Bild: Thierry Burot - Fotolia.com

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Für die deutsche Industrie wird nach Auffassung des BDI die Versorgung mit Rohstoffen zunehmend zum Problem.

BERLIN (Dow Jones)–In der Folge drohe eine Rohstofflücke, schreiben BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf und BDI-Präsidiumsmitglied Ulrich Grillo in einem Positionspapier laut Nachrichtenagentur dapd am Montag. Zuvor hatte bereits der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) berichtet, dass sich aus den Unternehmen Meldungen häuften, nach denen die Energie- und Rohstoffpreise als größtes Konjunkturrisiko wahrgenommen werden.

“Ohne eine sichere, verlässliche und bezahlbare Rohstoffversorgung ist Produktion im Industrieland Deutschland nicht vorstellbar”, sagte Schnappauf. Die Sicherung der Rohstoffversorgung sei daher ein “zentrales Zukunftsanliegen”.

Die Unternehmen sähen sich “gegenwärtig beträchtlichen Beschränkungen des Rohstoffzugangs gegenüber, die politischen Ursprungs sind”, hieß es vom BDI weiter. Zusammen mit der steigenden Nachfrage sei zu befürchten, dass sich die Situation mittelfristig zuspitze. Gerade Zukunftsfelder wie die Elektromobilität, die Medizintechnik und die erneuerbaren Energien seien von der drohenden Rohstoffknappheit betroffen. In diesem Zusammenhang sei die neu gegründete Rohstoffagentur ein wichtiges Element.

Weiter heißt es im BDI-Papier, dass die Versorgung mit Rohstoffen in erste Linie Aufgabe der Unternehmen sei. Allerdings seien sie dazu auf “geeignete Rahmenbedingungen angewiesen”. Risiken seien etwa durch die Unternehmenszusammenschlüsse entstanden. So kontrollierten derzeit drei Anbieter 70 Prozent des weltweiten Eisenerzhandels und hätten drastische Preiserhöhungen durchgesetzt. Ferner kauften einige Länder systematisch Rohstofflager in anderen Ländern auf. Darüber hinaus beschränkten etliche Länder die Rohstoffausfuhr mit zusätzlichen Zöllen.

Beispielsweise stamme das Metall Neodym, das für starke Magnete etwa bei Elektromotoren benötigt werde, zu 97 Prozent aus China. Zudem ist China laut BDI auch bei sogenannten Seltenen Erden fast Monopolist. Für diese Stoffe habe das Land die Ausfuhren stark begrenzt. Die Quoten für 2010 seien dabei bereits ausgeschöpft und es drohten Engpässe für die deutsche Industrie. Weltweit seien laut EU-Kommission mehr als 400 Rohstoffe von Exportbeschränkungen betroffen. Darüber hinaus hätten vor allem große Schwellenländer, aber auch Industrienationen begonnen, systematisch Rohstofflager im Ausland aufzukaufen. Die internationalen Wettbewerbsbehörden müssen daher nach Auffassung des BDI stärker kooperieren.

Auch die “enormen Preissteigerungen” bei Eisenerz könnten den Aufschwung beeinträchtigen. In der Folge seien viele Arbeitsplätze in Deutschland bedroht. Vor diesem Hintergrund forderte der BDI die Politik auf, für funktionierende Rohstoffmärkte zu sorgen und Handels- und Wettbewerbsverzerrungen abzubauen. Dazu müssen nach Ansicht des BDI auch die G8- und G20-Treffen genutzt werden.