie 4.0 nichts weiter als ein paar Nuller und Einser auf einem Computerbildschirm. Erst der Maschinenbau macht aus diesen Zahlen Produkte, die die Welt bewegen. Wer also, wenn nicht dieses Herzstück ist dazu prädestiniert, die vernetzte Produktion voranzutreiben."

Produktion: Erst lean, dann vernetzt? Wie schnell sollte Industrie 4.0 Einzug in die Fabriken halten?

Dr Krafft: "Die Digitalisierung der Produktion ist für uns kein neues Thema, der Einsatz einer digitalen Produktion hat längst in unseren Produktionshallen Einzug gehalten. Wer im Maschinenbau gegen die neuen Mitbewerber aus Asien und den dadurch entstehenden Kostendruck bestehen will, der darf den digitalen Wandel nicht ignorieren. Digitalisierung ist kein disruptiver, sondern ein „ongoing process“. Neu und begrüßenswert ist allerdings, dass die allgemeine Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Bedeutung der Digitalisierung für unsere Branche und die damit verbundenen Möglichkeiten zur Produktivitätssteigerung, die unbedingt genützt werden müssen, nun nicht nur bei den Firmen, sondern auch in der Öffentlichkeit stattgefunden hat."

Produktion: Wo brauchen die Unternehmen noch am dringendsten Unterstützung? Wo erhalten sie diese?

Dr. Krafft: "Ein ganz wesentlicher Punkt ist, eine Vernetzung der Kompetenzen aus den Bereichen Maschinenbau und ICT-Knowledge herzustellen. Dazu bedarf es einerseits bei den ICT-Experten, ein Verständnis für unsere Branche zu entwickeln und mit und über diese ICT Experten, quasi als Datenübersetzer, das meiste aus den Daten herauszuholen. Die große Herausforderung für die Firmen ist, diesen Prozess der Vernetzung in Gang zu setzen."

Produktion: Und wo stehen die meisten Unternehmen des Maschinenbaus derzeit? Woran drohen sie zu scheitern?

Dr. Krafft: "Nicht alles, was mit und über Digitalisierung möglich ist, wird von den Kunden unserer Mitglieder auch gefordert. Es ist wichtig, dass die Firmen in der Lage sind und die notwendige Fähigkeit besitzen, den Forderungen der Kunden in Richtung Digitalisierung und den damit verbundenen technischen Herausforderungen zu entsprechen. Genauso, wie es falsch und gefährlich ist, einen Trend zu verschlafen, ist es auch gefährlich, die  Kundenforderungen aus den Augen zu verlieren und die schönen neuen Möglichkeiten voranzutreiben, die von den Kunden dann gar nicht nachgefragt werden."

Produktion: Wie können zukunftsfähige Geschäftsmodelle für den Maschinenbau in Bezug auf Industrie 4.0 aussehen?

Dr. Krafft: "Das Zauberwort lautet Flexibilität. Den österreichischen Maschinenbau würde es schon längst nicht mehr geben, wenn die Unternehmen nicht in der Lage wären, einen permanenten Wandel mitzumachen und die notwendigen Adaptionen vorzunehmen. Dies gilt in vollem Umfang auch für das Thema Industrie 4.0. Unsere Mitglieder sind wahre Meister in der Produktivität. Ich bin überzeugt, sie werden das für sie bestgeeignete Geschäftsmodell unter Wahrung ihrer Individualität finden."

Das ist der Kongress „Maschinenbau VorausgeDACHt“

Erstmals laden drei große Maschinenbauverbände zusammen mit der Fachzeitung Produktion länderübergreifend gemeinsam ein. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Fachverband Metalltechnische Industrie, Österreich und der Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem) wissen um die enorme Bedeutung und die großen Chancen der Digitalisierung und unterstützen ihre Mitglieder schon seit Jahren in der Umsetzung von Industrie 4.0.

Stärken wir gemeinsam den Dialog zum Thema Industrie 4.0 innerhalb der Maschinenbaubranche. Seien Sie dabei!

Sie wollen am Kongress teilnehmen? Klicken Sie hier.

Mehr Infos zum Kongress finden Sie hier.