Die Teilnehmer (v.l.n.r): Dr. Marc Beise, Leiter Wirtschaftsredaktion Süddeutsche Zeitung,

Die Teilnehmer (v.l.n.r): Dr. Marc Beise, Leiter Wirtschaftsredaktion Süddeutsche Zeitung, EU-Handelskommissar Karel De Gucht, Günter Lauber, Vorsitzender der Geschäftsführung ASM GmbH & Co. KG, München, Dieter Rosenthal, Vorstandsmitglied SMS Siemag AG, Hilchenbach und Hans-Joachim Boekstegers, Sprecher der Geschäftsführung der Multivac GmbH & Co. KG, Wolfertschwenden.

von Klaus Hiemer

BERLIN. De Gucht sagte, Handelsbarrieren und Importzölle seien kein geeignetes Mittel, die eigene Wirtschaft zu stärken. Eine Beschränkung des Welthandels durch Protektionismus bringe für alle beteiligten Seiten wirtschaftliche Nachteile. Gleichzeitig warf De Gucht dem Gros der G-20-Länder Wortbruch beim Kampf gegen den Protektionismus vor. “Die Mitglieder haben ihre Versprechungen nicht eingehalten”, so De Gucht.

9% der deutschen Beschäftigung sei direkt oder indirekt vom Export in Länder außerhalb der EU abhängig. “Wer sich protektioniert, wird schwächer. Wir sollten alle mehr exportieren”, meinte De Gucht. Als Beispiel für eine restriktive Handelspolitik nannte der EU-Kommissar Brasilien. Auch in Russland werde der Ruf nach Einfuhrzöllen lauter. Nicht zuletzt deswegen sei es wichtig, dass Russland Mitglied der Welthandelsorganisation WTO werde.

Positiv habe sich das Freihandelsabkommen mit Korea ausgewirkt, das seit Juli dieses Jahres in Kraft sei. “Europäische Exporteure zahlen jetzt 850 Millionen Euro weniger Importzölle, die über die Jahre auf 1,6 Billionen Euro angewachsen waren”, sagte De Gucht. Die EU-Maschinenexporteure sparten 450 Mio Euro an jährlichen Importzöllen. Einige Studien gingen davon aus, dass die Exporte in diese Region als Folge des Abkommens um 65% steigen könnten.

In einer anschließenden Gesprächsrunde sagte Hans-Joachim Boekstegers, Sprecher der Geschäftsführung der Multivac GmbH & Co. KG, Wolfertschwenden, sein Unternehmen habe sich als Verpackungsspezialist in den vergangenen zehn  Jahren global aufgestellt und sei heute in 60 Ländern vertreten. Allerdings hege er Befürchtungen, “dass sich immer mehr Länder ähnlich abschotten wie Brasilien.” Dieter Rosenthal, Vorstandsmitglied der SMS Siemag AG,  Hilchenbach, meinte: “Brasilien glaubt, durch sein Verhalten die wirtschaftlichen Bedingungen im Land zu verbessern Aber es hat sich geirrt.”

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